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Bevölkerung

So viele Nationen leben in Waldmünchen

Jeder 16. Einwohner hat ausländische Wurzeln. Spitzenreiter sind Bürger aus Tschechien – es gibt aber auch Staatenlose.
Von Ingrid Milutinovic

412 Einwohner in Waldmünchen haben ausländische Wurzeln. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa
412 Einwohner in Waldmünchen haben ausländische Wurzeln. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa

Waldmünchen. Ein Schelm, der hier Absicht unterstellt – die Zahl der in Waldmünchen zum 31. Dezember 2018 gemeldeten Personen ist im Vergleich zum Vorjahr exakt dieselbe, nämlich 6757 Einwohner. Das bedeutet: Geburten und Sterbefälle, Zuzüge und Fortzüge halten sich die Waage.

Ungefähr jeder 16. Waldmünchener, nämlich 421 Einwohner, hat inzwischen ausländische Wurzeln. Bunt gemischt – eben multikulti – ist diese Gruppe. Auch diese Zahlen werden auf dem Standesamt im Rathaus erfasst. Dieses ist Teil des Ordnungsamtes, dessen Leiter Michael Graßl den genauen Überblick hat. Direkt rechts neben dem Eingang zum Rathaus ist die Abteilung angesiedelt. Jede Änderung – egal ab Geburt, Todesfall oder auch Zuzug muss hier angezeigt werden.

Heimat für viele Nationen

Gleich rechts neben dem Eingang zum Rathaus befindet sich das Ordnungsamt - das Standesamt ist ein Teil davon.
Gleich rechts neben dem Eingang zum Rathaus befindet sich das Ordnungsamt - das Standesamt ist ein Teil davon.

Auf Tschechen – hier haben 112 Personen (42 Männer und 70 Frauen) ihren Wohnsitz in Waldmünchen – folgen Syrer mit 54 Personen (30 Männer und 24 Frauen). Auch Polen sind mit 43 Personen (19 Männer und 24 Frauen) noch verhältnismäßig stark vertreten. Ebenfalls gemeldet waren zum Jahresende 2018 Personen aus dem Irak, Eritrea, Rumänien, Italien, Kroatien, Afghanistan, Ukraine, Österreich, Slowakei, Ungarn, Lettland, Somalia, Kosovo, Niederlande, Schweiz, Mazedonien, Guinea, Russischen Föderation, Serbien, Äthiopien, Iran, Republik Moldau, Türkei, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Georgien, Libanon, Senegal, Slowenien und Vietnam.

Aus Albanien, Benin, Gambia, Ghana, Indien, Japan, Kasachstan, Kolumbien, Kuba, Montenegro, Nigeria, Spanien, dem Vereinigtes Königreich und der Zentralafrikanischen Republik kommt jeweils ein Waldmünchener. Und auch das sagt die Statistik: Zwei Staatenlose und zwei Personen, deren Staatsangehörigkeit noch nicht geklärt ist sind hier aufgeführt.

Die Bevölkerung in Zahlen

  • Die Daten:

    Die Einwohnerzahl zum 31.12.2018 betrug wie 2017 exakt 6757.

  • Herkunft:

    Ausländische Wurzeln hatten 421 Einwohner. Im einzelnen: Tschechien: 112 Personen (42 Männer und 70 Frauen); Syrien: 54 Person; Polen: 43 Personen; Irak: 22 Personen; aus Eritrea stammen 21 Männer. Außerdem stammen 14 Personen aus Rumänien, 14 aus Italien, elf kommen aus Kroatien und weitere zehn aus Afghanistan.

  • Weitere Herkunftsländer:

    Ukraine, Österreich, Slowakei, Ungarn, Lettland, Somalia, Kosovo, Niederlande, Schweiz, Mazedonien, Guinea, Russische Föderation, Serbien, Äthiopien, Iran, Republik Moldau, Türkei, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Georgien, Libanon, Senegal. Slowenien, Vietnam. Aus einigen weiteren Ländern stammt jeweils eine Person. Zwei Personen sind staatenlos. Bei zwei weiteren ist die Staatsangehörigkeit noch ungeklärt.

So unterschiedlich wie die Herkunftsländer, so unterschiedlich sind auch die jeweiligen Kulturen. Davon hat Waldmünchen in den vergangenen Jahren bereits oft profitiert. Viele Veranstaltungen wie zum Beispiel im Mehrgenerationenhaus haben sie mit zusätzlichen Eindrücken bereichert Auch Veranstaltungen speziell von oder für diese Personengruppe zeugen von Integration. Und auch das Stadtbild ist bunter geworden.

Integrationsfaktor Trenckspiel

Michael Graßl ist Leiter des Ordnungsamt und kennt die Statistikzahlen.
Michael Graßl ist Leiter des Ordnungsamt und kennt die Statistikzahlen.

Beim Kultursommer auf dem Marktplatz haben sich oft wunderbare Gespräche entwickelt, von denen jeder daran Beteiligte etwas mitnahm. Wie gut diese Waldmünchener integriert sind, zeigt sich zum Beispiel auch seit einigen Jahren beim Trenckspiel. Die Panduren kommen inzwischen noch einen guten Teil originalgetreuer daher. Was am Anfang bei dem einen oder anderen für leichte Irritation sorgte, ist inzwischen ein gewohntes Bild – so funktioniert Integration.

Aber der Waldmünchener ist auch traditionell. Das zeigt sich bei den Vornamen der im Jahr 2018 geborenen Kinder. Exotische Namen sucht man vergebens. Und auch den bundesweiten Trend mit den Spitzenreitern Emma, Hanna und Mia bei den Mädchen oder Ben Leon und Paul für Buben haben die Waldmünchener Neueltern verweigert. Ein Trend lässt sich nicht ausmachen, egal ob Mädchen oder Junge – da ist eben alles dabei.

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„Weil es in Waldmünchen passt“

Einige zusätzliche Zahlen hat Michael Graßl noch: 97 Waldmünchener sind in 2018 ver- storben, im Vorjahr waren es 114. Obwohl die Zahl der Sterbefälle höher war als die Zahl der gemeldeten Geburten, ist die Zahl der Einwohner dank höherem Zuzug konstant geblieben. 377 Personen sind nach Wald- münchen gezogen, fortgezogen nur 319. 2017 sah diese Zahl noch anders aus: 388 Zuzügen standen 406 Wegzüge gegenüber. Das ist ein Trend, der Mut macht. Und fragt man einen dieser „Neubürger“ nach einem Grund, bekommt man eben auch immer wieder die Antwort „einfach, weil es hier schön ist, weil alles paßt“.

„Weil es hier schön ist, weil alles passt“

Stimme eines Neubürgers in Waldmünchen

Und auch geheiratet wird wieder. 35 Paare versprachen sich die Treue (2017 waren es etwas weniger, nämlich 30). Darunter waren auch einige auswärtige Paare, denen wohl das besondere Ambiente wie zum Beispiel der Trenckplatz besonders gut gefallen haben. Heiraten kann man aber auch in der Jugendbildungsstätte und die kleine Kirche in Herzogau hat ebenfalls ein ganz besonderes Ambiente. Die jungen Waldmünchener – 43 Geburten (28 Buben und 15 Mädchen) wurden beurkundet – sind zwar nicht in Waldmünchen geboren, sondern in Nachbarstädten mit Geburtsklinik oder Gebuertshaus, wohnen aber mit ihren Eltern in Waldmünchen. Und der Wohnort ist letztlich das entscheidende, wenn es um die Anmeldung im Standesamt geht.

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