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Kommune

Stadtrat fordert neues Konzept von Sana

Die ins Spiel gebrachte Schließung der Rodinger Klinik stand im Mittelpunkt der Sitzung. Klärschlamm-Entsorgung wird teuer.
Von Bastian Schreiner

Wohin führt der Weg der Rodinger Klinik? Sana will die Krankenhaus-Landschaft im Landkreis Cham neu diskutieren. Foto: Schreiner/Archiv
Wohin führt der Weg der Rodinger Klinik? Sana will die Krankenhaus-Landschaft im Landkreis Cham neu diskutieren. Foto: Schreiner/Archiv

Roding.Die Sana Kliniken machen im Landkreis Cham ein dickes Minus und bringen jetzt die Schließung des Rodinger Krankenhauses ins Spiel. Der Plan stößt in Roding auf massive Kritik. In der Stadtratssitzung am Donnerstagabend hat Bürgermeister Franz Reichold seinen Ärger über die Aussagen des Konzerns erneuert und die Argumentation als nicht nachvollziehbar abgestempelt.

„Am Standort Roding hat Sana Personal abgebaut, versprochene Schwerpunkte nicht umgesetzt und nie investiert“, sagte Reichold. Die Defizite würden nicht an einem Standort, sondern in den jeweiligen Abteilungen an allen drei Häusern gemacht werden. Reichold weiß aber auch, dass vor Ort die Entscheidungen der Bundespolitik ausgebadet werden müssen. „Krankenhäuser gehören in staatliche oder kommunale Hände“, forderte er. Sana sei in Roding gefordert und müsse ein Zukunfts-Konzept vorlegen. „Die Schließung des Rodinger Hauses wird nicht der Schlüssel zum Erfolg sein“, stellte Reichold klar.

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Ärztehaus statt Klinik?

Dr. Michael Jobst appellierte in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Pro Gesundheit daran, auf Kreisebene an einem Strang zu ziehen. Dass die Klinik in Roding einerseits von Sana ausgeblutet und andererseits zum Sündenbock für die Probleme erklärt werde, ist laut Jobst paradox. „Es wird nicht mehr zu verhindern sein, das Krankenhaus in der jetzigen Form zu erhalten“, meinte Alfred Wittmann. Die ambulante Versorgung werde künftig an Bedeutung gewinnen, weshalb man auf den Ausbau des MVZ oder den Bau eines Ärztehauses dränge müsse, so Wittmann. Sebastian Meier forderte, dass Sana die vertraglich verankerten Aufgaben erfüllen solle. Er warf die Frage in den Raum, ob Sana noch der richtige Partner sei. Abschließend stellte das Gremium die Forderung auf, dass der Konzern schnellst möglich ein neues Konzept für Roding vorlegen soll.

„Wir müssen weiterhin sorgfältig abwägen zwischen Investitionen in die Zukunft und der Beherrschbarkeit der Verschuldung.“

Dr. Michael Jobst, Stadtrat

Weiter ging es mit Finanzen. Der Rechnungsprüfungsausschuss hat an zwei Prüfungstagen den Jahresabschluss der Stadt für das Haushaltsjahr 2018 geprüft. Es zu keinen wesentlichen Feststellungen gekommen. Vorsitzender Dr. Michael Jobst zog ein Fazit: „Die Stadt Roding hat eine gute Einnahmen- und Liquiditätssituation.“ Die Investitionen der vergangenen Jahre in Bauland und Gewerbegebiete und damit in Einnahmen durch Einkommenssteuerbeteiligung und Gewerbesteuer würden Früchte tragen. „Wir müssen aber weiterhin – wie bisher auch – sorgfältig abwägen zwischen Investitionen in die Zukunft unserer Stadt und der Beherrschbarkeit der Verschuldung“, so Jobst.

Stadtrat in Kürze

  • Kienholz:

    Der Erweiterung der Ortsabrundungssatzung für den Ortsteil stimmten die Stadträte ebenso zu wie der Änderung des Bebauungsplanes.

  • Mitterdorf:

    Grünes Licht gab es für die Änderung des Bebauungsplanes „Langacker“ und die Aufstellung des Bebauungsplanes „Südhang“.

  • Fronau:

    Der Ortsabrundung für den Ortsteil wurde zugestimmt.

  • Strahlfeld:

    Der Bebauungsplan „Schmalixfeld“ wurde geändert.

Zudem beschloss der Stadtrat, den Jahresüberschuss 2018 in Höhe von fast fünf Millionen Euro der Ergebnisrücklage zuzuführen. Es folgte der Bericht von Kämmerer Josef Zwicknagl zum Budget zum 30. September. Die meisten Tätigkeiten laufen nach Plan, zum Jahresende könne die Verschuldung auf unter 19 Millionen gedrückt werden.

Erhöhung der Gebühren möglich

Die Kläranlage reinigt das Abwasser, zurück bleibt der Klärschlamm. Dessen Entsorgung regelt die Stadt ab 2020 neu. Foto: Schreiner/Archiv
Die Kläranlage reinigt das Abwasser, zurück bleibt der Klärschlamm. Dessen Entsorgung regelt die Stadt ab 2020 neu. Foto: Schreiner/Archiv

Bei den Städtischen Betrieben explodieren die Kosten für die Klärschlamm-Entsorgung. Statt mit 152.000 Euro rechnet Geschäftsführer Manfred Janker heuer mit Ausgaben in Höhe von 266.000 Euro. Grund sei eine neue Verordnung, wonach die Entsorgung nur noch in Monoverbrennungs-Anlagen möglich ist. Doch die Kapazitäten dieser Anlagen reichen nicht aus. „Wir haben Glück, dass wir einen Partner gefunden haben“, sagte Reichold. Ab 2020 werde der Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf die Entsorgung übernehmen. „Die Kosten werden sich dann wieder einpendeln“, ist Janker überzeugt. Dass die Abwassergebühren in Zukunft dennoch angepasst werden müssen, könne die Stadt aber nicht ausschließen.

Janker blickte auf eine „vernünftige Freibadsaison“. Jedoch sei eine Druckleitung defekt, die 2020 auf jeden Fall repariert werden muss. Er rechnet mit Kosten im sechsstelligen Bereich. Zunächst werde man aber den Bürgerentscheid abwarten. Da das Kanalnetz in die Jahre gekommen ist, steige die Zahl der Rohrbruche. „Die Erneuerung der Leitungen muss vorangetrieben werden“, so Janker.

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