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Turnier

Solo und Wenz auf Top-Niveau

Las Vegas, Rio de Janeiro und Mallorca waren schon Austragungsort. 2019 findet in Cham die Schafkopf-WM statt.
Von Tanja Fenzl

Hotelier Michael Wittmann freut sich „unbandig“ auf die besten Schafkopfspieler. Im Randsberger Hof wird das Karteln seit jeher großgeschrieben. Foto: Fenzl
Hotelier Michael Wittmann freut sich „unbandig“ auf die besten Schafkopfspieler. Im Randsberger Hof wird das Karteln seit jeher großgeschrieben. Foto: Fenzl

Cham.„Jetzt musst schon auch ausspielen“, kommandiert Hans Fenzl den Chef des Hauses. Hotelier Michael Wittmann kann sich das Grinsen nicht verkneifen. Aber wenn der Ex-Schafkopf-Weltmeister Anweisungen gibt... Zumindest für den Fototermin tut Wittmann so, als beherrsche er das Traditionsspiel, von dem er, wie er sagt, im Grunde nur die Regeln kennt. Trotzdem wird das Karteln im Randsberger Hof schon seit den Lebzeiten von Wittmann senior ehrenvoll gepflegt. Kartenspieler sind stets gerngesehen. Dass die Ausrichter der Weltmeisterschaft nun bei ihm angefragt haben, ist für Wittmann eine „Riesensache“.

400 Spieler werden erwartet

Deshalb stellt er dafür ein ganzes Wochenende lang sein Hotel zur Verfügung. Vom 14. bis 16. April 2019 dreht sich hier an über 100 Tischen alles um Solo und Wenz. Über 400 Kartenspieler werden zur elften Schafkopf-WM in der Kreisstadt erwartet. Für 110 Euro Einsatz winken Ruhm und Ehre und Pokal – und 5000 Euro Siegprämie. Cham als Austragungsort brachten zwei ehemalige Weltmeister aus dem Landkreis ins Spiel: Hans Fenzl aus Geigant und Herbert Weber aus Strahlfeld. „Das Hotel, das die WM in den letzten Jahren ausgerichtet hat, baut zurzeit um“, erklärt Weber gegenüber unserem Medienhaus. Auf der Suche nach einem neuen Austragungsort brachte er recht schnell Cham ins Spiel. „Der Wittmann Mich hat schon ein paarmal angefragt, ob man in seinem Hotel nicht ein Turnier ausrichten will.“

Dabei denkt Weber nicht nur an eine einmalige Sache. „Wenn das funktioniert, kann das eine regelmäßige Veranstaltung werden.“ Zumal das bisherige WM-Hotel zu einem Fünf-Sterne-Etablissement aufrüste, wodurch eine weitere Zusammenarbeit fraglich sei. Der Schafkopf-Club Bayern, ein eingetragener Verein, organisiert im Wechsel WM und EM, dazu noch bayerische und deutsche Meisterschaften. Auch Wittmann denkt gleich langfristig. „Auch die Square-Dancer, die jedes Jahr zu uns kommen, haben erst einmal nur als Verlegenheitslösung bei uns Quartier genommen. Und sind geblieben.“

Lesen Sie auch: Schafkopfen ist in Bayern sehr beliebt. In einem Kurs der M-Akademie lernen Laien die Regeln des Kartenspiels.

Traum: eine Turniermannschaft

Vorfreude auf die WM: Das Ehepaar Magdalena und Walter Schmidberger klopft mit Ex-Weltmeister Hans Fenzl (Zweiter von links) und Hotelier Michael Wittmann (Zweiter von rechts) zur Gaudi eine Partie Schafkopf. Foto: Fenzl
Vorfreude auf die WM: Das Ehepaar Magdalena und Walter Schmidberger klopft mit Ex-Weltmeister Hans Fenzl (Zweiter von links) und Hotelier Michael Wittmann (Zweiter von rechts) zur Gaudi eine Partie Schafkopf. Foto: Fenzl

Am Stammtisch, wo früher täglich Schafkopf gespielt wurde, erzählt Wittmann begeistert von seinen Plänen. So will er beispielsweise in der Kegelbahn einen Boden verlegen lassen, um hier noch weitere 30 Tische unterzubringen. Ein Catering an verschiedenen Standorten im Hotel soll den Kartenspielern weite Wege ersparen. Leidenschaft spricht aus seiner Stimme, wenn er sinniert, dass vielleicht dadurch auch endlich die Basis gelegt werden könnte für eine Turniermannschaft aus dem Randsberger Hof. Wittmann würde sich schon seit Jahren zum Sponsoring bereit erklären, indes: Es fehlen noch zwei, drei regelmäßige gute Spieler, um die zahlreichen Termine abzudecken.

Immerhin: Organisator Weber erhofft sich noch mehr Teilnehmer aus der Region als sonst, wenn die WM quasi vor der Haustür stattfindet. „Das Problem ist, dass bei uns oft ein sogenannter Kurzer gespielt wird (Schafkopf mit sechs Karten auf die Hand; Anm. d. Red.).“ Das lange Spiel mit acht Karten schrecke viele ab.

Viele Hotels ausgebucht

Fred Sichert, Vorsitzender des Schafkopf-Clubs Bayern, freut sich auf die Premiere in der Oberpfalz. Der 62-jährige Oberbayer kennt Cham bisher nur als Heimatlandkreis der beiden weltmeisterlichen Clubmitglieder. Sichert, der selbst schon im Alter von sieben Jahren als „Biselbub“ mit den Großen gespielt hat, hofft auch auf viele junge Spieler. „Bis 25 zahlen die Nachwuchsspieler bei den meisten Turnieren nur die Hälfte Einsatz“, betont er.

Im Sommer wird er nach Cham kommen, um mit dem Herbergsvater die letzten Details zu besprechen. „Die lange Vorlaufzeit brauchen wir, weil wir ja so viele Unterkünfte reservieren müssen.“

Während der WM hat Organisator Weber in und um Cham fast alle Betten gebucht. Parkhotel, Kolpinghaus, Neue Post, Ödenturm und Sonnenhof halten Zimmer für die Spieler frei. „Wenn das Kontingent nicht reicht, haben wir auch noch Zimmer in Chamerau und Arnschwang“, sagt Weber. Viele Spieler reisen erfahrungsgemäß mit Begleitung an.

Michael Wittmann dreht seine abendliche Runde im Hotel. Beim Kartlertisch bleibt er noch einmal stehen und plaudert mit den Stammgästen. „Ein Verein, das wäre auch eine tolle Sache“, überlegt er laut und schaut den Kartlern über die Schulter. „Ein bayerisches Wirtshaus, da gehört das Kartenspielen doch einfach dazu.“

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