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„Solang i über mi selber no lacha ko!“

Der Vorsatz zu entschleunigen ist bei Tanja Raith im Ansatz gescheitert. Nach Erinnerung der „netten Dame von der Zeitung“ entsteht ihr Rückblick.
Von Tanja Raith

  • Der erste Vorsatz ist gebrochen. Aus der Entschleunigung wird für Tanja Raith erstmal nix.Foto: Archiv
  • So sieht das Bild zur Premiere von „I mogs bunt“aus.

Landkreis. Heute Morgen bekam ich einen Anruf von der Mittelbayerischen Zeitung: Eine nette Dame fragte mich ganz freundlich, ob ich ihr heute den versprochenen Artikel schicken könnte? – Der Artikel, oleck, den hätt’ i glatt vergessen! „Etz geht’s dahin, etz werd’ i alt!“, schiaßt’s mir durch den Kopf. „Sowas wär mir früher nie passiert! Mir doch ned! Ich, der Dipferlscheißer vor dem Herrn!“

Der grippale Mann muss ran

Sofort hob i meinen grippalen Mann aufgeweckt, er soll sofort den Artikel herrucka. Ich schau in zwei verschwollene Augen, er gibt mir sein iPad in die Hand, und sagt bloß: „Schreibs du!“ Im Hintergrund jammert’s Kind, das mit Fieber im Bett liegt, und ich komm auch am Zahnfleisch daher, und sofort schießt mir wieder mein Neujahrsvorsatz in den Kopf: I muaß mi besser organisieren und alles entschleunigen! – Aber des muss jetzt erstmal warten. Also setz ich mich vorn Computer und schau nach, was 2013 so alles bei uns passiert ist. „Viel Neu’s war’s ned“, glaub i. Also schau i in unseren Terminkalender rein.

Besprechungen, Proben, Presse

Januar, Februar 2013: jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag musikalische Proben für unser traditionelles Programm „Wissts wou mei Hoamat is“, Besprechungen und Proben mit Lichttechniker und Tontechniker, Bildbearbeitung für die Bühne, Pressetermine wegen Werbung, nebenbei mach ich das Artwork für die CD, die wir da grad im Studio aufnehmen, und entwickle die Fotoideen für unser neues Programm „I mogs bunt“.

März, April, Mai: Die Fotos fürs neue Programm „I mogs bunt“ entstehen und die neue Homepage muss i macha und neue Lieder muss i schreiben - etz brennts scho wieder! !!! Die Veranstalter müssen ja schon für 2014 in die Werbung!

Nudeln müssen genügen

Mei Kind steht in der Tür: „Hunger!“

„Machma schnell Nudeln?“

As Kind protestiert: „Immer Nudeln! Mama, ned scho wieder Nudeln! I mecht Fleischpflanzerl!“

„Heid gibts koa Fleischpflanzerl, heid gibts Nudeln!“

„So, jetzt bin i wieder da – wo war’n ma? Ah, ja, 2013.“ Juni, Juli, August: Lieder ausarrangieren für „I mogs bunt“, weil wir ja ab 2014 eine Band mit dabeihaben. Susi checkt Termine ab, bucht 2014 voll, und regelt alles mit Presse, Technik, Licht, Veranstalter und Finanzen. „Jetzt wird’s aber Zeit, dass wir das neue Programm proben. Aha, da steht’s ja“: September bis Dezember 2013 Proben für „I mogs bunt“.

„Des wars etz, glaub i. Ach, halt, des hätt i beinah vergessen! Jeden Freitag und Samstag hamma ja no gespielt. Wia oft wars denn 2013?“ Ich zähl nach: 97 Mal. „Aha, und 40000 km samma wieder g’fahrn – is as Auto a scho bald wieder hi! Und was sonst no so auf dera Welt passiert, krieg i ja gar nimmer mit. Aber des ist mir a wurscht!! I ko mi ja ned um alles kümmern!!!“

Vorsatz: More Fleischpflanzn

Von hinten hör ich mein Kind granteln: „Mama, i hätt an super Neujahrsvorsatz für di für 2014! No more Nudeln - more Fleischpflanzln! Mama, wo bleibn meine Fleischpflanzl!?“

Plötzlich steht der Blaimer in der Tür, die Susi hätt angerufen, ob der Artikel jetzt endlich fertig wär, weil die Zeitung grad angerufn hat, ob der Artikel jetzt fertig ist.

„Des klappt ja scho sauguad mit dem Entschleunigen und besser Organisieren 2014! Aber war es mit de Neujahrsvorsätze scho jemals anders!?“

Da muass i voll lacha! Solang i über mi selber no lacha ko – is alles im grünen Bereich!

A guads Neis wünsch i eich!!!

D‘Raith Schwestern

Gründung: Die Raith-Schwestern sind Tanja und Susanne Raith und mittlerweile immer mit dem „Blaimer“ unterwegs. Es gibt sie seit dem Mundartfestival 2003 in Stadtamhof, bei dem sie ihren ersten Auftritt hatten. Die Schwestern machen seit 1976 traditionelle Volksmusik aus der Oberpfalz. Tanja Raith stand mit vier Jahren das erste Mal hinter dem Mikrofon des Bayerischen Rundfunks und sang „I bin a kloans Binkerl“, was sie bei den Zuhörern sehr beliebt machte. Das Markenzeichen der Raith-Schwestern sind ihre kraftvollen Stimmen, mit denen sie originelle und vor allem ungekünstelte Vorstellungen bieten.

Erfolge: Die Raith-Schwestern haben schon zahlreiche Aufnahmen bei Rundfunk und Fernsehen hinter sich, etwa 1979 beim BR mit „Heats zua wias singa und spieln“; 1980 bei „Unter unserem Himmel“; 1981 beim „Sonntagskonzert“ des ZDF; 1985 bei „Jugend musiziert“, BR; 1995 beim „Alpenland Volksmusikabend“ auf ORF2, 3Sat und BR; 2001 beim „Folkfestival in Rudolstadt“, BR sowie 2002 beim „Volksmusikabend in Maxlrain“, BR. Dazu kommen seit 2003 17 weitere Fernsehaufnahmen mit dem „Blaimer“. Die Schwestern haben bisher zwölf CDs herausgegeben. 1983 verlieh man ihnen den „Zwieseler Fink“. Die Raith-Schwestern sind unter anderem auf Youtube vertreten, wo man sich ein paar ihrer Lieder anhören kann. Ihre Live-Auftritte sind immer gut besucht und hatten sogar während eines Eröffungsspiels der Deutschen Fußballmannschaft 500 Zuschauer.

Der nächste Auftritt der Raith Schwestern findet am 10. Januar im Landgasthof Reisinger in Straubing statt. Es ist die Premiere von „I mogs bunt“ .

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