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Sie ist das Sprachrohr für die Senioren

18 Jahre war Edeltraud Ernst Leiterin der Realschule Roding. Heute genießt sie Fernreisen, die Musik und die Zeit im Garten.
Von Bastian Schreiner

Seniorenbeauftragte Edeltraud Ernst hat auch mit 81 Jahren noch viele (Reise-)Pläne. Foto: Schreiner
Seniorenbeauftragte Edeltraud Ernst hat auch mit 81 Jahren noch viele (Reise-)Pläne. Foto: Schreiner

Roding.Welche Verbindungen haben Sie noch zur Rodinger Realschule?

Ich besuche die Veranstaltungen, wenn ich eingeladen werde – die meisten Konzerte oder die Abschlussfeier. Verbindungen sind auf jeden Fall noch da, auch wenn ich nicht mehr viele Leute kenne, weil von den alten Lehrern kaum noch jemand da ist. Zum Schulleiter, Herrn Peintinger, habe ich einen guten Draht.

War Lehrerin ihr Traumberuf?

Meine beiden Großväter waren schon Lehrer und mein Vater auch. Das stand nicht zur Debatte, dass ich irgendetwas anderes mache. Zudem sind vier Familienmitglieder im Schuldienst, die Lehrer-Dynastie geht also weiter.

Vor über zehn Jahren wurden sie zur Vorsitzenden des Seniorenbeirates gewählt.

Ja, die Vorgängerin, Frau Troppmann, hat das schlau eingefädelt: Sie hat mich zur Tagung mitgenommen und alle Kosten übernommen. Dann bin ich aus dieser Sache nicht mehr herausgekommen ... (lacht).

In der Schule forderten und förderten Sie die Jugend, nun setzen Sie sich für die Senioren ein. Schließt sich dadurch der Kreis?

Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ich bin nach wie vor viel mit jungen Leuten zusammen, da ich eine große Familie habe mit zwei Schwestern, vier Nichten und vier Neffen – mit insgesamt 19 Kindern. Da ist immer etwas geboten.

Sie wurden als „Stimme der Senioren“ bezeichnet: Wie sieht die Arbeit im Beirat aus?

Es gibt regelmäßige Sprechstunden. Oftmals werde ich auf der Straße oder beim Einkaufen angesprochen. Ich trage die Anliegen dann Bürgermeister Franz Reichold vor. Manche Wünsche sind nicht realisierbar, aber er versucht, das meiste durchzuführen.

Welche konkreten Forderungen und Probleme gibt es?

Mehr Ruhebänke in der Stadt. Was fehlt, sind Toiletten in den Supermärkten. Das ist Vorschrift, häufig wird man aber nicht hineingelassen. Zugeparkte Gehwege und das Kopfsteinpflaster sind nicht nur für Rollstuhlfahrer Hindernisse. Aktuell machen wir auch sehr viel Wohnraumberatung für seniorengerechtes Umbauen.

Stichwort Barrierefreiheit: Welche Note geben Sie der Stadt?

Noten vergebe ich nicht mehr (lacht). Das ist eine Aufgabe, bei der kein Ende in Sicht ist. Wenn irgendwo etwas neu gebaut wird, bringe ich mich ein.

Der Garten ...

... ist immer schon mein Hobby. Das war ein Grund, warum ich selbst gebaut habe. Meinen Garten habe ich im vergangenen Jahr mit Hochbeeten umgestalten lassen. Damit bin ich sehr glücklich und zufrieden. Meine Terrasse ist im Sommer mein Wohnzimmer.

Ihr zweites Hobby ist Reisen.

Im November/Dezember war ich in Ecuador und den Galapagos-Inseln. Ich bereise die ganze Welt und war schon auf allen Erdteilen außer Australien. Öfter war ich schon in Ostasien und Südamerika. Im Herbst wollte ich nach Brasilien. Jemand hat mir abgeraten, jetzt habe ich es auf das nächste Frühjahr verschoben. Ich hoffe, dass ich es gesundheitlich noch machen kann. Vielleicht fliege ich im November, da ich das Wetter hier gar nicht mag, noch nach Sri Lanka. Ostern habe ich heuer zwei Mal gefeiert – erst hier, und eine Woche später in Moskau.

Was steht bei ihren Reisen im Mittelpunkt?

Die Kultur, früher noch das Wandern, und vor allem Land und Leute: Treffen und auch mal Kochen mit Einheimischen. Ich bevorzuge Reisen in kleineren Gruppen, da kommt man besser mit den Leuten in Kontakt.

Was schätzen Sie an Roding?

Das kulturelle Leben, ich bin beim Kultur- und Heimatverein, und die Nähe zu Regensburg. In der Domstadt besuche ich viele Konzerte wie zuletzt die Reihe „Tage alter Musik“. Ich war in 14 von 17 Veranstaltungen.

Wie halten Sie sich fit?

Ich bin immer auf Achse. Es ist auch Veranlagung. Aber wenn man noch so fit ist, ist es ein Geschenk Gottes.

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