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Freizeit

Sinzinger Pfadfinder lagern wieder

Einmal im Jahr kommen über 100 Sinzinger nach Bad Kötzting, um hier ihr Lager aufzuschlagen – dieses Jahr an neuem Standort.
Von Stefan Weber

Über 100 Pfadfinder aus Sinzing haben derzeit bei Lehen ihr Lager aufgeschlagen. Foto: Michael Schwind
Über 100 Pfadfinder aus Sinzing haben derzeit bei Lehen ihr Lager aufgeschlagen. Foto: Michael Schwind

Bad Kötzting.Sie sind wieder da, und das schon fast zum 30. Mal – die Pfadfinder St. Georg aus Sinzing lagern wieder in Bad Kötzting. Naja, nicht mehr ganz. Genauer gesagt haben sie dieses Jahr, nachdem sie mehrere Male ihre Zelte auf einer Wiese in Ried aufgeschlagen hatten, nach Lehen bei Wimbach gewechselt.

Gut 125 Pfadfinder und die Frösche der Behindertengruppe der Caritas verbringen seit Samstag die ersten Ferientage hier. Am Freitag ist das Zeltlager dann auch schon wieder vorbei. Der Bad Kötztinger Clemens Pongratz ist einer der lagernden Pfadfinder. Er hat die Sinzinger Anfang der 1990er Jahre erstmals nach Kötzting gebracht und so sind sie immer wieder gekommen.

Wechsel für die Abwechslung

Thema: Dieses Jahr drehte sich bei den Pfadfindern alles um den afrikanischen Kontinent – von Orient bis Wüste, von Dschungel bis Savanne. Daran orientierte sich auch der komplette Aufbau des Lagers, der mit vielen Natur-Materialien und -Farben gestaltet wurde. Foto: Weber
Thema: Dieses Jahr drehte sich bei den Pfadfindern alles um den afrikanischen Kontinent – von Orient bis Wüste, von Dschungel bis Savanne. Daran orientierte sich auch der komplette Aufbau des Lagers, der mit vielen Natur-Materialien und -Farben gestaltet wurde. Foto: Weber

Der Standortwechsel sei notwendig geworden, um für die Jugendlichen, die schon öfters im jährlichen Zeltlager waren, eine Abwechslung zu bieten, erklärt Pongratz – und der Wechsel kommt an. Zwischen verschiedenen Spielen, Lager-Disco, Lagerfeuer und Sport bietet der nahe Fluss eine willkommene Abkühlung. Denn es ist sehr heiß in diesen Tagen, weshalb die Quelle, die die Pfadfinder mit Wasser versorgt, Mitte der Woche nicht mehr ausreicht, um die über 100 Personen mit dem Nass zu versorgen. Darum muss Wasser zusätzlich besorgt werden. Das finden die Pfadfinder gerade in diesem Jahr besonders schade, denn im Lager dreht sich in diesen Tagen alles um das Thema Nachhaltigkeit. Das Motto hatten die Lagerleiter Hannes Lemper, Christoph Herrmann, Patrick Rothaug, Sebastian Haubner und Lukas Großer bereits im Oktober beim einem Kreativ-Workshop im Pongratz’schen Stadl in Bad Kötzting festgelegt.

Zeltstadt: Bereits Mitte vergangener Woche begann der Aufbau der Zelte bei Lehen. Denn damit die rund 125 Pfadfinder bei ihrem Eintreffen am vergangenen Samstag auch ein Dach über dem Kopf hatten, mussten rund 30 ältere umfangreiche Vorarbeiten leisten. Foto: Weber
Zeltstadt: Bereits Mitte vergangener Woche begann der Aufbau der Zelte bei Lehen. Denn damit die rund 125 Pfadfinder bei ihrem Eintreffen am vergangenen Samstag auch ein Dach über dem Kopf hatten, mussten rund 30 ältere umfangreiche Vorarbeiten leisten. Foto: Weber

Dazu gehörte auch, dass etwa Brotaufstriche wie Marmelade in den vergangenen Monaten selbst hergestellt wurde. Der Dienstag stand mit verschiedenen Aktionen sogar ganz unter dem Motto Nachhaltigkeit – da war dann auch Kaffee Mangelware. Dafür machten sich die Pfadfinder – aufgeteilt in jüngere und ältere Gruppen – in mehreren Workshops beschäftigten sich die Pfadfinder mit allem, was zum Thema Nachhaltigkeit dazu gehört. So ging es etwa darum, wie zum Beispiel eine Jeans hergestellt wird und wie viele Länder der Stoff durchläuft, bis sie in Deutschland im Geschäft landet. Für die jüngeren wurde erklärt, wie der Treibhauseffekt funktioniert. „Davon haben viele zwar bereits gehört, wirklich wissen, was da passiert, tun aber die wenigsten“, erklärt Teresa Schwind. Sie ist eine der älteren Teilnehmer im Lager und betreut einen eigenen Workshop.

Das Thema Nachhaltigkeit passe perfekt zu den Pfadfindern und beschäftige sie ohnehin schon seit Jahren und wirke sich auf das Leben im Lager schon länger aus. So komme das Gemüse nicht mehr aus dem Supermarkt, sondern werde – ebenso wie die Milch – von regionalen Landwirten besorgt. So werden täglich alleine rund 30 Milchtüten gespart, also viel Müll vermieden. Wasser kommt auch nicht mehr aus Flaschen, sondern (wenn es gerade eben nicht zu trocken ist) aus einer Quelle.

Afrika stand im Mittelpunkt

Nachhaltigkeit: Bei den Pfadfindern steht Nachhaltigkeit ohnehin hoch im Kurs – im Zeltlager beschäftigten sie sich dieses Jahr aber noch ein wenig intensiver als sonst damit. Die Milch wurde vom Bauern geholt, Marmelade und Brotaufstriche etwa selbst gemacht. Foto: Weber
Nachhaltigkeit: Bei den Pfadfindern steht Nachhaltigkeit ohnehin hoch im Kurs – im Zeltlager beschäftigten sie sich dieses Jahr aber noch ein wenig intensiver als sonst damit. Die Milch wurde vom Bauern geholt, Marmelade und Brotaufstriche etwa selbst gemacht. Foto: Weber

Zusätzlich zum Motto geben sich die Pfadfinder auch jedes Jahr ein Überthema für das Lager vor. In diesem Jahr lag der Focus mit „Hakuna Matata“ auf Afrika. Daran angelehnt waren etwa auch alle Bauten im Lager: An der Brücke über dem Durchgang zum Fluss baumelt ein Affe aus Holz, die Lagerfahne hängt an einer hözlernen Giraffe – alles natürlich bemalt mit Naturfarben. Alte T-Shirts werden mit Batik-Technik wieder wie neu, alte Isomatten zu Sitzgelegenheiten umfunktioniert.

Wissen: Spiel und Spaß gehören zum Zeltlager natürlich dazu – aber es wurde auch einiges an Wissen rund um das Thema Nachhaltigkeit vermittelt. Mit verschiedenen Workshops und Aktionen machten die Pfadfinder darauf aufmerksam, wie Ressourcen gespart werden können. Foto: Weber
Wissen: Spiel und Spaß gehören zum Zeltlager natürlich dazu – aber es wurde auch einiges an Wissen rund um das Thema Nachhaltigkeit vermittelt. Mit verschiedenen Workshops und Aktionen machten die Pfadfinder darauf aufmerksam, wie Ressourcen gespart werden können. Foto: Weber

Auch wenn viel Lehrreiches dabei war – der Spaß kam selbstverständlich auch nicht zu kurz. Die Nachmittage waren oft auch einfach zu heiß, der Fluss zu verlockend. Damit während der Abkühlung niemanden etwas zustoßen konnte, hatte die Wasserwacht Bad Kötzting einmal mehr einen dauerhaften Dienst am Lagerplatz eingerichtet. Am Ende der Woche wurde außerdem noch afrikanisch gekocht und eine Jury bewertete, wer am besten gekocht hatte. Am morgigen Freitag war dann alles wieder vorbei und die Pfadfinder zogen wieder ab – bis zum nächsten Jahr, denn sie werden sicher wieder nach Bad Kötzting kommen und hier ihre Zelte aufschlagen.

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