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Wahlkampf

Sie stehen zu Christian Plötz

Die letzten Argumente der Freien Wähler für den Wunschnachfolger der scheidenden Chamer Bürgermeisterin Karin Bucher.
Von Ernst Fischer

36 Jahre Freie Wähler im Chamer Rathaus: Altbürgermeister Leo Hackenspiel (li.) und Karin Bucher stellten sich beim Wahlkampf-Abschluss demonstrativ hinter ihren Wunsch-Nachfolger Christian Plötz.  Foto: Ernst Fischer
36 Jahre Freie Wähler im Chamer Rathaus: Altbürgermeister Leo Hackenspiel (li.) und Karin Bucher stellten sich beim Wahlkampf-Abschluss demonstrativ hinter ihren Wunsch-Nachfolger Christian Plötz. Foto: Ernst Fischer

Cham.Mittwochabend, 19 Uhr, in diesen Corona-Zeiten: Es sind handgezählt 22 Frauen und Männer, die zum Wahlkampf-Abschluss des Mannes gekommen sind, der Chamer Bürgermeister für die Freien Wähler werden will. 22 Leute? Und die meisten gehören zu den 24 FW-Stadtratskandidaten, die sich an diesem Abend auch noch ein letztes Mal zeigen wollen, bevor am Sonntag gewählt wird. Ja, sagt Christian Plötz, er war „schon am Überlegen, ob wir diese Veranstaltung absagen sollen wegen des Corona-Virus.“ Aber er habe es deshalb nicht getan: „Man kann ja nicht das öffentliche Leben komplett einstellen.“

Ein Schild hängt vorne an der Tür des Tagungsraumes im Randsbergerhof, wo die 22 Besucher leicht Platz haben. „Raum Lamberg“ steht drauf. „Das war extra so arrangiert“, sagt Karin Bucher und zwinkert mit den Augen. Der Lamberg ist der erklärte Lieblingsplatz, wo die amtierende Bürgermeisterin mal gern abschaltet vom Stress des Amtes, der sie auch zum Verzicht auf eine Wiederwahl bewegt hat.

Erfolgsbilanz und Zukunftspläne

An diesem Mittwochabend sagt Karin Bucher im Raum Lamberg: „Christian Plötz ist für mich der perfekte Nachfolger.“ Und zwar deswegen, weil sich der gelernte Verwaltungsfachwirt in Diensten der Stadt schon bestens bewährt habe.

„Christian Plötz ist für mich der perfekte Nachfolger.“

Karin Bucher

In jungen Jahren hat der heute 54-Jährige im Jahr 2001 die Landesgartenschau für Cham gemanagt. Und heute spricht Karin Bucher immer von „Wir“, wenn sie von der Zusammenarbeit mit ihrem Stadtkämmerer erzählt. „Wir haben eine Stadthalle gebaut und die Schulden auf unter acht Millionen gesenkt.“ Und: „Wir werden in der nächsten Wahlperiode vier neue Feuerwehrhäuser im Stadtgebiet bauen und ein neues Seniorenheim.“ Zwischenruf Plötz: „Und wir haben neun Millionen Rücklagen.“ Wie das geht? „Wir können das, weil wir immer handeln wie ein guter Kaufmann“, sagt Bucher: „Immer nur etwas machen, was man sich auch leisten kann.“ So sieht sie auch das Programm ihres Wunsch-Nachfolgers: „Christian Plötz hat im Wahlkampf nichts versprochen, was er nicht auch halten kann.“ Und: „Wenn ich sehe, welche Versprechen andere Kandidaten machen, dann müsste ich mich noch im Grab umdrehen.“ Noch ein Argument, das in Buchers Augen für Plötz spricht: Mit ihr und Vorgänger Leo Hackenspiel stehe das Chamer Rathaus nun seit 36 Jahren unter Führung der Freien Wähler. Das sei „eine Erfolgsgeschichte für Cham“. Die Kreisstadt sei „immer unabhängig gewesen gegenüber dem amtierenden Landrat“ und habe damit auch „ihre eigenen Ziele verfolgen können“.

Menschen

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Plötz: Mehr Raum für das Fahrrad

Der Kandidat listete noch einmal die Projekte auf, die er für die nächste Wahlperiode verspricht: Die Alternativen für das städtische Seniorenheim (Generalsanierung oder Neubau?) will er „emotionslos abarbeiten“ und bis nächstes Jahr entschieden sehen. Die Grundschul-Standorte in Windischbergerdorf, Chammünster und Untertraubenbach bleiben erhalten. In Cham werde eine neue Grundschule gebaut mit der „großen Chance, den Schulberg komplett neu zu überarbeiten“. Der Stadtbus soll im Halbstundentakt fahren und auch zu Zeiten, wenn die Menschen damit zur Arbeit kommen. Die Stadtbücherei soll zu einem „Treffpunkt für alle“ werden mit Cafeteria und Räumen für Vereine oder die Volkshochschule.

Wahlkampf-Worte

  • Karin Bucher:

    Bürgermeister einer Kreisstadt zu sein, ist etwas anderes als in einer 2000-Einwohner-Gemeinde. Da brauchst du Fachkenntnisse und Führungsqualitäten. Und das alles hat Christian Plötz. Deshalb ist er für mich der perfekte Nachfolger.“

  • Christian Plötz:

    Ich brauche keinen Leerstands- oder Klimaschutz-Manager. Der Manager bin ich selbst, ich brauche Indianer.“

Im Umfeld des Spitalplatzes sieht Plötz einen nächsten Schwerpunkt der Stadtentwicklung, um mehr „Wohlfühlatmosphäre“ im Stadtzentrum zu schaffen“. Dazu gehören nicht unbedingt mehr Parkplätze für Autos. Plötz denkt in andere Richtung: „Wir sollten dem Fahrrad mehr Raum geben.“

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