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Recht

Tankbetrug oder Abrechnungsfehler?

Ein 23-Jähriger stand vor dem Richter, weil er an der Tankstelle in Roding nicht bezahlt haben soll. Er widersprach dem.

Der Richter sprach den Angeklagten nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ frei. Foto: Malte Christians/dpa
Der Richter sprach den Angeklagten nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ frei. Foto: Malte Christians/dpa

Roding.Wegen Tankbetrugs stand ein 23-jähriger Mann vor dem Chamer Amtsgericht. Im Juni 2019 war er mit seiner Freundin auf dem Weg zu einem Badeweiher, als er in Roding an einer Tankstelle stehenblieb und knapp zehn Liter Kraftstoff für 15 Euro tankte. Die beiden gingen daraufhin in die Tankstelle, suchten sich Getränke aus, und er bezahlte diese. Im Nachgang fiel auf, dass laut Zapfsäule der Sprit nicht bezahlt wurde, und die Tankstelle zeigte dies an.

In der Verhandlung beim Amtsgericht Cham betonte der Angeklagte mehrfach, dass er sich ziemlich sicher sei, bezahlt zu haben. Seinen Angaben zufolge war er vorher auch auf der Bank und habe Geld abgehoben. „Das ist mir noch nie passiert“, hob er hervor und: „Das war bestimmt keine Absicht.“ Den entstandenen Schaden habe er längst beglichen, die offenen 15 Euro habe er bei der Tankstelle kurz nach dem Vorfall bezahlt.

Als Zeugin trat die Kassierin auf. Sie erinnerte sich, dass viel los war an diesem Tag. Auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft, ob es sein könne, dass vergessen wurde, die Zapfsäule abzurechnen, meinte sie: „Das kann schon mal vorkommen.“ Die Staatsanwaltschaft beantragte, den Angeklagten nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten) freizusprechen. Dem schloss sich Richterin Birgit Fischer an. (cta)

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