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Wirtschaft

Starker Anstieg der Arbeitslosen in Cham

Teilweise waren im Januar im Landkreis Cham mehr als doppelt so viele Menschen ohne Job als im Vormonat.

Der Wintereinbruch lies die Zahl der Arbeitslosen im landkreis Cham nach oben schnellen.. Foto: Patrick Seeger/dpa
Der Wintereinbruch lies die Zahl der Arbeitslosen im landkreis Cham nach oben schnellen.. Foto: Patrick Seeger/dpa

Cham.Im Bezirk der Arbeitsagentur Cham stieg die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar stark an. Binnen Monatsfrist erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um rund 1000 Personen bzw. 73,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote kletterte von 2,4 Prozent im Dezember auf 4,1 Prozent im Berichtsmonat. Im Januar 2019 lag die Quote bei 4,0 Prozent. Mitte Januar waren knapp 2350 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet, rund 100 Personen bzw. 4,5 Prozent mehr als im Januar des vergangenen Jahres.

„Hauptgrund für den Anstieg der Arbeitslosigkeit sind saison- und witterungsbedingte Entlassungen im Bauhaupt- und Baunebengewerbe und anderen Außenberufen. Die gute Nachricht lautet, dass fast alle Saisonarbeitslosen eine Wiedereinstellungszusage haben. Die wenigen Arbeitnehmer ohne Zusage können sehr gut zu anderen Firmen vermittelt werden. Verglichen mit den Vorjahren und insbesondere Vorjahrzehnten handelt es sich im Landkreis Cham mit 4,4 Prozent um eine sehr niedrige Winterarbeitslosigkeit“, sagt der Leiter der Geschäftsstelle Cham, Hans-Peter Hausladen.

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Winter lässt Arbeitslosen-Zahlen steigen

Die wachsenden Zahlen im Bereich der Agentur für Arbeit Cham seien Saison-typisch. Und eine Trendwende steht schon bevor.

Baugewerbe hofft auf viele Aufträge

Das Baugewerbe erwartet 2020 eine sehr gute Auftragslage, die sich auf dem Niveau der Vorjahre bewegt. Für die kommende Saison, die weit vor Ostern liegen könnte, wurden der Arbeitsagentur bereits etliche neue Arbeitsstellen gemeldet. Sie beziehen sich fast ausnahmslos auf Facharbeiter. Wegen der milden Witterung haben die Unternehmen im Januar vielfach Aufträge abarbeiten können.

Gute Einstellungschancen bieten sich aktuell Fachkräften aus fast allen Wirtschaftszweigen, insbesondere aus dem Metallgewerbe, dem Elektrohandwerk und der Elektroindustrie, dem Gesundheits- und Pflegesektor sowie dem Hotel- und Gaststättenbereich.

„Nachdem die Nachfrage nach angelernten Kräften und Helfern immer geringer wird, bleibt berufliche Weiterbildung und Qualifizierung auch zukünftig ein wichtiges Thema“, betont Hausladen. Er weist insbesondere die Saison-Kurzarbeitergeldbezieher und deren Firmen darauf hin, dass es hier hervorragende Fördermöglichkeiten gibt, um die beschäftigungslose Zeit zu nutzen. Die auf hohem Niveau liegende Nachfrage nach Arbeitskräften zog noch einmal an. Im Januar meldeten die Betriebe dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters rund 300 offene Stellen, knapp 130 Offerten bzw. 72,7 Prozent mehr als im Januar 2019.

Arbeitslosigkeit mehr als verdoppelt

Im Bezirk der Geschäftsstelle Bad Kötzting prägten ebenfalls saison- und witterungsbedingte Entlassungen im Bau- und Baunebengewerbe den Arbeitsmarkt. Mitte Januar waren knapp 880 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet, rund 470 Personen mehr als im Dezember. Das waren mehr als doppelt so viele wie im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren rund 20 Personen bzw. 2,6 Prozent mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote sprang von 2,5 Prozent im Dezember auf 5,4 Prozent im Januar 2020. Im Januar des vergangenen Jahres lag die Quote bei 5,3 Prozent.

Hausladen hat trotz der hohen Winterarbeitslosigkeit zwei gute Nachrichten: „Zum einen haben nahezu alle Saisonarbeitslosen im Bauhauptgewerbe eine Wiedereinstellungszusage, zum anderen liegt die Arbeitslosigkeit zum dritten Mal seit 2018 in einem Januar deutlich unter der Marke 900.“

Unveränderte Lage in der Industrie

Im Baunebengewerbe stieg die Arbeitslosigkeit ebenfalls witterungsbedingt an. Es konnten Anfang bis Mitte Januar etliche Heizungsbauer und Maler ihre Arbeit bereits wieder aufnehmen. Im wichtigen Wirtschaftszweig Industrie ist die Lage in den meisten Branchen unverändert gut. Die Betriebe haben etliche neue Fachkräftestellen gemeldet. Bei den holzverarbeitenden Betrieben ist witterungs- und jahreszeitlich bedingt die Auftragslage rückläufig. Die Unternehmen haben die Mitarbeiter über die Wintermonate freigestellt.

Die Hotels und Gaststätten verzeichneten gute Umsätze in den Weihnachtsferien. Im Januar blieben aufgrund des Schneemangels viele Wintersportler weg, was sich negativ bemerkbar machte. Mit einer deutlichen Steigerung der Gästeauslastung ist in vielen Betrieben erst in den Faschingsferien Ende Februar zu rechnen.

Im Gesundheitsgewerbe besteht weiter Fachkräftebedarf im Pflegebereich, in Kliniken und Praxen. Senioren- und Pflegeheime, Ambulante Pflegedienste, Therapiepraxen sowie Kliniken sind sehr gut ausgelastet. Bewerber stehen faktisch nicht zur Verfügung. „Ein Wermutstropfen ist das fehlende Interesse von ungelernten jungen Bauarbeitern an Umschulungen und Qualifizierungen.

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