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Sicherheit

Spitzenbilanz für Katastrophen-Übung

2700 Einsatzkräfte leisteten beim Roten Eber in Chamerau 20.000 ehrenamtliche Stunden ab und erhielten nun viel Lob.

Die Retter mussten verschiedenste Szenarien proben. Foto: si
Die Retter mussten verschiedenste Szenarien proben. Foto: si

Chamerau.2700 Einsatzkräfte die 20.000 ehrenamtliche Übungsstunden an zwei Tagen ableisteten. Dazu eine Vielzahl an Übungsstellen bis hin zur Großschadenslage an denen insgesamt 15 Organisationen eingesetzt waren. Die Zahlen sind beeindruckend die Landrat Franz Löffler, Kreisbrandrat Michael Stahl und Rettungsdienstleiter Michael Daiminger zur Übung „Roter Eber“ vorlegten. Im Vordergrund aber ihre Aussage, die sie unisono trafen: Wir haben alle Übungsziele erreicht und die Menschen können sich auf uns verlassen.

Im Bürgerhaus in Chamerau, noch vor wenigen Wochen Einsatzleitstelle für die größte Katastrophenschutzübung, die je im ostbayerischen Raum stattgefunden hat, durfte Stefan Baumgartner etwa 115 Vertreter der daran beteiligten Organisationen zur Abschlussbesprechung begrüßen. „Der Landkreis ist verpflichtet etwa alle zehn Jahre derartige Szenarien zu beüben“, so der Bürgermeister der Gemeinde, in deren Gebiet diese Übung letztendlich abgehalten wurde. „Anfangs nicht ganz so groß, sich dann aber immer weiterentwickelnd und letztendlich bravourös gemeistert“ so Stefan Baumgartner weiter, nicht ohne die Bevölkerung zu loben, die trotz der Einschränkungen an den beiden Tagen voll hinter der Sache stand.

Eindrücke der Katastrophenübung Roter Eber

Mehrwert für Chamerau

Das gute Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen war beim Busunfall deutlich sichtbar.
Das gute Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen war beim Busunfall deutlich sichtbar.

Auch für seine Gemeinde selbst sah er einen Mehrwert etwa durch die Beiträge der teilnehmenden Organisationen in deren sozialen Medien oder auch das erstmalige Treffen der beiden Innenminister Bayerns und Tschechiens, Joachim Herrmann und Lubomir Metnar. „Wir hatten zu jeder Zeit ein gutes Gefühl beim Übungsverlauf, wenn auch in kleineren Sequenzen es Optimierungsbedarf gibt“ so der Bürgermeister. Auch die 4000 Zuschauer hätten sich einen Einblick verschaffen können, wie professionell an den beiden Tagen gearbeitet wurde.

Über 2500 Einsatzkräfte üben für den Ernstfall

Der Rote Eber

  • Die Einsatzkräfte

    2700 Einsatzkräfte haben insgesamt 20 000 ehrenamtliche Übungsstunden an zwei Tagen abgeleistet. Dazu kam eine Vielzahl an Übungsstellen bis hin zur Großschadenslage, an denen insgesamt 15 Organisationen eingesetzt waren.

  • Die Bilanz

    Kreisbrandrat Mike Stahl sieht nur in Nuancen Nachbesserungsbedarf. Rettungsdienstleiter Mich Daiminger tüftelt an Antworten auf die Fragen, wie lange die Eintreffzeit der tschechischen Kräfte ist und wohin so viele Verletzte zur Versorgung gebracht werden könnten.

Mit einem Bildband der Übung „Roter Eber“ wurden Stefan Baumgartner, Michael Stahl und Michael Daiminger von Landrat Löffler bedacht. Fotos: kht
Mit einem Bildband der Übung „Roter Eber“ wurden Stefan Baumgartner, Michael Stahl und Michael Daiminger von Landrat Löffler bedacht. Fotos: kht

„Lohnt sich der Aufwand in dieser Dimension grenz- und organisationsüberschreitend zu üben“, fragte Franz Löffler am Anfang seiner Dankworte an die Beteiligten an dieser bayernweit wahrgenommenen Veranstaltung. „Letztendlich haben wir gegenüber der Bevölkerung einen Versorgungsauftrag“ so der Landrat. Deshalb seien Aufwand, Umfang und Intensität richtig gewesen. An den beiden Tagen sei auch aus der Bevölkerung spürbar gewesen, dass diese voll und ganz hinter Sache gestanden habe. Während sich weltweit die Gefahrenlage ändere, sei man auch lokal gefordert, sich neben der Bekämpfung von Feuer oder Einsätzen bei Unfällen sich klimatischen Veränderungen zustellen. „Schon der Blick auf die Ereignisse in Furth zeigt, wie schnell sich an einem Sommertag in Minutenschnelle ein Unwetter mit daraus entstehenden immensen Schäden entwickeln kann“. Nach einigen beeindruckenden Zahlen zur Übung „Roter Eber“ waren es insbesondere vier Ziele, die Landrat Franz Löffler als erfüllt ansah: Die Zusammenarbeit mit den Nachbarorganisationen auf bayerischer und tschechischer Seite habe funktioniert. Es konnten mehrere Großschadenslagen gleichzeitig bewältigt werden. Die Versorgung in unwegsamen Gelände und eine hohe Anzahl an Verletzten konnte abgearbeitet werden. Neues vom Freistaat beschafftes Gerät konnte erstmals in geografisch aufwendigem Gelände getestet werden.

"Roter Eber": Impressionen

Lesen Sie hier: Damit 2500 Retter im Ausnahmezustand nicht vom Fleisch fallen, zeigten die Helden am Herd Höchstleistungen.

Eine Erleichterung: Schlauchbrücken, die auch die Durchfahrt von größeren Fahrzeugen erlauben.
Eine Erleichterung: Schlauchbrücken, die auch die Durchfahrt von größeren Fahrzeugen erlauben.

Sehr anschaulich blickte Michael Stahl – zusammen mit Martin Ritt und Michael Daiminger einer der Hauptorganisatoren – auf die Übung und deren einzelne Abschnitte zurück. Aus jeder beteiligten Institution kamen dazu Anmerkungen, die der Kreisbrandrat übermittelte. Sein Fazit: „Es war eine überzeugende Arbeit, bei der es nur in einigen Nuancen einen Verbesserungsbedarf gibt.“ Zurückzuführen sei dies auf eine Teamarbeit, bei der an jeder Stelle das Optimale umgesetzt wurde.

Nebenbei regulärer Dienst

„Es war ein wesentliches Merkmal der Übung, dass sich alle Bereiche des Katastrophenschutzes im Landkreis eingebunden gefühlt hatten und sich wiederfanden“ so Michael Daiminger. Die verschiedenen Übungsszenarien wurden mit eigenen Mitteln in der Land-Wasser-, Luft und Bergrettung abgearbeitet, nachdem der reguläre Rettungsdienst nicht darunter leiden durfte, so der Rettungsdienstleiter weiter. Nicht vergessen werden dürfe, dass neben den Akteuren im Vordergrund viel Arbeit im Hintergrund geleistet wurde, angefangen von den Statisten bis hin zur Versorgung der Einsatzkräfte.

Katastrophenübung "Roter Eber": Szenario Bauunfall

„Die Zusammenarbeit hat bestens funktioniert und hat auch gezeigt dass die vielen Einsatzkräfte, die jeder auf seinen Bereich bezogen ein anderes Ziel verfolgen, gebündelt werden konnten“. Auch warf die Übung Fragen auf, die Michael Daiminger insbesondere bei einem Massenanfall an Verletzten beschäftigen. Wie lange ist die Eintreffzeit der tschechischen Kräfte und wohin kann man die vielen Verletzten in kurzer Zeit bei der Knappheit an Behandlungsplätzen transportieren? (kht)

Lesen Sie hier: Die blutige Kunst des Grauens – Knochenbrüche, Schädelwunden und Pfählungsverletzungen gehören zum Spezialgebiet von Thomas Rackl und Steffi Guldan.

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