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Rötz

„Sucht im Alter ist keine Schande“

Zum Thema „Probleme sind lösbar – auch im Alter!“ referierte im Fürstenkasten in Rötz Professor Dr. Reinhart Schüppel, Chefarzt an der Fachklinik Furth im Wald.

Wolfgang Rießelmann (l.) vom Landratsamt in Cham stellte den Referenten Professor Dr. Reinhart Schüppel (r.) vor. Foto: Franz Bucher
Wolfgang Rießelmann (l.) vom Landratsamt in Cham stellte den Referenten Professor Dr. Reinhart Schüppel (r.) vor. Foto: Franz Bucher

Rötz.„ referierte im Fürstenkasten in Rötz Professor Dr. Reinhart Schüppel, Chefarzt an der Fachklinik Furth im Wald. Im Vortrag ging es um das Gesundbleiben beim Altwerden. „Senioren sehen nicht mehr aus wie Senioren. Wir leben länger, die Lebenserwartung steigt und beträgt durchschnittlich 80 Jahre“, sagt Professor Reinhart Schüppel. „120 Jahre sind zu schaffen“, so der Referent. Älter werden gehe automatisch.

Der menschliche Körper altert unterschiedlich. Beeinflusst werde das Altern durch genetische Ursachen, durch Abnutzung und Verschleiß bei Gelenken, Gefäßen und Nervenzellen. Eine Rolle spielen komplexe Wechselwirkungen wie die schlechtere Durchblutung, Hormonmangel, der Lebensstil und Stress. Die psychische Gesundheit, so Schüppel, ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfe , die normalen Lebensbelastungen bewältige, produktiv und fruchtbar arbeite und imstande sei, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen.

In der Altersgruppe der 65-Jährigen leiden 17 Prozent an Depression, zwölf Prozent an Demenz und zwei Prozent an Sucht. Die Gründe für die Abhängigkeit sind angesichts von psychosozialen und gesundheitlichen Risikofaktoren vielfältig. In stationären Einrichtungen der Altenhilfe seien 25 Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen alkoholabhängig, so der Referent. Sucht oder Abhängigkeit liege vor, wenn der Alkoholkonsum nicht mehr steuerbar sei. Auf das Suchthilfesystem eingehend nannte der Referent das Aufsuchen eines Arztes, einer Klinik oder einer Beratungsstelle.

Ältere Suchtkranke unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von jüngeren. Das gilt besonders für die „Wege in die Sucht“ und die große Scham, wenn es um das Thema Sucht geht. Die Diagnostik und die Therapie müssen das berücksichtigen. Sucht im Alter sei keine Schande und kein Grund, die Augen zu verschließen. (wbx)

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