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Rückblick

Tausende Stunden für uns alle

Das Waldmünchner BRK kommt in manchen Bereichen an seine Grenzen. Freude über Neuaufnahmen und den Zusammenhalt
Von Klaus Scherr

Für langjährige Mitgliedschaft wurden diese Frauen und Männer ausgezeichnet. Irmtraud und Wieland Oberhofer (Dritter von rechts) sind bereits seit 55 Jahren BRK-ler, Alfred Gillitzer (Dritter von links) seit einem halbem Jahrhundert.Fotos: Scherr
Für langjährige Mitgliedschaft wurden diese Frauen und Männer ausgezeichnet. Irmtraud und Wieland Oberhofer (Dritter von rechts) sind bereits seit 55 Jahren BRK-ler, Alfred Gillitzer (Dritter von links) seit einem halbem Jahrhundert.Fotos: Scherr

Waldmünchen.Im vollbesetzten Lehrsaal der BRK-Hauses begrüßte Bereichsvorsitzender Dr. Peter Hering die gesamte Rotkreuz-Familie aus Waldmünchen zur Jahresversammlung. Die Leiterin des Frauenarbeitskreises Karin Betz erinnerte an drei Blutspendetermine in Waldmünchen und vier in Schönthal, an denen die Frauen für die Registrierung und Verpflegung gesorgt hatten. Mithilfe ist auch angesagt beim Seniorennachmittag. Zusammen mit acht Monatsversammlungen sammelten die fleißigen zwölf Frauen im Vorjahr 528 Stunden. Dies sind über 300 weniger als im Vorjahr, hat aber einzig den Grund, dass kein Markplatzfest veranstaltet wurde.

Sie leisteten die meisten ehrenamtlichen Stunden, rechts Bereichsvorsitzendem Dr. Peter Hering.
Sie leisteten die meisten ehrenamtlichen Stunden, rechts Bereichsvorsitzendem Dr. Peter Hering.

Walter Urban, der neue Leiter der Rettungswache, ging auf die personellen Veränderungen beim hauptamtlichen Personal ein. Die bisherigen Kräfte unterstützen jetzt Tobias Böhm, der kurz vor seiner Prüfung zum Notfallsanitäter steht, und Andreas Biebl, der erste Notfallsanitäter mit dreijähriger Ausbildung. Bei den Einsatzzahlen gingen die Krankentransporte um 82 auf 382 zurück, während bei Notfalleinsätzen ein Plus von 31 auf 250 zu verzeichnen waren.

Mehr Notarzteinsätze

Gestiegen sind ebenso die Notarzteinsätze, von 349 auf 381. Insgesamt gab es ein leichtes Minus von 999 auf 980 Einsätze. Damit bleibt die Rettungswache Waldmünchen in den vergangenen fünf Jahren im zufriedenstellenden Bereich von rund 1000 Einsätzen. Keineswegs zufriedenstellend ist dagegen der Rückgang der ehrenamtlich geleisteten Rettungsdienststunden. Waren es 2018 noch 1997, so wurden 2019 nur noch 1327 Stunden erbracht. Die Gründe sind laut Urban gestiegene Anforderungen sowie bedingt durch das Ausscheiden von ehrenamtlichen Mitarbeitern, allen voran sein Vorgänger Alfred Gillitzer.

Die neue Wasserwacht-Führung: Andreas Dietl, Stefanie Kurzendorfer
Die neue Wasserwacht-Führung: Andreas Dietl, Stefanie Kurzendorfer

Veränderungen in den Führungspositionen gab es auch bei der Wasserwacht. Mit Andreas Dietl und Stefanie Kurzendorfer verjüngte sich die Speerspitze dieser Gemeinschaft und diese traf es bekanntlich am Neujahrsmorgen mit dem Brand im Perlseestrandbad sehr schwer. Erst im Sommer wurden in den Umbau der Wachstation über 1200 Helferstunden und rund 20 000 Euro investiert, „und nun liegt alles in Schutt und Asche“. Trotzdem blicken die beiden zuversichtlich in die Zukunft und mit 534 Mitgliedern, davon rund 100 Aktive, haben sie genügend „Manpower“ hinter sich, um die Herausforderungen zu meistern. 2019 haben die 19 Kräfte der Schnelleinsatzgruppe 564 Stunden absolviert, informierte Dietl. Für das Seefest, 2019 wieder ein Besuchermagnet, waren 100 Helfer nötig.

Die Wachdienste im AquaFit (258 Stunden) und am Perlsee (248) brachten die Helfer an ihre Grenzen, betonte Stefanie Kurzendorfer. Die Vorhaltezeit musste reduziert werden, in Zukunft soll die Jugend verstärkt eingebunden werden. Derzeit verfügt die Wasserwacht über 50 Nachwuchskräfte. Das Jugendtraining wurde in drei Gruppen aufgeteilt, neun Betreuer wendeten dafür 437 Stunden auf. Die Gesamtstunden summierten sich auf 3670. Dietl betonte, dass der Wachdienst auch heuer sichergestellt werden kann. Für die Übergangszeit wird ein Container aufgestellt.

Für die BRK-Bereitschaft hatte Dieter Müller viele gute Nachrichten mitgebracht. Der Sanitäts-Dienst beim Neujahrsskispringen wurde mit neun Teilnehmern besucht, so vielen wie noch nie. Die beste Nachricht waren aber die sieben neuen Mitglieder. 52 von gesamt 82 Mitgliedern sind aktiv, freute er sich. Verstärkung ist auch notwendig, denn bei den 26 Sanitätsdiensten sind 371 Stunden angefallen. Dies sind 140 mehr als 2018. Im gesamten aktiven Bereich fielen dagegen mit 2748 Stunden einige weniger an als im Vorjahr (3719).

Weniger Blutspenden

Für den Bereich Blutspende berichtete Andreas Urban von einem Rückgang der Spender um zehn Prozent auf 1377 Noch gravierender war der Rückgang bei den Erstspendern: von 141 auf 109. Urban führt dies auf die Reduzierung der Blutspendetermine von 16 auf 15 zurück.

Wachleiter Walter Urban stellte die Zahlen der Rettungswache vor.
Wachleiter Walter Urban stellte die Zahlen der Rettungswache vor.

Bürgermeisterstellvertreter Martin Frank stellte zu den ehrenamtlichen Stunden im Rettungsdienst fest, dass 1000 Stunden 25 Wochen hauptamtliche Arbeit bedeuten. Die Bevölkerung sei froh und dankbar, dass die BRK-Gemeinschaften für Sicherheit in der Stadt und im Umland sorgen. An die Wasserwacht gerichtet stellte er die Unterstützung der Stadt beim Neubau der Wachstation in Aussicht. Bis dahin sprach er sich genauso wie Dietl für eine Containerlösung aus.

Ehrungen und Neuaufnahmen

  • Treue:

    Dieter Müller konnte einige Mitglieder für langjährige Treue ehren. Lisa Scherr und Hermine Wanninger sind seit 15 Jahren BRK-ler. Sylvia Dirscherl trat vor 35 Jahren bei, Josef Dirscherl und Dr. Klaus Hör sind seit vier Jahrzehnten Mitglied. Alfred Gillitzer wurde für 50 Jahre Treue geehrt, Irmtrud und Wieland Oberhofer gar für 55 Jahre.

  • Neue:

    Karin Böhm, Lisa Bruckmüller, Marcus Urban, Sabrina Edinger, Patrick Wünsch, Sabrina Steudle und Tobias Böhm traten der Bereitschaft 2019 bei.

  • Fleiß:

    Die fleißigsten Mitglieder waren Lisa Scherr, Lena Lommer, Karin Böhm, Andreas Urban, Nikolaus Scherr und Dieter Müller.

Dem Kreisverband geht es sehr gut, stellte Dr. Hans Schneider fest, aber klar sei, dass die eigentliche Arbeit in den Gemeinschaften vor Ort durchgeführt wird. Es sei sehr außergewöhnlich, wenn ein Mensch viele Stunden schon für die Ausbildung zur ehrenamtlichen Tätigkeit auf sich nehme. Dies sei keineswegs selbstverständlich und verdiene höchste Anerkennung. Dies mache zuversichtlich für alle Herausforderungen, die kommen mögen.

Herzlichen Dank sagte Kreisbereitschaftsleiter Norbert Winkler. Er meinte, die Gemeinschaften in Waldmünchen haben einiges zu bieten und brauchen sich nicht verstecken. Neben der alltäglichen Arbeit dürften Geselligkeit und Spaß nicht zu kurz kommen, betonte er.

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