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So helfen Wehren in Zeiten von Corona

Unfälle und Brände gibt es auch in Krisenzeiten. Das macht die Hilfe für Bad Kötztings Wehren nicht einfacher, doch es geht.

Schwere Geräte müssen oftmals im Team bewegt werden, weshalb der Eigenschutz bei der Feuerwehr hoch angesiedelt ist.
Schwere Geräte müssen oftmals im Team bewegt werden, weshalb der Eigenschutz bei der Feuerwehr hoch angesiedelt ist.

Bad Kötzting.Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie gehen in die siebte Woche. Für die Freiwilligen Feuerwehren heißt es aber dennoch, den Einsatzdienst in gleicher Weise aufrechtzuerhalten. Dass das gelingt, zeigt auch ein Blick auf die Feuerwehren der Stadt Bad Kötzting. Nur der Übungs- und Ausbildungsdienst ruht seit Beginn der Einschränkungen durch das neuartigen Coronavirus.

Michael Weiß, Kommandant der Stadtfeuerwehr und federführend zuständig für acht weitere Feuerwehren im Stadtgebiet, zieht nach fast zwei Monaten eine positive Bilanz unter die Arbeit mit Einschränkungen in Verbindung mit dem Virus: „Wir haben bereits am 13. März die im Rahmen des regulären Übungsturnus’, der bei der Feuerwehr Bad Kötzting jeden zweiten und vierten Freitag im Monat angesetzt ist, geplante Einsatzübung abgesagt“, sagt er im Gespräch mit unserem Medienhaus. Zeitgleich seien im Feuerwehrzentrum erste Desinfektionsschritte eingeleitet worden, die mit Beginn des Katastrophenfalles am 16.März in Bayern auch innerhalb der Feuerwehr Bad Kötzting weiter verfeinert worden seien.

Oberstes Ziel: Bereit bleiben

„Unser oberstes Ziel muss die Einhaltung der Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehr sein“, so Michael Weiß, der zusammen mit seinem Stellvertreter Korbinian Richter und Atemschutzgerätewart Hans Fischer deshalb weitere Schritte eingeleitet hat. So seien in den Fahrzeugen mittlerweile überall Mundschutz und Einmalschutzhandschuhe verteilt worden, die die Mannschaft im Einsatzfall schützen sollen. Zudem sei darauf hingewiesen worden, Schutzbrillen, die eigentlich für den Einsatz im Technischen Hilfeleistungsbereich vorgesehen wären, nunmehr bei jedem Einsatz zu tragen.

Sicherheit

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Um eine mögliche Übertragungskette noch weiter einschränken zu können, würden nach jedem Einsatz die Lenkräder und Fahrzeuggriffe desinfiziert. „Wir haben diese Schutzmaßnahmen bisher gut umsetzen können“, so der Kommandant. Das sei gerade im Einsatz zum einen wichtig und zum anderen nicht ganz einfach: Gerade im Umgang mit schweren Gerätschaften wie Drucklüftern oder Stromerzeugern müssten immer mehrere Aktive nahe zusammenarbeiten, was das Einhalten des Mindestabstandes von anderthalb bis zwei Meter unmöglich mache.

Bislang keine Einschränkungen

Gerade deswegen zeigt sich der Kommandant froh darüber, dass es bislang dadurch zu keinen Einschränkungen bei der Hilfe gekommen sei. Als Beispiel nennt Weiß einen Einsatz Mitte April. Die Kötztinger Kräfte hatten mehrere Einsätze, darunter eine intensive Rauchentwicklung in einer Wohnung, abzuarbeiten. Zu Einsätzen wie etwa Türöffnungen oder der Rettung von Person im Aufzug wird das Team der Fahrzeugbesatzung, so zum Beispiel auf dem Rüstwagen, von üblich drei Aktiven auf nunmehr zwei reduziert.

Neben der Aufrechterhaltung des Einsatzdienstes gilt es auch, die Gerätschaften und Fahrzeuge regelmäßig zu warten oder Bewegungsfahrten damit zu absolvieren. Das sei nicht zuletzt deshalb wichtig, um die Geräte sicher und uneingeschränkt bei Einsätzen jederzeit verwenden zu können.

„Wir haben diese Schutzmaßnahmen bisher gut umsetzen können.“

Michael Weiss, Kommandant FF Bad Kötzting

Um den Vorgaben des kommunalen Unfallversicherungsverbands oder den Herstellervorgaben zu entsprechen, hat die Kreisbrandinspektion an alle Feuerwehren im Landkreis eine Handlungsempfehlung übersandt. So könnten etwa die Bewegungsfahrten auf die Hälfte reduziert oder Feuerlöschkreiselpumpen ausnahmsweise nur im Trockenbetrieb in Betrieb genommen werden, wie es Richard Richter in seiner Funktion als fachbezogener Kreisbrandmeister zusammenfasst. „Diese Vorgabe kann auch in der Feuerwehr Bad Kötzting umgesetzt werden“, so Michael Weiß.

Von den Streichungen im Übungsbetrieb ist auch der bei der Feuerwehr Bad Kötzting angesiedelte Schlauchwagenzug betroffen. Mit Jahresbeginn ist die Sondereinheit bei jedem größeren Brandereignis im Erstalarm mit eingebunden und deckt die Inspektionsbereiche Bad Kötzting und Furth im Wald/Hohenbogenwinkel mit dem Schlauchwagen als Sonderfahrzeug ab. Zugführer Florian Heigl hatte deshalb für den Schlauchwagenzug größere Übungen im Inspektionsbereich Bad Kötzting zur Vertiefung der bisherigen Erfahrungen und im Bereich Furth im Wald erstmals mit den dafür in diesem Bereich vorgesehenen Feuerwehren geplant. „Auch die wurden gestrichen und sind bis auf weiteres ausgesetzt“, so der Kreisbrandmeister weiter mit Blick auf die Einschränkungen in Corona-Zeiten.

Veränderungen statt Übung

  • Hallenfest:

    Die Zeit des eingeschränkten Übungsbetriebs in diesen Tagen hat die Freiwillige Feuerwehr Bad Kötzting, die ihr Hallenfest am 23. Mai schon abgesagt hat, genutzt, und sie für die Neugestaltung der Internetseite verwendet.

  • Adresse:

    Unter www.feuerwehr-bad-koetzting.de kann sich der Besucher umgehend einen schnellen Überblick über die Arbeit der aktiven Mannschaft, des Spielmannszuges, aber auch des Feuerwehrvereines verschaffen.

  • Angebot:

    Dem Interessenten bietet sich mit einer neuen Seitengestaltung endgeräteunabhängig mit PC, Tablet oder Smartphone die Möglichkeit, einen Blick auf die Ansprechpartner oder Geräteausstattung zu werfen oder auf die Historie der Feuerwehr Bad Kötzting oder die Entwicklung, und man kann einen Eindruck vom Musikstil des musikalischen Botschafters der Stadt sowie von der Feuerwehr Bad Kötzting und vom Spielmannszug bekommen. (kht)

In dieser Funktion versorgt Florian Heigl die Feuerwehren aber auch in diesen Tagen immer wieder mit digitalen Schulungsunterlagen, um so zumindest eine gewisse Ausbildung zu gewährleisten „Wir müssen sicherstellen, dass der Ausbildungsbetrieb einigermaßen gesichert ist, auch wenn keine Übungen möglich sind“, so die Intention der Kreisbrandinspektion mit Blick auf diesen Weg, den die Feuerwehren eingeschlagen haben, um weiter tatkräftig helfen zu können, wenn sie alarmiert werden. (kht)

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