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Politik

SPD: Manfred Ruhland will ins Rathaus

Die SPD in Waldmünchen nominiert ihren Bürgermeisterkandidaten und präsentiert eine „gut gemischte, ausgewogene Liste“.
Von Petra Schoplocher

Gerechtigkeit und Toleranz: Unter dieses Motto stellt Manfred Ruhland seine Bürgermeisterkandidatur. „Es ist eine Ehre für mich“, betonte der 62-Jährige, der schon fast 20 Jahre im Stadtrat sitzt. Er versprach, sein Bestes zu geben, damit die SPD in Waldmünchen an Boden gewinnt.  Foto: Schoplocher
Gerechtigkeit und Toleranz: Unter dieses Motto stellt Manfred Ruhland seine Bürgermeisterkandidatur. „Es ist eine Ehre für mich“, betonte der 62-Jährige, der schon fast 20 Jahre im Stadtrat sitzt. Er versprach, sein Bestes zu geben, damit die SPD in Waldmünchen an Boden gewinnt. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Mehr Rückenwind geht nicht: Mit einem doppelten Ritterschlag und einer Menge Sympathiebekundungen hat die SPD Manfred Ruhland am Sonntag ins Rennen um das Bürgermeisteramt geschickt. „Du bist der Beste für Waldmünchen!“, attestierten ihm Europaabgeordneter Ismail Ertug und Bezirksvorsitzender und Ex-Landtagsabgeordneter Franz Schindler unisono.

Beide zeigten sich beeindruckt von Ruhlands 30-minütiger Bewerbungsrede, die „all das beinhaltet, das angesprochen werden muss“ und von der „so mancher amtierende Bürgermeister noch was lernen könnte“. Das sahen die Delegierten so, mehrere Male unterbrachen sie den 62-Jährigen mit Applaus. Die Frage, „warum ein dritter Kandidat?“, stellte Ruhland an den Anfang. Antwort: Weil eine starke SPD auch in Waldmünchen gebraucht wird.

Ruhland vermisst Transparenz

Der verheiratete Vater zweier erwachsener Töchter wollte gar nicht behaupten, alles besser machen zu können, eine gerechtere und vor allem transparentere Politik sei aber auf alle Fälle notwendig. „Eine Gemeinde ohne soziale Grundwerte geht den Bach ’runter und bereitet den Boden für Extremisten“, erklärte er, warum Eintreten für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität auch auf kommunaler Ebene unabdingbar sei, denn Benachteiligung gebe es auch bei uns direkt vor der Haustür. Deswegen hat der Handelsfachwirt, der in seiner beruflichen Laufbahn mit durchaus ordentlichen Personal- und Budgetverantwortungen betraut war, ganz bewusst „Gerechtigkeit, Transparenz und Toleranz“ als Überschrift für seinen Wahlkampf gewählt.

Die Auswahl für Themen dafür falle ihm leicht, in Waldmünchen warten große Aufgaben. Für die Bekämpfung der Leerstände schlägt der 62-Jährige einen Weg vor, den andere Kommunen schon erfolgreich gegangen seien: Die Stadt kauft die Gebäude (mit finanzieller Hilfe des Staates) und vermarktet sie dann zu ortsüblichen Preisen selbst. Weitere Themen sind der ÖPNV (mit einem Haus-zu-Haus-System), schnelles Internet auch im Stadtkern, mehr Sauberkeit sowie der weitere Ausbau der regenerativen Energien. Das langjährige Stadtratsmitglied erinnerte an Absichtserklärungen für eine genossenschaftliche Bürgerwindanlage, die dann ins Leere lief.

Sie sind überzeugt, dass Waldmünchen sozialdemokratische Themen braucht: Die je zehn Frauen und Männer, die für den Stadtrat kandidieren. Foto: Schoplocher
Sie sind überzeugt, dass Waldmünchen sozialdemokratische Themen braucht: Die je zehn Frauen und Männer, die für den Stadtrat kandidieren. Foto: Schoplocher

Um die Transparenz der Stadtratssitzungen herzustellen, sei ein Livestream denkbar oder auch, dass die ausführlichen Protokolle jedem zugänglich gemacht werden. Die Steigerung des sanften Tourismus ist dem langjährigen SPD-Ortsvorsitzenden ein Anliegen, die Ansiedlung eines Hotels der gehobenen Klasse sollte Chefsache sein. „Gerne mit Anschluss ans AquaFit“, meinte er und schob nach: „Man muss auch in Visionen denken dürfen.“ Bei der Sanierung der Straßen dürfe das Stadtgebiet nicht weiter hintanstehen, und zur Unterstützung des heimischen Handels und Gewerbes gab er konkrete Handlungsempfehlungen: „Es ist sehr viel besser für uns alle, wenn wir am Ort kaufen.“

Für die Wahl machte Manfred Ruhland eine einfache Rechnung auf: „Eine Stimme für mich, 20 für die SPD-Liste.“ Zunächst aber wurde er als Kandidat gewählt, mit einer Enthaltung bei 16 Ja-Stimmen. Die Liste wurde dann sogar einstimmig angenommen.

Rund um die Stadtratsliste

  • Reißverschluss:

    Ortsvereinsvorsitzender Stefan Wanninger zeigte sich stolz, dass er 50 Prozent Frauen auf der Liste präsentieren konnte.

  • Namen:

    Manfred Ruhland führt die Liste an, ihm folgen: Sandra Wittmann, Stefan Wanninger, Lisa Wittmann, Dritter Bürgermeister Karl-Heinz Hendl, Christina Fischer, Stefan Schröpfer, Linda Ruhland, Michael Dirscherl, Irma Eiber, Christian Kussinger, Daniela Messbauer, Bernd Pirner, Silvia Wanninger, Volker Hendl, Stefanie Kolbeck, Emmerich Hernadi, Monika Hernadi, Louis-Prosper Kovanah und Elke Probst.

  • Ersatzdelegierte:

    Gewählt wurden Herbert Auchtor, Anna Schröpfer, Fritz Messbauer und Max Lintl.

  • Termine:

    Die Kandidaten starten im Januar mit einer Klausur in die heiße Phase. Inhaltlich begleiten wird diese Franz Schindler. Der Wahlkampftauftakt ist für den 23. Januar geplant. Bürgermeisterkandidat Manfred Ruhland wird beim politischen Aschermittwoch am 26. Februar der Hauptredner sein.

  • Unterstützung:

    „Versprochen, ich bin da!“, sicherte auch Ismail Ertug sein baldiges Wiederkommen zu.

„Wer Ideen will, muss SPD wählen“, gab sich Ismail Ertug gleichsam kämpferisch. Ob CSU oder Freie, er sehe da keinen Unterschied und von dem frischen Wind, den die Freien Wähler in den Landtag bringen wollten, sei auch nichts zu spüren. „Wir sind die Einzigen, die sich Gedanken machen, wie der Pizzabote eigentlich bezahlt wird“, betonte der Europa-Abgeordnete. Alle anderen sähen nur den Vorteil der Digitalisierung.

Franz Schindler sprach den Genossen Mut zu. „Wir sind nicht irgendeine Partei und wir sind schon gar nicht tot!“ Es gebe keinen Grund, sich kleinzumachen. Nachdenklich fügte er an, dass er nie damit gerechnet habe, die Demokratie gegen Feinde verteidigen zu müssen. „Es ist wieder Zeit, aufzustehen“, appellierte er.

CSU-Mehrheit knacken

Teils sehr persönlich erklärten die Kandidaten, warum sie für die SPD antreten. Stefan Wanninger meinte etwa, dass es dringend geboten sei, die absolute CSU-Mehrheit zu knacken. Manfred Ruhland nutzte seine Redezeit, um seiner Frau Linda für ihre Unterstützung zu danken – sie hatte auch wieder die komplette Versammlung vorbereitet. Bernd Pirner, der zwei Pflegeeinrichtungen leitet, meinte, „dass man eben mehr tun sollte als nur wählen“. Außerdem bräuchten die Bürger eine tatsächliche Alternative, sagte der Wahl-Waldmünchner, der vor sechseinhalb Jahren in die Stadt kam und seitdem „100 Prozent glücklicher ist“.

Monika Hernadi findet, dass man nicht über Politik schimpfen, sondern sich engagieren sollte. Ihr Mann Emmerich sieht soziale Gerechtigkeit, Klima- und Umweltpolitik als wichtige Arbeitsfelder. Stefan Schröpfer zeigte sich überzeugt, dass wir „nächstes Jahr durchstarten und ordentlich rote Farbe ins schwarze Meer kippen“.

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