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Tradition

Tagung des Verbands in der „Diaspora“

Der Oberpfälzer Gauverbund der Heimat- und Trachtenvereine tagte in Hiltersried. Dabei fanden auch Neuwahlen statt.

Die neugewählte Vorstandschaft des Oberpfälzer Gauverbandes Ost Foto: Franz Bucher
Die neugewählte Vorstandschaft des Oberpfälzer Gauverbandes Ost Foto: Franz Bucher

Schönthal.Die Gebietsversammlung Ost des Oberpfälzer Gauverbunds der Heimat- und Trachtenvereine hat am Sonntag in Hiltersried stattgefunden. Dabei bestätigten die Mitglieder aus Schwandorf, Cham und Schmidmühlen Wolfgang Bittner als Gebietsvertreter. Aus den Berichten der Vorstandschaft ging hervor, dass die Mitglieder in den Gebietsvereinen immer weniger werden, ebenso die Aktivitäten.

Adolf Bindl stellte als Vorsitzender den Volks- und Gebirgstrachtenverein Hiltersried vor. Er informierte, dass der Ortsverband kein Vereinslokal, keine Jugend und keine Plattlergruppe mehr habe. Man müsse zusehen, wie es mit dem Verein weitergehe. Der Gebirgs- und Trachtenverein Hiltersried zähle derzeit noch 49 Mitglieder.

Gebietstrachtenwartin Brigitte Irlbacher berichtete vom ersten Netzwerk-Treffen des Bezirks für Trachtenschneiderinnen und Interessentinnen im Freilandmuseum Neusath. Hier stellte sich der neue Trachtenpfleger des Bezirks, Florian Schwemin, vor. Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx hielt einen Vortrag über den ersten historischen Volkstrachtenzug in München.

Über Zukunft diskutiert

Dieser sei von Maximilian Schmidt, genannt „Waldschmidt“ aus Eschlkam, organisiert worden. Beim Treffen wurde auch über die Zukunft der Trachtenpflege diskutiert. Irlbacher erinnerte an das 90-jährige Jubiläum des Trachtenvereins Schmidmühlen mit der Trachtenausstellung im Schmidmühlener Schloss. Ausgestellt waren unter anderem alte Trachten aus dem Schmidmühlener Rathaus, alte Handwerksgeräte und sonstige zur Tracht gehörigen Gegenstände. Die Gebietstrachtenwartin regte an, Trauerrosetten oder schwarze Schleiferln auf Vorrat anzuschaffen.

Gebietsjugendleiterin Doris Stegerer berichtete von der Teilnahme junger Erwachsener zusammen mit der Blaskapelle „Boaznhocker“ aus Auerbach und einer kleinen Abordnung des Isargaues an der „Grünen Woche“ in Berlin. Weiter informierte sie über die Jugendleiterschulung in der Jugendherberge Pottenstein, das Deutsche Trachtenfest in Lübben und den Deutschen Gaujugendtag, der im Schlossgarten von Pirkensee stattfand. Stegerer hob hervor, dass die Vereine aus dem Gebiet bestens vertreten waren und die Veranstaltung auch von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurde. Ausrichter des Gaujugendtages war das Gebiet Ost. Dabei fand auch ein Jugendtag des Kreisjugendringes in Steinberg am See statt. Für einen gemeinsamen Auftritt habe eine „Gebietsjugendtanzprobe“ stattgefunden, die großen Anklang fand. Beim Zeltlager in Auerbach waren 120 Teilnehmer aus 17 Vereinen dabei, davon vier Vereine des Gebietes Ost. Dieses Jahr durften die Jugendlichen einen Tag den Oberpfälzer Gauverband auf der „Oidn Wies’n“ in München vertreten. Dabei zeigten sie ihr Können auf der Bühne im Festzelt „Tradition“. Gebietsvortänzer Gerald Stauber berichtete über die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr.

Sowohl Gebietspressewart Roman Janker als auch Gebietsmusikwart Hans Mulzer waren entschuldigt. Sie hatten aber mitgeteilt, dass sie sich nicht mehr zur Wahl stellen. Mulzer berichtete schriftlich, dass keine eigenen Veranstaltungen im Gebiet stattfanden. Er selbst wirkte jedoch bei anderen mit. Er bedauerte, dass die Zahl der Musiker und Gesangsgruppen rückläufig sei. Es werde immer schwieriger, Mitwirkende für jegliche Veranstaltung zu gewinnen.

Gebietsvertreter Wolfgang Bittner informierte, dass auch er keine Veranstaltungen durchführen konnte. Er brachte einen Gesetzentwurf zur Änderung des Waffengesetzes/Messerverbot zur Sprache. Das Gesetz würde Trachtler einschränken, seien Messer doch ein wichtiger Bestandteil der Tracht. Dieses Thema sei bereits bei einem Besuch im Heimat- und Finanzministerium in Nürnberg mit dem Minister Albert Füracker diskutiert worden. Füracker solle sich im Kabinett dafür einsetzen, dass eine Ausnahmeregelung für die Brauchtumspflege und den Sport unbedingt aufrechterhalten werden müsse. Nächstes Jahr finde im Rahmen des Weidener Volksfestes das Gautrachtenfest statt. Die nächste Gebietsversammlung findet am 25. Oktober 2020 in Schwandorf statt.

Kein leichter Stand

Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Schönthal, Georg Dietl, betonte in seinem Grußwort, dass die Trachtenvereine in der vielfältigen Vereinslandschaft keinen leichten Stand haben. Es sei schwierig, die Jugend für den Trachtenverein zu begeistern. Hiltersried sei zudem ein bisschen „Diaspora“, merkte er an. Dennoch setze sich der Trachtenverein für den Erhalt der bayerischen Kultur und die Pflege des Brauchtums ein. (wbf)

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