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Stadtbibliothek: Die meisten Nutzer kommen aus dem Umland

Wer nutzt die Einrichtungen der Stadt? Eine Frage, die zuletzt im Schulverband der Johann-Brunner-Schule für Streit sorgte. Bei der Stadtbibliothek hat sich das Bayerwald-Echo die Zahlen einmal auflisten lassen und war überrascht über das Ergebnis: Die meisten Nutzer der erfolgreichen Bücherei in der Kreisstadt kommen aus dem Umland. Und dabei geht es nicht um ein paar Nutzer Vorsprung: Von den 2400 registrierten Nutzern kommen 800 aus dem Stadtgebiet und demnach 1600 aus Umlandgemeinden und aus dem gesamten Landkreis. Zwei Drittel der Leser der Stadtbücherei kommen also nicht aus der Stadt Cham.

Diese Zahlen untermauern das, was Bürgermeisterin Karin Bucher jüngst im Streit mit den Bürgermeistern der Umlandgemeinden in der Schulverbandssitzung der Hauptschule Cham gesagt hatte. Dabei ging es in der Debatte ums Geld, denn die Stadt zahlt im Schulverband mehr als sie muss und prozentual mehr als die Umlandgemeinden zum Bestand der Schule beitragen. Damit wollte sich Karin Bucher nicht mehr zufriedengeben und verlangte eine Neuberechnung. Schließlich profitiere das Umland nicht nur vom Schulstandort Cham, sondern auch von vielen anderen Einrichtungen wie etwa dem Hallenbad oder der Bibliothek – ohne etwa für den Unterhalt und zum jährlichen Defizitausgleich beizutragen. Die Bürgermeister der Umlandgemeinden – etwa auch der Schulverbandsvorsitzende, Vizelandrat und Bürgermeister Willmerings, Michael Dankerl – zweifelten die Wortmeldung grundsätzlich an und entgegneten, dass man, wenn man in die Stadt gehe, durchaus Eintritt zahle und dazu noch viel Geld für sonstige Anschaffungen in der Stadt lasse, sodass ein Gegenrechnen unfair sei.

Zumindest von den näher betrachteten Nutzer-Zahlen der Stadtbibliothek zeigt sich nun doch ein überraschend klares Bild, dass das Übergewicht des Umlandes deutlich macht und rein faktisch aus der Stadtbücherei eine Kreisbibliothek macht. Zu den eifrigen Lesern gehören etwa 70 Nutzer aus Waldmünchen, erläutert die Leiterin Evelyn Fellner Einzelheiten. Dort gebe es kleine Bücherei, deshalb habe man von dort auch viel Zuspruch. Leser hat die gut sortierte und oberpfalz-weit in den Nutzerzahlen ganz vorn stehende Chamer Stadtbibliothek aber auch aus Lam, Roding oder Furth im Wald. Aus den direkten Umlandgemeinden kommen aus Willmering 60 Nutzer, aus Waffenbrunn 50, aus Schorndorf 46 und aus Traitsching 80. Viele, die in Cham arbeiten, jedoch außerhalb wohnen würden, nähmen sich Bücher, Musik oder Filme aus der Stadtbibliothek mit nach Hause, so Fellner. Geboten wird den Besuchern ein aktuelles und vielseitiges Angebot. Um diese Erfolgsgeschichte zu erhalten, greift die Stadt tief in die Tasche nicht. Jährlich gilt es ein Defizit von rund 170000 Euro auszugleichen.

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