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Blaibach

So wird der Garten bienenfreundlich

Wie kann man den eigenen Garten bienen- und insektenfreundlich anlegen?

Annette Krieger und Brigitte Lankes dankten Corinna Stoiber mit einem Schopflavendel. Foto: Seiderer
Annette Krieger und Brigitte Lankes dankten Corinna Stoiber mit einem Schopflavendel. Foto: Seiderer

Blaibach.Viele Antworten und einfache Lösungen auf diese Fragen gab es in der vergangenen Woche beim OGV Blaibach, der am Donnerstagabend in den Schlossgasthof Rösch geladen hatte. Die Vorsitzende des OGV Blaibach, Brigitte Lankes, konnte als Referentin Corinna Stoiber aus Bad Kötzting im Saal begrüßen. Bedauerlicherweise hatten sich jedoch nur sehr wenige Gartenfreunde eingefunden.

Corinna Stoiber ist seit 25 Jahren Apothekerin, Inhaberin einer Praxis für Naturheilkunde in Bad Kötzting und besitzt zwölf Bienenvölker, was sie zur idealen Referentin für dieses Thema macht. Jeder kann im eigenen Garten an den Obstbäumen und Blumen beobachten, dass die Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten immer weniger werden. Wenn man nichts dagegen tue, könne es uns eines Tages ergehen wie in China, wo die Menschen die Obstbäume mit Pinseln bestäuben müssen, so Corinna Stoiber. Die Honigbiene sei neben Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier auf der Welt. Honig könne man importieren, die unverzichtbare Bestäubungsleistung jedoch nicht, so die Referentin. Es gibt 561 Arten von Wildbienen, die einen kleineren Flugradius als die Honigbiene haben, konnten die Teilnehmer erfahren. 80 Prozent der Pflanzen sind auf die Bestäubung der Bienen und andere Insekten angewiesen.

Um dem entgegenzuwirken, müsse der Garten optimiert werden. So solle er auch mal den Schnittlauch, Zwiebeln und Karotten blühen lassen und verschiedene Kräuter anbauen. Im Balkonkasten können Vanilleblumen, Löwenmäulchen, Männertreu und auch Verbenen anstatt Geranien die kleinen Nutztiere anlocken. Obstbäume und Blütenhecken empfehlen sich ebenso für Bienen und Insekten, Kornelkirsche oder Weißdorn ernähren zusätzlich auch die Vögel. Ein weiterer Rat der Referentin bezog sich auf den Rasen. Ihm soll eine Blumenwiese vorgezogen werden. Diese ist nicht nur farbenfroher, sondern es reduziert sich auch der Arbeitsaufwand, da hier weniger gedüngt werden muss. Im Frühjahr bieten sich Krokusse und Christrosen an, im Mai sorgen Beerensträucher und Löwenzahn für Schmankerl und im Sommer verwandeln Robinie, Hartriegel und die Linde den Garten zu einem Bienenparadies. Im September strahlt die Sonnenblume mit den Malven um die Wette und im Herbst bilden Astern, Efeu und ungefüllte Dahlien ein beliebtes Anflugziel. Abschließend riet die Referentin auch dazu, dass ein Garten nicht tipp-topp aufgeräumt sein soll. Bleibt ein Asthaufen liegen, so finden Erdbienen und Erdhummeln hier einen Rückzugsort. Weitere Rückzugsmöglichkeiten für diese Insekten bieten Insektenhotels an, die mit wenig Aufwand zu bauen sind. Wichtig sei auch die Wasserversorgung. So ist es schon ausreichend, offene Wassertonnen mit einem Brettchen zu versehen, damit die Insekten nicht ertrinken. Besonders wichtig aber sei vor allem der Verzicht auf Pflanzenschutz und auf Mineraldüngung - der Garten solle sich natürlich regulieren, so Corinna Stoiber. Am Ende des Vortrages konnten die Zuhörer Samenmischungen für den bienenfreundlichen Garten wählen. (khu)

Vortrag

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