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Verein

So feierte die Feuerwehr Engelshütt

Die Feuerwehr erbrachte enorme Eigenleistungen für Gerätehausneubau. Schlüsselübergabe und Inbetriebnahme wurden gefeiert.

Ein imposanter Festzug zum Jubiläum Foto: Maria Frisch
Ein imposanter Festzug zum Jubiläum Foto: Maria Frisch

Lam.Die dreitägige Festivität der FFW Engelshütt zur Gerätehauseinweihung und zum Jubiläum 40 Jahre Jugendfeuerwehr erlebte am Sonntag seinen fulminanten Höhepunkt mit dem Festgottesdienst und einem Festzug am Nachmittag. Bereits beim glanzvollen Kirchenzug bei herrlichem Wetter war die Freude der Engelshütter über ihre neue Errungenschaft spürbar.

Der Auftakt der Messfeier war den Rittsteiger Sängern vorbehalten, die eine passende musikalische Umrahmung beisteuerten. Pfarrer Trummer begrüßte die Gäste aus der Politik und der Feuerwehr-Führung sowie die einheimische Bevölkerung. Als „Lesung“ trug Lektor Willi Zitzl die Schöpfungsgeschichte von Feuerwehrmann und -frau vor. Demnach machte Gott bereits am 6. Tag Überstunden, weil er so viele gute Charaktereigenschaften in seinen Prototypen packen musste. Zuletzt baute er eine riesige Portion Kameradschaft und ein Überlaufventil für Freude, Enttäuschung und Schmerz ein, damit das Modell auch funktionierte. Als er zufrieden war, hauchte Gott dem genialen Werk den Atem ein.

Barmherzige Samariter

Der Festverein, die FFW Engelshütt, beim Umzug am Nachmittag.  Foto: Maria Frisch
Der Festverein, die FFW Engelshütt, beim Umzug am Nachmittag. Foto: Maria Frisch

Die Feuerwehr schlüpfe ganz automatisch in die Rolle und Aufgabe des barmherzigen Samariters, fand der Priester nach dem Vortrag des Lukasevangeliums. Unzählige Männer und seit Jahren auch Frauen haben diesen Auftrag Jesu Christi in den Dörfern und Städten übernommen und fördern damit ein karitatives, soziales Miteinander. „Die Bürger können beruhigter schlafen, wenn sie eine schlagkräftige, einsatzbereite Wehr in der Ortschaft haben“, so der Geistliche. Nach dem Segensgebet besprengte der Priester die Räumlichkeiten mit Weihwasser und mit Weihrauch.

Stimmung

Ein Festauftakt nach Maß in Engelshütt

Die Engelshütter Feuerwehr feierte ihre Jugendwehr und das neue Gerätehaus. Von den Rednern gab es viele lobende Worte.

Offizielle Übergabe von Schlüssel und Transponder Foto: Maria Frisch
Offizielle Übergabe von Schlüssel und Transponder Foto: Maria Frisch

„Die FFW Engelshütt kann mit Stolz auf den Neubau und den sanierten Altbau blicken. Beides ist zu einem Schmuckstück und Mittelpunkt des Dorfes geworden“, so Vorsitzender Richard Liebl. Auf Tradition, Pflichterfüllung und Zusammenhalt bauend, haben die Mitglieder der Wehr mit ehrenamtlichen Helfern aus den Dorfgemeinschaften Engelshütt, Frahels und Buchetbühl in über 6 000 Arbeitsstunden und circa 30 000 Euro Eigenleistung einen maßgeschneiderten Zweckbau errichtet. Er nutzte die Gelegenheit, sich als Vorsitzender im Namen aller Mitglieder zu bedanken, insbesondere bei den Personen und Firmen, die am Bau beteiligt waren, sowie bei allen Spendern, Förderern und Gönnern der Wehr für die großartige Unterstützung.

Die Baugeschichte

  • Anfang:

    Im Januar 2013 wurde der Wunsch an den Marktgemeinderat herangetragen, zeitgemäße Räumlichkeiten für die FFW Engelshütt zu schaffen. Verschiedenes konnte am alten Stellplatz nicht mehr verwirklicht werden. Gespräche bei der Regierung führten schließlich zu einer Förderung für den Stellplatz.

  • Arbeiten:

    Nach der Vorplanung des Architekten Ludwig Pongratz wurde 2015 der Bauantrag gestellt. In den Wintermonaten 2015/ 16 wurde ausgeräumt, so dass danach mit den Abbrucharbeiten begonnen werden konnte. „Dann ist das Haus Woche für Woche gewachsen“, erinnerte sich der Bürgermeister.

  • Leistungen:

    Mit großem Engagement und vielen Stunden Eigenleistung entstand schließlich der zweckmäßige Anbau ans Feuerwehrgerätehaus. Die Kameraden belohnten sich dafür mit dem Umzug des Feuerwehrautos und der gesamten Einrichtung. Dann wurden im Altbau nochmals die Ärmel hochgekrempelt.

Im Herzen von Engelshütt

Der Spielmannszug Ansdorf-Simpering und Blaskapellen im Festumzug.  Foto: Maria Frisch
Der Spielmannszug Ansdorf-Simpering und Blaskapellen im Festumzug. Foto: Maria Frisch

Bürgermeister Paul Roßberger freute sich ungemein, dass es im Ort Menschen gebe, die sich der Kinder und Jugendlichen annehmen. Das Feuerwehrgerätehaus am Dorfanger stehe schon seit jeher im Herzen von Engelshütt und könnte sicher etliche Geschichten aus der Vergangenheit erzählen. „Jetzt ist mit dem Um- und Neubau ein weiteres Erfolgskapitel hinzugekommen“, machte der Redner bewusst. Die Altbausanierung ging fast komplett in Eigenregie und auf Kosten der Feuerwehr Engelshütt vonstatten.

„Wer unsere Heimat verstehen will, der muss in solchen Momenten wie diesen dabei sein.“

Franz Löffler, Landrat

„Deshalb ist das komplette Bauwerk jetzt ein prächtiger Hingucker im Herzen von Engelshütt und wird uns in den nächsten Jahrzehnten optimal dienen“, war sich der Rathauschef sicher. Für dieses ehrenamtliche Engagement sprach er Dank und Anerkennung aus, insbesondere an Planer, Fachstellen, Baufirmen, Handwerker, Spender und Gönner. Nur durch das Ineinandergreifen der einzelnen Zahnräder und die Zusammenarbeit aller Beteiligten sei es gelungen, dass der Bau reibungslos fertiggestellt werden konnte. Mit den Worten „wie der Prior, so das Kloster“, hob Roßberger die beiden Motoren Otto Aschenbrenner und Christoph Seidl hervor. Der Bürgermeister händigte an die beiden Kommandanten Attrappen für Schlüssel und Transponder aus.

Die Fahne Foto: Maria Frisch
Die Fahne Foto: Maria Frisch

„Wer unsere Heimat verstehen will, der muss in solchen Momenten wie diesen dabei sein“, ging Landrat Franz Löffler das Herz auf. Die FFW genieße einen hohen Stellenwert und sei in der Gesellschaft fest verankert. Er habe die Mannschaft erlebt, als sie mitten im Rohbau mit Eifer werkelten. „Da spürt man als Landrat, dass es die Menschen ernst meinen“, war er beeindruckt. Die Wehren seien der Garant dafür, dass es um die Sicherheit des Landkreises gut bestellt sei. Die Aufgaben werden vielfältiger und deshalb müsse man zusehen, dem Trend standhalten zu können. „Wenn wir keine Leute hätten, die die Technik umsetzen, würde das beste Gerät nicht funktionieren“, konstatierte Löffler. Die Feuerwehren legen darüber hinaus Hand an und investieren Geld. Der Betrag, den alle Feuerwehren im Jahr über die Vereinskassen in den Feuerwehrdienst stecken, beläuft sich auf landkreisweit 700 000 bis 800 000 Euro. Er ziehe vor der Leistung den Hut und überreichte eine Spende an Richard Liebl.

KBR Michael Stahl sagte seinerseits Vergelts Gott für eine Marktgemeinde, die hinter den Feuerwehren steht. Im letzten Jahrzehnt sei in Lam viel investiert worden. „Wir können nicht in die Zukunft schauen, aber uns darauf vorbereiten“, so der KBR. Die Jugendfeuerwehr ist eine der ältesten im Inspektionsbereich. (kli)

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