MyMz
Anzeige

Tradition

So kam es zur Streicherröhren-Wallfahrt

In guten wie in schlechten Zeiten wallfahrten die Loibling-Katzbacher an Mariä Himmelfahrt nach Streicherröhren.
Von Georg Fleischmann

In diesem kleinen Haus dicht am Regenufer wohnte die „Platzer Marie“, die ein Stück Loiblinger Dorfgeschichte verkörperte. Sie starb 1986 im Alter von 73 Jahren. Fotos Georg Fleischmann, Archiv
In diesem kleinen Haus dicht am Regenufer wohnte die „Platzer Marie“, die ein Stück Loiblinger Dorfgeschichte verkörperte. Sie starb 1986 im Alter von 73 Jahren. Fotos Georg Fleischmann, Archiv

Cham.Alle Jahre wieder am Frauentag, dem 15. August, auch Kräutertag genannt, wird es in den frühen Morgenstunden etwas unruhig in Loibling. Die Dorfbewohner und darüber hinaus bereiten sich auf eine Wallfahrt vor, die ihren Ursprung weit in der Vergangenheit hat und bis heute kaum unterbrochen worden ist. Es ist die Wallfahrt nach Streicherröhren.

Zusammen mit vielen Pilgern aus den benachbarten Pfarrdörfern gehen die Gläubigen zur Muttergottes in der kleinen Kapelle dort. Das ganze Jahr über zieht es Menschen dorthin – begleitet von Sorgen und Bitten, aber auch von Dank und Freude. Es sind oft schwere Anliegen, mit denen sich die Gläubigen auf den Weg nach Streicherröhren machen, um sich durch Gebet wieder Kraft im Glauben zu holen.

Die Loiblinger haben zu dieser Wallfahrtsstätte schon eine alte Verbindung. Die Älteren erinnern sich noch an die Zeit vor dem 2. Weltkrieg, in der sie als kleine Kinder dabei waren, als man sich betend auf den Weg nach Streicherröhren machte und um langersehnten Regen oder um schönes Wetter betete. Während des Krieges wurde für die Soldaten gebetet – und dass der Krieg bald vorbei sein möge.

1973 wurde Wallfahrt neu belebt

Marie Platzer vor ihrem alten Backofen, der ihr „Heiligtum“ war
Marie Platzer vor ihrem alten Backofen, der ihr „Heiligtum“ war

Initiatorin dieser Wallfahrten war damals die Marie Platzer, die ihr kleines Häuschen dicht am Regenufer hatte. Die „Platzer Marie“ war auch immer die Vorbeterin, begleitet von Kathl Schmaderer. Auch nach dem 2. Weltkrieg wurde die kleine Wallfahrt aufrechterhalten. Dann kam das Jahr 1973 und mit ihm das 100-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Loibling-Katzbach, das die Wallfahrt unvermutet neu beleben sollte.

Fusswallfahrt

  • Initiatoren:

    Marie Platzer/Feuerwehr Loibling-Katzbach

  • Donnerstag, 15. August:

    7.30 Uhr Abmarsch der der FFW Loibling-Katzbach bei der Kapelle in Loibling

  • Programm:

    10 Uhr Festgottesdienst in Streicherröhren mit Prälat Bernhard Piendl; 14 Uhr Prozession von Untertraubenbach nach Streicherröhren, dort um 14.30 Uhr Marienandacht mit Predigt

Wie es halt so ist bei den Vorbereitungen von großen Festlichkeiten, erhofften sich die Veranstalter schönes Wetter zum Jubiläum, wovon auch der ganze Erfolg abhing. Sie versprachen also eine Wallfahrt nach Streicherröhren, wenn es mit dem Wetter gut gehe. Und diese Bitte wurde erhört. Dem Hundertjährigen war ein Supperwetter beschert, und die Feuerwehrler standen nun in der Schuld. Voller Dankbarkeit pilgerten die Männer am nächsten Frauentag nach Streicherröhren, nicht nur einmal, sondern aus tiefer Dankbarkeit Jahr für Jahr.

Geschichte

Für diesen Honig wanderten die Imker

Wenn das Heidekraut an den Bahngleisen bei Neubäu zu blühen begann, gingen die Chamer Imker mit ihren Bienen auf Reisen.

Loibling-Katzbach hält das Versprechen

Doch einmal hatte es im Wirtshaus eine kleine Unstimmigkeit über die Wallfahrt gegeben. Sepp Stelzer, dem das damalige Versprechen noch heilig war, hatte dazu spaßhalber gemeint: „I geh, wenn a barfuß.“ Und wahrlich, der Sepp war in diesem Jahr den Weg ab Loiblinger Kapelle barfuß gegangen. Doch „witzige“ Kameraden hatten einen verwerflichen Plan ausgeheckt. Sie hatten Reißnägel entlang des Pilgerweges gelegt, nicht einzeln, sondern in kleinen Häufchen, in die der Pilger Sepp treten sollte. Doch dieser hatte rechtzeitig von dem Plan gehört und war mit jedem Schritt dem Unheil ausgewichen. Nicht ein einziges Mal, so heißt es, war er mit der Fußsohle in einen Nagel getreten.

Dieser „Zwischenfall“ war jedoch mit großem Humor aufgenommen worden. Und so pilgern auch heute noch, Jahr für Jahr, die Feuerwehrler von Loibling-Katzbach am Frauentag andächtig nach Streicherröhren – auch heuer wieder.

Geschichte

Fahrräder erlösten die armen Schulkinder

Der vier Kilometer lange Schulweg für die Birnbrunner Kinder nach Harrling war eine Tortur. Die 60er brachten Erleichterung.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht