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Sommerfrische im Woferlhof

Lebendig, farbenfroh und ein wenig provokant: Dr. Elisabeth Lerche blickt ab 18. Juli zurück auf 30 Jahre Galeriegeschichte.
Von Roman Hiendlmaier

Allen Grund zum Optimismus hat Dr. Elisabeth Lerche: Die erste Ausstellung unter ihrer Regie wurde viel gelobt, ab Samstag, 18. Juli, folgt mit „Meine Künstler – 30 Jahre Galerie Woferlhof“ die Fortsetzung als Jubiläumsausstellung.
Allen Grund zum Optimismus hat Dr. Elisabeth Lerche: Die erste Ausstellung unter ihrer Regie wurde viel gelobt, ab Samstag, 18. Juli, folgt mit „Meine Künstler – 30 Jahre Galerie Woferlhof“ die Fortsetzung als Jubiläumsausstellung. Foto: Hiendlmaier/Hiendlmaier

Bad Kötzting.Wo soll man anfangen, wenn es um „30 Jahre Galerie Woferlhof“ geht? Um drei Jahrzehnte Kultur-Geschichte von Bad Kötzting, um ein Lebenswerk, um unzählige Begegnungen, Gespräche, Konzerte und natürlich auch Ausstellungen, die diese Topadresse für Freunde der modernen Kunst beherbergt hat?

Generationenübergreifend realistisch: Skulpturen von Bildhauer Clemens Heinl
Generationenübergreifend realistisch: Skulpturen von Bildhauer Clemens Heinl Foto: Hiendlmaier/Hiendlmaier

Vielleicht fußt ja alles auf der großen Wirkung vermeintlich kleiner Dinge wie dem Satz: „Ich fürchte, es gefällt mir sehr gut.“ So gesagt von Achim Lerche als Fazit nach der Besichtigung eines heruntergekommenen Anwesens in Wettzell. Es war Mitte der 80er-Jahre, und der Münchner Maler-Ausstatter Lerche und seine Gattin, die gebürtige Kötztingerin Dr. Elisabeth Lerche, befanden sich auf einer von vielen Info-Fahrten, um für die Rückkehr in die Heimat der Allgemeinmedizinerin einen Platz für Kunst und Karriere, Leben und Leidenschaft zu finden.

Wehmut trifft auf Weitblick

Rund vier Jahre und viele, viele Arbeitsstunden von Achim Lerche später begann 1990 die „kleine Galerie“ der beiden Neu-Wettzeller mit einer Mini-Ausstellung einer Tante von Elisabeth Lerche. Ein Jahr später war dann die Scheune so weit, dass sie als erstes einem August Philipp Henneberger einen angemessenen Rahmen bot.

Stilleben rund um Monika Schultes
Stilleben rund um Monika Schultes Foto: Hiendlmaier/Hiendlmaier

Immer mehr große Namen tauchten auf im alten Bauerngehöft: Christopher Lehmpfuhl, Prof. Helmut Sturm, Irene Fastner, Prof. Jürgen Reipka oder Menno Fahl, um nur einige zu nennen. Zeitgenössische Kunst dieser Qualität als Malerei, Grafik oder Skulptur präsentiert als Privatgalerie in der Region nur der Woferlhof. Erfolgsgeheimnis ist dabei der Charme der von Achim Lerche in Eigenregie buchstäblich aufgebauten Scheune, dem sich keiner entziehen kann und der eine ganz besondere Symbiose zwischen moderner Kunst und historischem Gebäude zulässt.

Begegnungen 2020: Galeristin Dr. Elisabeth Lerche mit Bambi
Begegnungen 2020: Galeristin Dr. Elisabeth Lerche mit Bambi Foto: Hiendlmaier/Hiendlmaier

Wo der Woferlhof nach 30 Jahren zu verorten ist? „Einerseits herrscht Wehmut in der Erinnerung an Achim Lerche, der kurz nach Weihnachten 2018 überraschend starb. Es dominiert aber die Freude darüber, dass sich Elisabeth Lerche entschlossen hat, diese Einrichtung weiter zu führen“, beschreibt es der Kulturreferent der Stadt, Wolfgang Kerscher.

Momentaufnahmen

  • Begegnungen:

    Bei der Auswahl der Werke zeigte Hausherrin Dr. Elisabeth Lerche zum zweiten Mal ihre Handschrift als Galeristin. Sie traf eine Auswahl aus Werken moderner Kunst von rund 50 Künstlern.

  • Öffnungszeiten:

    Die Galerie Woferlhof öffnet donnerstags und sonntags von 11 – 16 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter der (0 99 41) 90 53 15; Mail galerieimwoferlhof@t-online.de.

Die 67-Jährige hat das Erbe angenommen, ist nun Geschäftspartnerin von Malern, Bildhauern und Kunstinteressierten sowie Mittlerin zu den Besuchern, deren Spannweite so weit ist wie die Palette der Künstler. „Und das haben alles Sie gemalt?“, wurde Elisabeth Lerche schon von einer Besucherin gefragt. Auf der anderen Seite des Kunstsachverstands stehen Sammler, die von der Galeristin den Werterhalt eines Werkes erwarten, das sie von ihr erwerben können.

Qualität und Breite

Ihre Premiere als Galeristin im Sommer vergangenen Jahres (mit der Achim-Lerche-Gedächtnisausstellung „Seine Künstler“) wurde von Ausstellern, Kritikern und vielen Gästen viel gelobt und besucht. Der zweite Versuch, die Premiere von Leo Schötz, wurde vom Corona-Lockdown eingebremst und daher bis Ende September verlängert.

Ganz natürlich: Hans Dumler
Ganz natürlich: Hans Dumler Foto: Hiendlmaier/Hiendlmaier

Nun also „meine Künstler – 30 Jahre Galerie im Woferlhof“. Gezeigt werden ab 18. Juli Werke von Magnus Angermeier bis Sati Zech, von Terence Carr, Ulla Schmidt-Pesch, Gertrude Lang, Christopher Lehmpfuhl, Clemens Heinl, Alois Öllinger, Theodor Sellner, Daniel Kojo Schrade, Monika Schultes oder Bernd Schwarting. Die ab 16 Uhr mit einem Galeriefest eröffnete Ausstellung (Musik: Bernhard Stahl) soll die Qualität und die Breite zeitgenössischer Kunst darstellen, sagt Elisabeth Lerche.

Die weitere Einschätzung und wie weit man sich auf die vielen großen, farbenfrohen und lebensnahen Werke einlassen möchte, sei dem Besucher überlassen. In jedem Fall ist „Meine Künstler“ die zweite Elisabeth-Lerche-Ausstellung. Über die erste hat Wolfgang Herzer, Präsident des Weidener Kunstvereins und enger Freund der Lerches, geurteilt: „Achim wäre stolz auf dich – und wahrscheinlich auch ein wenig neidisch.“

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