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Ausbildung

So finden Schüler ihren Beruf

Für Realschüler kann es nach der neunten Klasse ganz schnell gehen. Doch wie geht es für sie nach dem Schulabschluss weiter?

Ina Krause, Kerstin Kern, Sabine Schmid und Jürgen Ziereis zeichnen für die Organisation verantwortlich.  Foto: Realschule
Ina Krause, Kerstin Kern, Sabine Schmid und Jürgen Ziereis zeichnen für die Organisation verantwortlich. Foto: Realschule

Bad Kötzting.Es ist eine spannende Zeit, in der sich die Neuntklässler der Realschule der Pfingstrittstadt gerade befinden. Denn in diesem Schuljahr werden die Weichen gestellt, wie es nach dem Realschulabschluss weitergeht. Besuch einer weiterführenden Schule oder Ausbildung? Und welche Ausbildung? Was gefällt mir, was kann ich? Viele Fragen, die sich die Schülerinnen und Schüler dazu stellen und darauf eine Antwort finden müssen.

Um dabei zu helfen, hat die Schule einen Fahrplan erstellt, der viele Aktionen umfasst und sich übers ganze Schuljahr erstreckt. Von Messebesuchen über Berufsorientierung mit der Berufsberatung bis zum Bewerbungstraining. Ein zentraler Baustein dieses Fahrplans ist der Berufswahltag am 22. Januar, der in diesem Schuljahr zum sechsten Mal angeboten wird. Ein ganzer Vormittag im Zeichen der Berufswahl.

16 Arbeitgeber stellen sich vor

16 Ausbildungsbetriebe und Berufsfachschulen kommen an die Schule, um die Schüler über ihr Ausbildungsangebot zu informieren. Die Planungen für diesen Aktionstag sind inzwischen abgeschlossen, so Schulleiterin Sabine Schmid, Beratungsrektorin Ina Krause, ihre Lehrerkollegin Kerstin Kern und Berufsberater Jürgen Ziereis vom Organisations-Team. „Ich hoffe, dass ich mich über viele verschiedene Berufe informieren und viel fragen kann“, sagt Isabell Heigl aus der 9c.

Ihre Mitschülerin Janaina Ketterl, die sich vor allem für technische Berufe interessiert, sieht es ähnlich: „Ich möchte mal generell wissen, welche Berufe es gibt, und ob den Leuten, die das vorstellen, ihr Beruf auch Spaß macht.“ Denn darum geht es letztlich: Einen Beruf zu finden, der Freude macht. Angesichts der Vielfalt an Ausbildungsberufen freilich eine schwierige Aufgabe, weiß auch Anna Klauer aus der 9c: „Ich bin noch unentschlossen und würde mich freuen, wenn ich Berufe kennenlerne, die mich vielleicht interessieren könnten.“ Auch Schüler, die schon wissen, in welche Richtung es gehen soll, setzen auf den Berufswahltag.

So wie Michael Brandl aus der 9b, der sich der Kfz-Branche annähern möchte: „Mir ist wichtig, viele Informationen und einen genaueren Einblick zu bekommen, damit ich mir mehr darunter vorstellen kann.“ Viele Ideen hat derzeit noch sein Mitschüler Tobias Koller, der hofft, dass er seine Vorstellungen nach dem Aktionstag und den anstehenden Praktika auf „zwei bis drei Berufe eingrenzen kann. Ich erwarte mir, dass ich hinterher Eindrücke von den verschiedenen Firmen habe, die mich interessieren, und ich dann weiß, in welche Richtung ich gehen möchte.“

Erwartungen der Betriebe

  • Beate Schock, Einstellungsberaterin Polizei:

    „Auch wenn die Schüler teilweise noch zu jung sind, um in den Polizeidienst einsteigen zu können, sollte das Interesse geweckt werden. Von den Bewerbern erwarten wir, dass sie sich schon einmal Gedanken machen, ob sie für diesen Beruf geeignet sind, und dann im Zeitalter der Online Bewerbungen trotzdem Kontakt zu uns suchen, um Zweifel hinsichtlich körperlicher oder schulischer Voraussetzungen aus den Weg räumen zu können.“

  • „Wir freuen uns auf einen interessanten Dialog mit den Schülerinnen und Schülern und hoffen, dass wir mit unserer Berufsvorstellung einen Beitrag zur erfolgreichen Berufsorientierung leisten können.“

  • Markus Graßl, Ausbildungsleiter Dorst Technologies:

    „Im mittelständischem familiärem Umfeld unserer Firma wird mit einer Ausbildungsquote von ca. 20% in der Zukunft auf die selbst ausgebildeten Fachkräfte gesetzt. Das hauseigene Ausbildungszentrum rundet die Ausbildung ab – Interesse an technischen Zusammenhängen ist Voraussetzung.“

Basis für die Planung dieses Vormittags war eine Umfrage unter allen Schülern, um zu wissen, welche Berufe in diesem Jahrgang besonders gefragt sind, erläutern Ina Krause und Jürgen Ziereis vom Orga-Team. Denn die Favoriten seien nicht jedes Jahr zwangsläufig dieselben, und so werde das Format stets angepasst und weiterentwickelt. Schulleiterin Sabine Schmid ist es ein Anliegen, „den Fächer aufzuziehen“ und nicht nur die meistgenannten Berufe wie Bauzeichner, Mechatroniker, Industriekauffrau oder Polizist zu präsentieren, sondern den Blick über den Tellerrand zu richten, um vielleicht gerade in einem Nischenberuf die Erfüllung zu finden.

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Die Installation einer solchen „Nischenschiene“, in der Berufe wie Hörakustiker, Augenoptiker, Land- und Forstwirt oder PTA eine Plattform erhalten, sei die wesentlichste Neuerung im Vergleich zu den Vorjahren, so die Organisatoren, die Wert darauf legen, die ganze Bandbreite an Berufen abzubilden. Auch die teilnehmenden Betriebe wollen in Zeiten des Azubi-Mangels kräftig die Werbetrommel rühren, um den Schülern Lust auf die Ausbildung zu machen. „Wir freuen uns darauf, Schülerinnen und Schüler kennenzulernen, die die Elektronikfertigung genauso faszinierend finden wie wir“, sagt etwa Thomas Wiederer von der Zollner Elektronik AG in Zandt.

Das erwarten die Ausbilder

Personalleiterin Sonja Schmelmer vom Hotel Bayerwaldhof in Liebenstein hofft, dass sie den Jugendlichen die Berufe in der Gastronomie schmackhaft machen kann: „Von diesem Tag erwarten wir uns Schüler mit wirklichem Interesse für diesen Berufszweig, die Leidenschaft, Ehrgeiz und den Mut mitbringen, andere Wege zu gehen.“ Als Vertreterinnen der „Nischenschiene“ äußern sich Manuela Gülden und Elisabeth Steidl von Brillen und Hörgeräte Iglhaut in Cham: „Wir möchten zeigen, wie abwechslungsreich die Berufe des Augenoptikers und des Hörakustikers sind, für die handwerkliches Geschick genauso wichtig ist wie das Interesse an Technik und Freude am Umgang mit Kunden.“

Auf viel Zuspruch für den Erzieherberuf hofft Andrea Feitz, Leiterin der Fachakademie für Sozialpädagogik in Zwiesel: „Denn so viele echte Likes wie in einem sozialen Beruf gibt’s nirgends!“ Und „nirgendwo sonst eine so enge Verbindung zwischen Natur, Mensch, Technik und Wirtschaft“, wirbt Albert Feldkircher, Bildungsberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, für die „grünen Berufe“. Die Kernbotschaft des Berufswahltags spricht Sindy Nguyen Minh aus, Ausbilderin bei der Unternehmensgruppe Staudinger in Bad Kötzting: „Wir freuen uns auf einen interessanten Dialog und hoffen, dass wir mit unserer Berufsvorstellung einen Beitrag zur erfolgreichen Berufsorientierung leisten können.“

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