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Sind Siegerposen zeitgemäß?

Ein Kommentar von Martin Hladik

Wir sind es gewohnt, dass Kriegerdenkmäler heute eher nachdenklich machende, an das Leid erinnernde Denkmäler sind. Wie mit einem umgehen, das sehr eindeutig einen Sieger zeigt und die Heldenpose einnimmt? In einer Zeit, in der in den USA Denkmale aus den Bürgerkriegen gestürzt werden, keine rein akademische Frage. Warum also ein Denkmal, das an ein bayerisches Königreich, ein deutsches Kaiserreich und einen „erfolgreichen“ Krieg erinnert? Tut man sich da nicht schwer mit der jährlichen demokratischen Mahnung zum Frieden?

Vielleicht gerade deswegen nicht. Denkmale sollen Denkanstöße geben. Auch an längst Vergangenes. Allerdings muss man die Siegerpose hinterfragen. Denn gerade, weil wir diese mittlerweile ablehnen, erinnert uns das Rötzer Denkmal sehr gut daran, was die Folgen dieses Nationalismus ohne Bedenken waren: Zwei schreckliche Weltkriege, bei denen Versailles ein von allen Seiten missbrauchtes Symbol war. Das alles ist aber kein Grund, zum Bilderstürmer zu werden.

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