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Premiere

Shakespeare hätte wohl viel Freude

„Ein Sommernachtstraum“ ist am Ludwigsberg wieder real. „Passt scho!“ kam als „verschärftes Lob“ von Regisseur .
Von Alois Dachs

Der schusselige Puck bringt den gesamten Elfenwald und seine Bewohner durcheinander. Fotos: Rabl-Dachs
Der schusselige Puck bringt den gesamten Elfenwald und seine Bewohner durcheinander. Fotos: Rabl-Dachs

Bad Kötzting.Der „Sommernachtstraum“ begeistert auch im dritten Aufführungsjahr am Ludwigsberg. So lautete das gemeinsame Resümee von Beate Bauer, die als Vorsitzende der Festspielgemeinschaft sehr glücklich über die gelungene Premiere war und von Bürgermeister Markus Hofmann, der das kulturelle Engagement, das die Festspieler seit 30 Jahren leisten, ganz besonders hervorhob.

Und das knappe „Passt scho!“ von Regisseur Johannes Reitmeier drückte wohl aus, was der aus England stammende Sprachwissenschaftler Professor Anthony Rowley als Ehrengast so ausdrückte: „Ich und meine Frau sind beglückt!“. Die Spieler waren nach einer tollen Leistung vor allem glücklich über das Premierenpublikum, das begeistert mitging. Es waren eben keine „A-Banausen“ gekommen.

Schauspielkunst auf Spitzenniveau

William Shakespeare, der im 16. Jahrhundert für seine Inszenierungen des „prallen Lebens“ im Bürgertum nicht nur Lob erntete, hätte sicher seinen Spaß an der Spielfreude gehabt, die alle Akteure am Ludwigsberg zeigten. Das bisweilen recht deftige Bairisch das von Johannes Reitmeier und Barbara Kerscher für den „Sommernachtstraum“ gewählt wurde, eröffnet den Akteuren natürlich viele Möglichkeiten, um die Zuschauer zu begeistern. Und die unterdrückten ihren Enthusiasmus nicht, wie der häufige Szenenapplaus nachdrücklich bestätigte, in den auch die zahlreichen Ehrengäste mit einstimmten.

Mag auch die Handlung des „Sommernachtstraumes“ auf Anhieb nur schwer durchschaubar sein, so sorgten witzige Dialoge, deftige Sprüche und angedrohte Raufereien „beim Stauner, beim Lindner, oder in Weißareng“ immer wieder für Heiterkeit bei den Zuschauern. Geradezu Hochspannung erzeugten die für ein Theaterstück probenden Handwerker, deren „Chef“ (Christian Weiß) sich mit dem über motivierten Pyramus (Uli Treitinger) sich herrliche Regieduelle lieferte, die noch von Johannes Kerscher als Thisbe aufgepeppt wurden.

Elf Rollen neu und gut besetzt

Immerhin elf Rollen waren in diesem Jahr neu zu besetzen und es ist zweifellos ein Meisterstück von Johannes Reitmeier und Barbara Kerscher, dass sich alle – trotz kurzer Probenphasen – so einfügten, als hätten sie schon immer dazu gehört. Die Neubesetzungen offenbaren auch, dass manche Familien bereits in der dritten Generation schauspielerisch präsent sind, Großeltern, Eltern und Kinder stehen gemeinsam auf der Bühne.

Weitere Impressionen von der Premiere erhalten Sie in unserer Bildergalerie:

Premiere auf dem Ludwigsberg

„Das Spiel hat an Frische nichts verloren“, sagte Vorsitzende Beate Bauer bei der Premierenfeier, zu der Stauners Partyservice Schweinernes mit Knödeln und Kraut servierte. Sie dankte allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne, der Stadtverwaltung und dem Bauhof, Feuerwehr und BRK für den Bereitschaftsdienst. Besonders erfreulich sei, dass noch viele dabei sind, die bereits 1988 beim bairischen „Jedermann“ große Rollen hatten. Am 8. September werde es im Rahmen des Gottesdienstes am Ludwigsberg auch eine Gedenkfeier für jene geben, die in früheren Jahren die Erfolge der Festspielgemeinschaft am Ludwigsberg mit begründeten, kündigte Bauer an. Besonders dankte sie Johannes Reitmeier und Barbara Kerscher für die Regie, Katja, Theo und Sonja Hauser für die Maske und Antje Adamson für die Kostüme.

Chance für die Einheimischen

„Es gibt noch Karten für die Aufführungen“, verkündete die FSG-Vorsitzende. Sie bat alle, die bei der Premiere mit Begeisterung das Stück verfolgten, Werbung zu machen, denn gerade im dritten Aufführungsjahr biete sich die Chance, dass auch Einheimische zum Zuge kommen.

„Das war eine großartige Veranstaltung und die verdient höchstes Lob.“

Bürgermeister Markus Hofmann

Der Festspielgemeinschaft sei es gelungen, auf die Leistungen der Vorjahre bei „Ein Sommernachtstraum“ noch eins draufzusetzen, sagte Bürgermeister Markus Hofmann, der auch besonders die Begeisterung im Premierenpublikum hervorhob. „Das war eine großartige Veranstaltung und die verdient höchstes Lob“, führte Hofmann aus, ehe er für drei Jahrzehnte „bestes Theater“ dankte. Die Festspielgemeinschaft leiste damit eine Kulturarbeit, „die ohne euch nicht möglich wäre“, sagte Markus Hofmann.

Seine Heimatstadt sei auch stolz auf Johannes Reitmeier, der als Intendant des Landestheaters Tirol in Innsbruck und Umgebung hohes Ansehen genieße. Die Stadt habe heuer mit dem Wasser- und Kanalanschluss für die Spielstätte am Ludwigsberg und mit einer weiteren Zufahrt wichtige Leistungen für die Zukunft erbracht.

Der Bürgermeister auf der Bühne

Mit einem „Passt scho!“ kommentierte Johannes Reitmeier die tolle Leistung der Spieler und der Hintergrundmannschaft beim „Sommernachtstraum“. Es sei guter Brauch, dass der Bürgermeister einmal in der Saison selbst mitspiele. „Oberon und Titania freuen sich schon darauf, wenn sie dich über die Bühne jagen dürfen“, sagte er zu Markus Hofmann. „Vielleicht wirst Du am Schluss sagen, ’I hob mi übernomma!’“, prophezeite er dem Stadtoberhaupt.

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