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Neuauflage

Steinberger hat noch viel Wut im Bauch

Der Pösinger geht nächste Woche beim härtesten Radrennen Europas mit 2200 Kilometern und 30 000 Höhenmetern an den Start.
Von Thomas Mühlbauer

Rainer Steinberger will es in Österreich noch einmal wissen. Foto: Steinberger
Rainer Steinberger will es in Österreich noch einmal wissen. Foto: Steinberger

Pösing.Die Vorbereitung ist nahezu abgeschlossen für das nächste große Abenteuer, das der Pösinger Ultracycler Rainer Steinberger in Angriff nimmt. Denn am 13. August startet er erneut beim Race Around Austria, bei dem es gilt, die Alpenrepublik in 2200 Kilometern und 30 000 Höhenmetern nonstop zu umrunden.

Interview

Eine Niederlage, die Kraft gibt

Der Pösinger Radfahrer Rainer Steinberger (42) musste beim Race Around Austria aufgeben – und zieht neue Motivation daraus.

Bereits im vergangenen Jahr ging Steinberger hier an den Start, musste das Rennen aber in Führung liegend 500 Kilometer vor dem Ziel aufgrund des Schlafmangels beenden. „Die Vorbereitung war sehr gut“, berichtet der Pösinger. Der Sommer hat gut mitgespielt. So konnte Steinberger lange Einheiten absolvieren. „Für die Natur war es nicht optimal, aber fürs Radfahren umso besser.“

In den Tagen vor dem Start gilt es jetzt, noch gut zu regenerieren. „Weniger ist jetzt gerade in der Zeit vor dem Start mehr“, so der Pösinger. Die Anreise erfolgt dabei mit sechs Betreuern in zwei Autos. „Bis vor kurzem hatte ich noch einen Betreuernotstand, aber das hat sich jetzt auch zum Guten gewendet.“ Denn mit weniger Begleitern die Reise nach Österreich anzutreten, wäre nicht sinnvoll gewesen.

Schlaf ist einkalkuliert

Begleiten werden Steinberger Christian Karl, Georg Pillmeier, Timo Roider, Frank Betthausen, Norbert Bierl und Björn Micko. Während Steinberger auf dem Rad sitzt, kann sich immer ein Team der Betreuer in gebuchten Pensionen von den Strapazen erholen. Auf der gesamten Strecke rechnet Steinberger mit vier bis fünf Betreuerwechseln. Dabei ist man in diesem Jahr gut vorbereitet, so dass man einen Fehler wie 2019 nicht mehr macht.

„Wir haben gewisse Dinge einfach falsch gelöst, das war auch etwas mit die Unwissenheit.“

Rainer Steinberger

„Schlaf ist in diesem Jahr mit einkalkuliert.“ Denn 2018 musste Steinberger in Führung liegend 500 Kilometer vor dem Ziel völlig erschöpft vom Rad steigen und das Rennen aufgeben, nachdem ihm der Schlafmangel gehörig einen Strich durch die Rechnung machte. „Wir haben gewisse Dinge einfach falsch gelöst, das war auch etwas mit die Unwissenheit“, so Steinberger rückblickend. Denn zu einem solch langen Rennen gehört Schlaf mit dazu. Sobald der 43-Jährige in diesem Jahr Müdigkeit verspürt, wird vom Rad gestiegen und eine kleine Pause gemacht – im Ultracycling – Powernapping genannt.

Top drei am Ende?

Kurz danach ging es nicht mehr: 2018 hatte Rainer Steinberger beim RAA aufgeben müssen. Heuer will er die Scharte auswetzen. Foto: Frank Betthausen
Kurz danach ging es nicht mehr: 2018 hatte Rainer Steinberger beim RAA aufgeben müssen. Heuer will er die Scharte auswetzen. Foto: Frank Betthausen

Doch auch hier will Steinberger nicht länger als 15 bis 20 Minuten schlafen, denn ansonsten wird die Wirkung verfehlt. „Du kannst hier einfach verarbeiten, was du erlebt hast. Das kurze Regenerieren ist dabei extrem wichtig für die Psyche, und der Körper kann sich auch erholen“, kennt der Pösinger die Tricks, wie man so ein langes Rennen erfolgreich gestalten kann.

Nachdem die Vorbereitung gut geklappt hat, ist die Erwartungshaltung groß, doch festlegen möchte sich Steinberger vorab ungern, was es am Ende werden soll: „Das ist natürlich auch vom Wetter abhängig, ich werde es auf jeden Fall nicht langsamer angehen, als im letzten Jahr.“

Denn auf dem Rundkurs rund um die Alpenrepublik kann man eben Wind, Hitze und Regen schlecht einschätzen. Gerade das erste Drittel der Strecke ist sehr flach und windanfällig. Doch auf jeden Fall hat Steinberger noch viel Wut im Bauch: „Klar wurmt dich das, wenn du das Ziel nicht gesehen hast. Ich möchte auf jeden Fall die Ziellinie diesmal sehen. Die Latte liegt ja bereits.“

Ein Platz unter den ersten Drei soll es am Ende auf jeden Fall werden, dabei richtet Steinberger aber keinen Blick auf die starke Konkurrenz. „Ich fahre mein eigenes Rennen und am Ende schauen wir, was dabei herauskommt.“ Denn der Pösinger sieht es ganz nüchtern: Entweder er ist der Jäger oder das Fluchttier.

Wobei es auf den 2200 Kilometern viele Unwägbarkeiten gibt, gerade in den Bergen, wo das Wetter schnell umschlagen kann. Auf die Strecke wird Steinberger dabei im Start- und Zielort St. Georgen am Dienstagabend um 20 Uhr gehen. Und läuft alles nach Plan, hofft der Pösinger darauf, nach rund 90 Stunden das Ziel zu erreichen.

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Das Rennen

  • Distanz:

    Das Rennen weist 2200 Kilometer mit 30000 Höhenmetern auf, die es nonstop zurückzulegen gilt. Dabei dürften die schnellsten Fahrer rund 90 Stunden brauchen.
    Jede Menge Alpenpässe warten auf die Fahrer, darunter auch das Hochtor des Großglockners, Kühtai oder auch die Silvretta Hochalpenstraße.

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