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Investition

Start zum Millionen-Ausbau des AQACUR

Für mehr Attraktivität erhält das Wellnessbad in Bad Kötzting einen erweiterten Sauna- und Gastro-Bereich und neue Technik.
Von Roman Hiendlmaier

Ein neuer Anbau soll eine neue Sauna beinhalten und auch Platz für einen neuen Umkleidebereich schaffen. Bild-Animation: Geising & Böker
Ein neuer Anbau soll eine neue Sauna beinhalten und auch Platz für einen neuen Umkleidebereich schaffen. Bild-Animation: Geising & Böker

Bad Kötzting.Der Startschuss ist gefallen: nach sechs Jahren Planung und Vorbereitung wird das Aqacur aller Voraussicht nach 2020 erweitert und modernisiert. Das beschloss der das Bad betreibende Zweckverband am Freitag.

Die Bade- und Saunawelt Aqacur soll auch in zehn Jahren das touristische Aushängeschild der Stadt und eine Attraktion für den Landkreis bleiben. Davon waren Konrad Nagl als Vertreter von Landrat Franz Löffler und Bürgermeister Markus Hofmann bei der Sitzung des Zweckverbandes überzeugt. So strömte im Vorjahr wieder fast eine viertel Million Besucher in die Badewelt, eine seit Jahren in etwa konstante Größenordnung. Die Attraktivität des Sauna-Bereichs des Bads und die gute Arbeit der Mitarbeiter um AQACUR-Geschäftsführer Karl-Heinz Lummer lässt die Betreiber, die Stadt und der Landkreis, ruhig schlafen.

Wegen Überfüllung geschlossen

Allerdings weist Lummer seit Jahren darauf hin, dass das 2005 eröffnete Bad in die Jahre kommt. Ob Wartung, Pflege, oder Ersatz defekter Ausstattung: die Kosten, das AQACUR in Schuss zu halten, steigen. Auch steigen die Anforderungen der Kundschaft, die das Bad mit modernisierten Freizeitbädern anderer Kommunen sowie den Wellness-Bereichen der Hotels vergleichen würden. Nachdruck wurde Lummers Erweiterungsplänen verschafft, dass es immer öfter Zeiten gibt, in denen das AQACUR derart voll ist, dass keine Bade- und Saunagäste mehr eingelassen werden konnten. Seit sechs Jahren diskutiert der Zweckverband einen Anbau in der Sauna. Einmal war der Bereich schon erweitert worden, weil die bestehenden Liegeflächen und Saunen nicht mehr ausreichten.

Referenzobjekt: Mit 250 000 Gästen jährlich ist das AQACUR neben dem Kurpark die Einrichtung der Badestadt und neben dem Sinocur das Referenzobjekt wenn es um die Ausrichtung der Stadt als Präventionskurort geht. Foto: Hiendlmaier
Referenzobjekt: Mit 250 000 Gästen jährlich ist das AQACUR neben dem Kurpark die Einrichtung der Badestadt und neben dem Sinocur das Referenzobjekt wenn es um die Ausrichtung der Stadt als Präventionskurort geht. Foto: Hiendlmaier

Der neue Bereich wird laut Lummer den steigenden Anforderungen der Gäste und der Betreiber Rechnung tragen. Es wird Ruhezonen geben, Bereiche mit Liegen (welche sich die Besucher auch für einen ganzen Tag reservieren lassen können) und bequemes Mobiliar. Küche und Gastronomie sind aktuell für den Bedarf der Gäste viel zu klein. Also wird im Anbau eine eigene gastronomische Einrichtung entstehen, in der speziell die Sauna-Gäste zum Zuge kommen können.

Rückblick

AQACUR zieht ganz entspannt Bilanz

Das AQACUR verfehlt knapp die magische Marke von 250000 Besuchern. Der Anbau wird wohl nicht vor 2020 realisiert werden.

Eigentlich sollte für das Projekt heuer Baubeginn sein, jedoch verzögerten sich die Vorbereitungen. Lummer nutzte die Zeit, finanzielle Rücklagen aufzubauen, schließlich steigen bekanntlich seit Jahren auch die Baukosten gerade im öffentlichen Sektor. Auch wurde intensiv danach Ausschau gehalten, Zuschüsse von Freistaat, Bund oder der EU zu erhalten.

Aktuell, also vor den Ausschreibungen, sieht die Finanzplanung so aus: Geschäfte Gesamtkosten 4,5 Millionen, davon rund 1,5 Millionen Zuschüsse.

Modernisierung: Mit knapp 15 Jahren ist die Technik in die Jahre gekommen. Energie- und Wassertechnik werden im Zuge der Erweiterung erneuert. Wohl auch darum könnte das AQACUR deshalb im Sommer 2020 vorübergehend schließen. Foto: Weber
Modernisierung: Mit knapp 15 Jahren ist die Technik in die Jahre gekommen. Energie- und Wassertechnik werden im Zuge der Erweiterung erneuert. Wohl auch darum könnte das AQACUR deshalb im Sommer 2020 vorübergehend schließen. Foto: Weber

Vor Jahren lag die erste Kostenschätzung noch bei knapp drei Millionen Euro. Nun kommen rund eine Million hinzu, für eine neue Entwässerungstechnik sowie eine komplett neue Stromanlage. Dies sei notwendig, so Lummer, um einen ökonomischen und zukunftssicheren Betrieb der vergrößerten Anlage gewährleisten.

Die Eigentümer können Lummers Vorplanung des Projekts entspannt beobachten. Die konstanten Besucherzahlen sorgen für konstante Einnahmen von jährlich rund 1,5 Millionen Euro. Leichte Preissteigerungen und/oder Besucherzuwächse sollen bis 2022 die Einnahmen von den AQACUR-Nutzern um rund zehn Prozent auf 1,7 Millionen Euro erhöhen.

Ambiente und Preise im Blick

Für Stadt und Landkreis bedeutet die Belastung der Badnutzer sogar eine Kostensenkung: Zur Deckung der Betriebskosten zahlen sie – im Verhältnis 60 Prozent Stadt, 40 Prozent Landkreis – seit Eröffnung 270 000 Euro pro Jahr. 2018 fiel die Umlage auf 200 000, heuer beträgt sie 190 000 und im kommenden Jahr noch 180 000 Euro.

Finanzen: Die AQACUR-Kostenträger Stadt und Landkreis (Foto: Landrat Löffler und Bürgermeister Hofmann mit Finanzminister Füracker) können dem Projekt entspannt entgegenschauen. Dank Rücklagen und Zuschüssen steigt ihre Kostenbelastung nicht, sie sinkt bis 2020 sogar leicht.Foto: Wutz
Finanzen: Die AQACUR-Kostenträger Stadt und Landkreis (Foto: Landrat Löffler und Bürgermeister Hofmann mit Finanzminister Füracker) können dem Projekt entspannt entgegenschauen. Dank Rücklagen und Zuschüssen steigt ihre Kostenbelastung nicht, sie sinkt bis 2020 sogar leicht.Foto: Wutz

Karl-Heinz Lummer und Bürgermeister Markus Hofmann versprechen jedoch, zum einen den Charakter des Bads wie auch die Nutzungspreise im Auge zu behalten, um das von den Besuchern geschätzte Ambiente zu vergleichsweise moderaten Preisen beizubehalten. Der Vorsatz gelte laut Lummer auch für den Neubau: „Die Architekten sagen, dass es ihnen am liebsten wäre, die Nutzer würden gar nicht bemerken, dass eine Erweiterung stattgefunden hat.“

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