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Spezialisten für die Vermisstensuche

Am Wolf-Hundetag im Bayerwald-Tierpark trainierte auch die Rettungshundestaffel Bayerwald, die im Jahr auf 30 Einsätze kommt.
Von Maria Frisch

Naturkost gibt es auch für die Hunde. Foto: kfl
Naturkost gibt es auch für die Hunde. Foto: kfl

Lohberg.An kaum einem anderen Tag im Jahr passierten so viele Hunde mit ihren Herrchen oder Frauchen die Pforte des Bayerwald-Tierparks wie am Wolf-Hundetag. Im Jubiläumsjahr konnte fachliche Leiterin Claudia Schuh mehrere Akteure zum Thema Wolf und Hund gewinnen, nämlich die Rettungshundestaffel Bayern, Julia Wallner von der Hundeschule Souldog sowie Sandra Bohun vom Wolfsstammtisch Oberpfalz/Franken. Zudem befassten sich Sabine und Christian Wifling mit Naturkost für Hunde. Interessierte erlebten zum Abschluss eine kommentierte Wolfsfütterung mit Tierärztin Claudia Schuh.

Sehr vorsichtig nähern sich die Wölfe dem Futter. Foto: kfl
Sehr vorsichtig nähern sich die Wölfe dem Futter. Foto: kfl

Die ehrenamtlichen Kollegen der Rettungshundestaffel Bayern freuten sich über die passende Kulisse, um Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung zu betreiben. „Wie andere Vereine und Organisationen plagt auch uns das Nachwuchsproblem“, so Jugendwart Thomas Steger, der froh um zwei sehr aktive Neuzugänge ist. Eine davon ist Sina Frontuto, Kompaniechefin bei der Bundeswehr in Roding, die mit Labrador „Emmy“ neu im Team ist.

Madoxx muss pausieren

Die Rettungshundestaffel gliedert sich in die Sparten Flächensuche, Mantrailing, Wasserortung und Trümmersuche. Das Gros sind Flächensuchhunde, was dem Einsatzterrain mit viel Waldreichtum geschuldet sei. Auch Thomas Steger aus Lederdorn besitzt einen geprüften vierbeinigen Partner, namens Maddox, der allerdings am Samstag weitgehend in der Box blieb, weil er an einer Bänderdehnung laborierte. „Maddox lahmt ein wenig“, so sein Besitzer. Da er in vier Wochen zur Prüfung muss, wurde ihm vom Tierarzt Schonung auferlegt. Grundsätzlich eigne sich jeder Hund für die Rettungshundestaffel, beispielsweise auch die Dackeldame Amy von Reinhard Bauer, die beim Mantrailing im Einsatz ist. „Allzu viel können wir hier heute nicht trainieren, weil dafür zu viele Leute auf dem Parkgelände sind“, schraubte Thomas Steger das Maß wegen des Besucherbooms auf einige Vorführungen zurück. Dafür wurde umso mehr über die Arbeit informiert. Die Zahl der jährlichen Einsätze bezifferte er mit rund 30, hauptsächlich an Demenz Erkrankte, Suizidgefährdete, verirrte Wanderer oder Pilzsucher.

Emmy findet die „vermisste Person“.  Foto: kfl
Emmy findet die „vermisste Person“. Foto: kfl

Zweieinhalb bis drei Jahre dauert die Ausbildung eines Vierbeiners. „Das kommt darauf an, wie schnell Hund und Führer lernen“, erklären die Ausbilder Susanne und Martin Melichar. Begonnen wird mit Schnuppertraining, bei dem die Insider testen, was der Freund auf vier Pfoten am liebsten mag. Der Hundetrainer läuft dann in der ersten Stufe mit dieser Belohnung weg und der Hund spurtet hinterher.

Hunde melden ihren Fund

Der nächste Schritt ist, dass der Ausbilder außer Sichtweite, praktisch um die Ecke, verschwindet. Dann setzt der Vierbeiner schon intensiver seine Nase ein. „Wir bilden auch sogenannte Freiverweiser aus“, beschrieb Steger das Verhalten von Hunden, die nicht bellen, wenn sie den Gesuchten aufgespürt haben. Sie laufen zum Hundeführer zurück, um ihm zu vermitteln, dass sie fündig geworden sind.

Suchhund Emmy

  • Ausbildung:

    Die zweieinhalbjährige Emmy wird zum Flächensucher ausgebildet. Sie führte gleich einmal vor, wie schnell sie die versteckte Person orten konnte. Dafür gab es auch eine kleine Belohnung als Selbstbestätigung. Sie wird im Frühjahr zur Prüfung angemeldet.

  • Zuhause:

    „Man sieht, wie gut sie mit der gesamten Situation zurechtkommt“, war Trainerin Susanne Melichar zufrieden. Emmy wohnt zuhause bei Frauchen Sina Frontuto, die sie bei der Bundeswehr auch in die Arbeit mitnehmen darf. „Sie mein ständiger Begleiter“, so die stolze Besitzerin.

Da die Hundehalter sehr verstreut wohnen, ist das Training ein logistischer Aufwand. Ein Vorteil der Rettungshundestaffel ist selbstverständlich, dass sie auch nachts zur Vermisstensuche ausrücken kann, wenn Hubschrauber an Grenzen stoßen.

Als weiteres Highlight kommentierte die fachliche Leiterin des Bayerwald-Tierparks eine Wolfsfütterung durch Tierpfleger Hermann Mühlbauer, der mit einem Eimer Rindfleischstücke anrückte. Obwohl das Rudel nach einem Fasttag sicher hungrig war, blieb es beim Abholen der Brocken äußerst vorsichtig.

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