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Region Cham
Sonntag, 20. Mai 2018 22° 4

Neujahrsempfang

Soldaten werden im Kosovo stationiert

Kommandeur Jörg Witoschek gibt einen Ausblick auf 2018. Im Juli feiert der Bundeswehrstandort Roding sein 60. Jubiläum.
Von Bastian Schreiner

Kommandeur Jörg Witoschek (2. v. l.) mit den amerikanischen Kollegen aus Vilseck Foto: Schreiner

Roding.Für den Bundeswehrstandort ist das Jahr 2018 ein besonderes. Steht doch das 60. Jubiläum an, das am 1. Juli in der Arnulfkaserne gefeiert wird. Das Versorgungsbataillon 4 schultert aber auch eine Reihe von Auslandseinsätzen, wie Kommandeur Jörg Witoschek beim Neujahrsempfang wissen ließ. In diesen Tagen werden rund 120 Soldaten des Bataillons in den Kosovo verlegt, um dort ab Ende Januar sowohl die Stabs- und Versorgungskompanie des Einsatzkontingentes als auch Teile des Gerätezugs zu stellen.

Neben den Patengemeinden Wald, Mintraching, Guteneck, Falkenstein, Bodenwöhr und Michelsneukirchen freute sich Witoschek über den Besuch der amerikanischen Delegation aus Vilseck und der Abordnung des österreichischen Bundesheeres aus Hörsching. Das Jahr 2017 wurde geprägt vom Einsatz im Baltikum. Durch die von der NATO festgestellte Notwendigkeit einer Vornepräsenz wurden in Estland, Lettland, Polen und Litauen Kampfverbände auf rotierender Basis aufgestellt. „2019 und 2020 werden Soldaten mit jeweils einer verstärkten Versorgungskompanie in enger Zusammenarbeit mit dem Panzerbataillon 104 aus Pfreimd wieder für jeweils sechs Monate in Litauen präsent sein“, kündigte der Kommandeur an.

In Litauen und Mali im Einsatz

Nach den Reden zauberten die „Candy Girls“ Schwung und Farbe in die Stadthalle. Foto: Schreiner

Zeitgleich zu dieser Verpflichtung gehen die aktuellen Mandate einher. Die 120 Soldaten, die in den Kosovo verlegt werden, kümmern sich dort um die Rückführung von Material, da das deutsche Kontingent reduziert werde. Geplant sei, dass die Soldaten des Bataillons spätestens im Oktober in die Heimat zurückkehren. Einige Soldaten seien außerdem in Litauen und Mali stationiert.

Trotz der Einsätze stehe auch die konsequente Aus- und Weiterbildung der Soldaten im Fokus. Das gute Miteinander von Garnison und Bevölkerung spiegle sich bei öffentlichen Veranstaltungen wider. Als Beispiele nannte er das Fußballspiel während des Volksfestes oder die „Aktion Brückenschlag“, die starke Verbindung zwischen der Gesellschaft und dem Verband. Zudem wurde im September die Kindertagesstätte in der Kaserne eingeweiht. „Dort werden bis zu zehn Kinder von Soldaten betreut, so dass dies mit den Anforderungen an den Dienst vereinbar ist“, so Witoschek.

W-LAN und moderne Stuben

Impressionen vom Rodinger Neujahrsempfang

2018 würden Projekte realisiert, die die Attraktivität des Dienstes weiter steigern. Roding sei als ein Pilotstandort ausgewählt worden, in dem den Soldaten kostenloses W-LAN zur Verfügung gestellt wird. Auch die Unterkünfte werden modernisiert. Es sei beabsichtigt, alle Stuben mit Fernseher, Kühlschrank und einem neuen Möbelkonzept auszustatten. Die Bundeswehr habe als Freiwilligen-Armee großes Interesse daran, Nachwuchs zu werben. „Wir möchten uns als attraktiver Arbeitgeber und zukunftsfähiger Partner in der Region präsentieren“, betonte er.

2018 werde bei den Übungen in Wildflecken und Oberlausitz erneut die Landes- und Bündnisverteidigung in den Mittelpunkt rücken. Mit Stolz dankte der Kommandeur dafür, dass man als Bundeswehr Roding „unsere Stadt“ nennen dürfe. Abschließend verlieh er die Bataillonsehrennadel an Dr. Andreas Stangl von den Chamer Wirtschaftsjunioren. Stangl, erst der dritte zivile Ehrenträger, habe sich bei der „Aktion Brückenschlag“ persönlich überaus engagiert und besonders verdient gemacht.

Dr. Andreas Stangl von den Wirtschaftsjunioren Cham wurde mit der 31. Ehrennadel des Bataillons ausgezeichnet. Foto: Schreiner

Franz Löffler gratulierte der Stadt in seinem Grußwort zur großartigen Entwicklung. Über 12 000 Einwohner und eine Arbeitslosenquote von zwei Prozent würden für sich sprechen. 2017 sind dem Landrat zwei Ereignisse in Roding besonders in Erinnerung geblieben. Beeindruckt war er vom Wunderlack des Malerbetriebs Heindl, der mit dem Innovationspreis des Landkreises ausgezeichnet worden ist. Tief betroffen war er vom Tod des Unternehmers und Politikers Hans Stangl.

„Wir brauchen in Berlin möglichst schnell eine stabile Regierung, um die Innovationskraft der Wirtschaft zu erhalten, die auf den Export – im Landkreis Cham sind es 50 Prozent – angewiesen ist“, sagte der Landrat, der vor der Afrikanischen Schweinepest warnte. Ein Ausbruch hätte die Unterbindung von Schweinefleischexporten aus Bayern und damit Millionenschäden für Landwirte zur Folge. In Bezug auf die Stadt Roding versicherte er, das geplante Fachärztezentrum zu unterstützen und bei den maroden Bädern eine gemeinsame Lösung zu finden.

Am Ende des offiziellen Teils erwartete die Gäste des Empfangs, den die Stadtkapelle Roding unter der Leitung von Sepp Köppl mit Liedern wie „Nessun Dorma“ oder „Mitternachtsblues“ eindrucksvoll umrahmte, eine Überraschung: Die Mitterdorfer „Candy Girls“ legten einen fetzigen Auftritt hin und sorgten für Stimmung. Danach hatten die Gäste beim Stehempfang im Haus Ostmark Gelegenheit, sich bei Häppchen und Getränken zu unterhalten.

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