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Natur

Spurensuche in heimischen Urwäldern

Der Wald-Verein machte mit Dr. Hans Aschenbrenner einen Streifzug durch die unberührte Natur.

Dr. Gerhard Kram (l.) dankte Dr. Hans Aschenbrenner (r.). Foto: kfp
Dr. Gerhard Kram (l.) dankte Dr. Hans Aschenbrenner (r.). Foto: kfp

Neukirchen b Hl Blut.„Gibt es noch Urwälder im Bayerischen und im Böhmerwald?“ Mit dieser Frage beschäftigte sich Dr. Hans Aschenbrenner bei einem Vortrag der Wald-Vereins-Sektion Neukirchen b. Hl. Blut. Der Besucherandrang hielt sich am vergangenen Mittwoch im Gasthof zum Bach leider in Grenzen.

Wer da war, zeigte sich begeistert von dem, was Dr. Aschenbrenner zum Thema erzählte. Untermalt mit großartigen Natur- und Tieraufnahmen machte sich Referent nach der Begrüßung durch Sektionsvorsitzenden Dr.Gerhard Kram auf die Suche nach Urwaldrelikte im Wald. Als herausragendes Beispiel stellte er eines der ältesten Waldreservate Europas, den Kubany-Urwald (Boubin), in der Obermoldauregion gelegen, in den Mittelpunkt.

Trotz der herausragenden Funktion dieses Urwaldes im Nachbarland ließen sich aber auch zahlreiche derartige Schutzgebiete auf bayerischer Seite finden, die zeigen, wie sich ein Wald ohne menschliches Zutun entwickeln kann. Der Referent zeigte die geographische Lage des Kubany-Waldes. In der südböhmischen Region nahe Vimperk (Winterberg) liegt das 47 Hektar große Urwaldgebiet. Ein Holzzaun umgibt das Urwaldgebiet, das zudem noch von einem über 600 Hektar großen Schutzring umgeben ist. Der Urwald von Kubany wurde früher in verschiedenen Büchern und Aufzeichnungen der bekannten Böhmerwaldschriftsteller wie Karl Klostermann, Hans Watzlik oder Adalbert Stifter wegen seiner Eigenheiten verewigt. Er inspirierte auch die Komponisten Bedrich Smetana und Antonin Dvorak in ihrem Schaffen. Laut Dr. Aschenbrenner lässt sich das Alter der Urwaldflächen nur schwer einschätzen. Den entstandenen „Urwald“ erklärte er mit einem Wald, der sich unberührt von Menschenhand entwickeln konnte.

Urwald bedeute auch Bruch-, Tot- oder Niederholz, und jeder Baum sei ein Unikat. Früher sei der Wald überwiegend zu Jagdzwecken oder als Weidefläche genutzt worden. Neben dem Alter ist der Totholzanteil in einem unberührten, naturnahen Wald ein auffallendes Kennzeichen. Bäume keimen, wachsen, altern und sterben. Totholz sei also ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald. Totholz sei die Lebensgrundlage tausender Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen, Flechten und Algen und spiele als Dünger eine große Rolle bei der Naturverjüngung der Wälder.

Die Bilder bekundeten das Nebeneinander von gesunden, absterbenden, toten, jungen und alten Bäumen und führten so den Kreislauf des Vergehens und Entstehens eindringlich vor Augen. Seltene Tiere, Pilze und wunderbare Blütenpflanzen bereichern zudem einen solchen Lebensraum. (kfp)

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