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Natur

Streuobstwiesen sind vielfältiger Lebensraum

2000 und 2008 wurden diese auf Ausgleichsflächen für zwei Baugebiete angepflanzt und sind nun ein artenreiches Biotop.

  • Die Weitläufigkeit der Further Streuobstwiese zeigt dieses Bild. Im Vordergrund eine Krachweide, die der Wind umgelegt hat. Foto: fer
  • Der regelmäßige und richtige Baumschnitt ist das A und O der Obstbaumpflege.

FURTH IM WALD.Bei eiskaltem Ostwind fanden sich am Sonntagnachmittag doch einige Unentwegte auf der städtischen Streuobstwiese am Hoferauer Weg ein, um mit Stadtgärtner Stefan Ege den „Lebensraum Streuobstwiese“ zu erkunden.

Elfriede Kelnhofer vom Städtischen Kulturamt begrüßte die Teilnehmer zu diesem Angebot im Rahmen der „Further Grünen Woche“. Ege Stefan stellte zu Beginn „seinen“ Streuobstgarten vor. Er stand erst ganz kurz beim Further Bauhof im Dienst, als ihm 2000 die Aufgabe zukam, auf dem Ausgleichsgelände für das Baugebiet Grabitz 80 Obstbäume zu pflanzen. Mit der Ausgleichsfläche „Ausbau B 20“ wuchs das Streuobstwiesenareal 2008 auf 20 000 Quadratmeter an und weitere 90 Bäume wurden gepflanzt. Insgesamt 64 Obstsorten umfasst der Streuobstgarten. Dazu kommen noch ein Vogelbeer- und ein Walnussbaum.

Bei einem Rundgang erwies sich Ege als absoluter Obstbaumexperte. Er erkannte jeden von ihm gepflanzten Baum und wusste jede Obstsorte und ihren Pflegebedarf zu beschreiben. Dass ihm seine Bäume ans Herz gewachsen sind, zeigt sich auch, dass er hier nicht nur als Stadtgärtner agiert, sondern auch viel Freizeit in den Streuobstgarten investiert.

Für den Erfolg einer Obstbaumpflanzung ist eine fachgerechte Pflege gerade in den ersten Jahren wichtig. Dazu gehört auch der Obstbaumschnitt. Hochstämmige Obstbäume, wie sie im Further Streuobstgarten zu finden sind, sind langlebige Gehölze, die bei guter Pflege ein Ertrags- und Lebensalter von 50 bis 100 Jahren erreichen.

Die Streuobstwiese am Hoferauer Weg wird nur einmal im Jahr gemäht und ist somit ein ökologisches Kleinod für die Tier- und Pflanzenwelt. Am oberen Rand wird die Streuobstwiese durch einen baumbewachsenen Bühl begrenzt. Das ganze Gelände ist deshalb ein Paradies für Insekten und Vögel. Die Insekten sorgen für die Bestäubung der Blüten und die Vögel bedanken sich, indem sie Schädlinge aus den Rinden picken. Hasen, die auf den großen freien Flächen oft wenig Deckung finden, finden sie hier zuhauf.

Die städtische Streuobstwiese ist für jedermann frei zugänglich, betonte der Stadtgärtner. Zur Erntezeit können sich die Bürger ihr Lieblingsobst in haushaltsüblichen Mengen kostenlos selbst pflücken. Für die Mitglieder des Dienst- und Sporthundevereins, dessen Trainingsgelände an die Streuobstwiese anschließt, hatte Ege ein Lob parat: In den vielen Jahren, in denen er jetzt das Gelände betreut, sei ihm dort noch keine Hundehinterlassenschaft untergekommen. (fer)

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