MyMz
Anzeige

Cham

St. Josef-Senioren auf den Spuren des „Räuber Heigl“

Auf den Spuren des „Räuber Heigl“ wanderten am Dienstag im Pfarrheim die Senioren der Pfarrei St. Josef.

Maria Kalz bedankte sich mit einem Präsent bei Klaus Fechter für die spannende und wahre Geschichte vom „Räuber Heigl“.  Foto: Fleischmann
Maria Kalz bedankte sich mit einem Präsent bei Klaus Fechter für die spannende und wahre Geschichte vom „Räuber Heigl“. Foto: Fleischmann

Cham.Klaus Fechter, früher Polizeichef in Cham, war ein kundiger Erzähler der Räubergeschichte, ist er doch in Hohenwarth in unmittelbarer Nähe der geschichtsträchtigen Räuberhöhle am Kaitersberg geboren. Begrüßt wurde er vom Teammitglied Maria Kalz, die auch Manfred Hruby, der den Nachmittag mit passender Musik begleitete, willkommen hieß. Das abenteuerliche Leben des Höhlenmenschen Michael Heigl ist, so Fechter, genauestens erforscht. Geboren wurde Heigl 1817 als zehntes von zwölf Kindern. Aufgewachsen ist er in ärmlichen Verhältnissen als Inwohnerkind und war dann als Hütbub und Kleinknecht bei Ramsrieder Bauern. Er machte eine Lehre bei einem Schlossermeister in Furth und beging dort seine erste große Straftat, als er die Geldtruhe des dortigen Pfarrers ausräumte. Heigl erhielt in der Folgezeit für seine Missetaten in schöner Regelmäßigkeit Strafen mittels Stockschlägen und Zwangsarbeit im Arbeitshaus. Besonders toll trieb er es, als er als Kapuziner verkleidet für die Fertigstellung der Regensburger Domtürme sammelte. „Räuber Heigl“ hatte auch Freundinnen, mit denen er acht Kinder hatte, die alle nach ihrer Geburt bei Bauern eingelegt wurden. Trotz aller Missetaten hegte die Bevölkerung rund um den Kaitersberg große Sympathien für ihn, die es ihm ermöglichten, sich immer wieder den Gesetzeshütern zu entziehen. Die Kontrollen wurden engmaschiger, jedes Dorf bekam eine Gendarmerie mit sechs Beamten, und bei der Fahndung wurde eine Belohnung von 600 Goldgulden ausgesetzt. Heigls Räuberleben nahm nach weiteren Taten sein Ende. Der Bauerssohn Josef Schmid entdeckte ein Liebespaar, das den Weißen Regen durchwatete und wegen der hohen Belohnung informierte er die Gendarmerie in Hohenwarth, die mit 400 Mann die Gegend um den Kaitersberg durchstreifte. Diese nahmen Heigl und seine Geliebte, die „Rote Res“, am 17. Juni 1853 zwischen 7 und 9 Uhr nach einem Schusswechsel am Kaitersberg fest. Heigl wurde vom 21. bis 27. Juni 1854 in der Vollzugsanstalt Straubing der Prozess gemacht. 63 Anklagepunkte (47 Verbrechen, davon 15 wegen Raubes) lagen vor. Zum Prozess waren 87 Zeugen geladen. Geschworene sprachen Heigl am 26. Juni 1854 schuldig. Das Todesurteil durch Appellationsrat Persch sollte am folgenden Tag vollstreckt werden. Nach dem Gnadengesuch an König Maximilian II. wandelte dieser das Urteil in eine lebenslange Kettenstrafe um. Heigl verbüßte seine Strafe im Zucht- und Arbeitshaus München-Au. Wegen guter Führung wurde er dort Hilfsaufseher. Am 5. Januar 1857 wurde er von zwei Mithäftlingen mit einer schweren Eisenkugel der Fußfessel erschlagen. (cgf)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht