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Montag, 24. September 2018 13° 3

Kommune

Stadt saniert die Wohnblöcke

Der Stadtrat hat einstimmig entschieden, dass die sechs Blöcke mit Sozialwohnungen in Cham-West nicht verkauft werden.
Von Johannes Schiedermeier

Die Wohnblöcke in der Gartenstraße und der Wolfgang-Schmidbauer-Straße werden in den nächsten Jahren Haus für Haus saniert und an ein Blockheizkraftwerk angeschlossen. Foto: Schiedermeier
Die Wohnblöcke in der Gartenstraße und der Wolfgang-Schmidbauer-Straße werden in den nächsten Jahren Haus für Haus saniert und an ein Blockheizkraftwerk angeschlossen. Foto: Schiedermeier

Cham.Die sechs Blöcke mit 60 Sozialwohnungen entlang der Gartenstraße und der Wolfgang-Schmidbauer-Straße werden mit einem Aufwand von 3,5 bis vier Millionen Euro saniert. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Ein Verkauf, der ebenfalls im Gespräch war, wurde nicht mehr erwogen.

Stadtbaumeister Franz Pamler sprach von einer „behutsamen Sanierung“. Man werde trotz schlechterer Lärmdämmung die Holztreppen und hölzernen Zwischendecken belassen und nur verbessern. Bürgermeisterin Karin Bucher befürwortete dies mit dem Argument, dass man weiterhin bezahlbare Mieten haben wolle. Die Blöcke seien sehr gut belegt und meist mit Menschen, die wenig Geld zur Verfügung hätten. Kriterien gebe es nicht, aber eine Warteliste.

Auf Anfrage von MdL Dr. Karl Vetter bezifferte Stadtkämmerer Christian Plötz die Mieten derzeit auf 3,40 bis 3,70 Euro und in der Spitze 4,10 Euro pro Quadratmeter. Eventuell werde nach der Sanierung eine Erhöhung um einen Euro fällig. Das sei aber die Entscheidung des Stadtrates. „Sie müssen dann festlegen, wie viel von den Mehrkosten sie an die Mieter weitergeben wollen“, so Plötz. Dr. Vetter wollte auch wissen, ob es viele Familien dort gebe und nach welchen Kriterien die Stadt ihre Wohnungen vermiete. Bürgermeisterin Bucher berichtete, dass es kaum Kinder in den Blocks gebe. Besondere Kriterien gebe es bei der Vermietung nicht.

„Wir sind inzwischen bei einem Mietniveau von acht Euro plus X pro Quadratmeter angelangt.“

Bürgermeisterin Karin Bucher

Rund eine halbe Million Euro will die Stadt dadurch einsparen, dass das Bauamt die Planungen selbst übernimmt, so Stadtbaumeister Franz Pamler. Bürgermeisterin Karin Bucher erklärte, dass der Chamer Wohnungsmarkt sehr angezogen habe und es eine lange Warteliste für städtische Wohnungen gebe. „Wir sind inzwischen bei einem Mietniveau von acht Euro plus X pro Quadratmeter angelangt“, so die Bürgermeisterin. Sie kündigte eine Bewohnerversammlung an, auf der man den Bedarf ergründen werde und die Meinung der Mieter zum beabsichtigten Sanierungsumfang. Die Verwaltung habe aber beschlossen, in diesem Fall zuerst den Stadtrat nach seiner Entscheidung zu fragen, bevor man an die Bewohner herantreten werde.

Derzeit ist geplant, die Hülle der Wohnblöcke energetisch zu sanieren, Balkone anzubauen und neue Fenster einzusetzen. Innen sollen Elektro- und Sanitärinstallationen sowie Böden und Türen erneuert werden.

Kommentar

Eine gute Entscheidung ohne Alternative

Es war eine gute Entscheidung, die der Stadtrat am Donnerstag getroffen hat. 60 bezahlbare und gut sanierte Wohnungen in Händen der Stadt sind eine zukunftsweisendere...

Karl-Heinz Hampel begrüßte für die Freien Wähler die Entscheidung: „Ich sehe hier eine Verpflichtung der Stadt. In einer wirtschaftlich florierenden Stadt wie Cham muss sozialer Wohnungsbau möglich sein.“ Der Stadtrat sprach sich einstimmig dafür aus, 2018 mit der Planung zu beginnen und 20 000 Euro für Ingenieurbüro in den Haushalt einzustellen, das ein Heizkraftwerk planen soll. Daran sollen alle Blocks angeschlossen und mit Strom und Wärme versorgt werden. Außerdem muss zur Entlastung eine Stelle im Bauamt geschaffen werden, damit die Überwachungspflichten an den 64 städtischen Gebäuden wieder besser wahrgenommen werden.

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