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TCM-Klinik kooperiert enger mit Unis

Die Klinik in Bad Kötzting wird Zentrum für traditionelle chinesische Medizin – und soll zum kulturellen Austausch beitragen.
Von Alois Dachs

Die Leiterin des Staatsamtes für Traditionelle Chinesische Medizin, Prof. Dr. Yu Yanhong, und Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath enthüllten im Beisein von Politikern und Medizinern beider Länder die Tafel für das Chinesisch-Deutsche TCM-Zentrum von Anton Staudinger (2.v.l.). Fotos: Dachs
Die Leiterin des Staatsamtes für Traditionelle Chinesische Medizin, Prof. Dr. Yu Yanhong, und Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath enthüllten im Beisein von Politikern und Medizinern beider Länder die Tafel für das Chinesisch-Deutsche TCM-Zentrum von Anton Staudinger (2.v.l.). Fotos: Dachs

Bad Kötzting.Als einen Meilenstein in der Entwicklung des Gesundheitsstandortes Bad Kötzting feierten am Samstag Partner aus China und dem Bayerischen Wald den Kooperationsvertrag zwischen der TCM-Klinik Bad Kötzting, der Beijing University of Chinese Medicine, der Technischen Universität München und der Technischen Hochschule Deggendorf. Ziel dieser verstärkten Zusammenarbeit ist neben der Förderung der traditionellen chinesischen Medizin in Europa und China vor allem auch ein kultureller Austausch, bis hin zum Medizintourismus.

Der Eigentümer des künftigen chinesisch-deutschen TCM-Zentrums, Anton Staudinger, berichtete den Gästen von einer Investition des chinesischen Staates an der Seidenstraße, die das Ziel habe, traditionelle chinesische Medizin weltweit zu verbreiten, die Methoden von TCM zu lehren, entsprechende Forschung zu betreiben und im Rahmen entsprechender Kooperationsverträge auch kulturellen Austausch zu fördern.

Alle vier Partner profitieren

Konzept: Das Konzept des Chinesisch-Deutschen Zentrums für TCM Bad Kötzting erläuterte Professor Dai Jingzhang, der mit Dr. Stefan Hager seit Jahren die medizinische Leitung der Klinik hat. Austausch von medizinischem Wissen und Kulturangeboten sollen ausgebaut werden. Fotos: Dachs
Konzept: Das Konzept des Chinesisch-Deutschen Zentrums für TCM Bad Kötzting erläuterte Professor Dai Jingzhang, der mit Dr. Stefan Hager seit Jahren die medizinische Leitung der Klinik hat. Austausch von medizinischem Wissen und Kulturangeboten sollen ausgebaut werden. Fotos: Dachs

Professor Dai Jingzhang, der seit vielen Jahren die TCM-Klinik Bad Kötzting gemeinsam mit Dr. Stefan Hager als Chefarzt führt, erläuterte Plan und Ziel des in der vergangenen Woche unterzeichneten Kooperationsvertrages, mit dem auch das IGM-Lebensstilprogramm aus Bad Kötzting nach China „exportiert“ werden soll. Neben der Ausbildung in TCM-Diagnose- und Heilmethoden sollen der Austausch von Praktikanten, gemeinsame Forschung über Präventivmedizin, aber auch Sprachunterricht und kultureller Austausch von dem chinesisch-deutschen Zentrum ausgehen. In einer Videobotschaft gratulierte auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Hummel den Kooperationspartnern zu diesem Erfolg. Immerhin sei dies die erste Klinik im Ausland, die diesen Status zugesprochen erhielt.

Sehen Sie hier ein Video zur traditionellen chinesischen Medizin

Im Video sehen Sie Prof. Dai in der Kräuterapotheke

Bürgermeister Markus Hofmann bezeichnete den Kooperationsvertrag als „Meilenstein für Bad Kötzting“, gratulierte Klinikbetreiber Anton Staudinger zu diesem Erfolg, dankte den Fachkräften aus China, die seit 27 Jahren in der Bad Kötztinger großes Engagement zeigen und vor allem wegen ihrer Freundlichkeit überall geschätzt würden.

Goldenes Buch: Die Leiterin des Staatsamtes für Traditionelle Chinesische Medizin zeigte sich beim Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt überrascht, als sie dort bereits eine Porträtzeichnung von sich auf der vorbereiteten Seite vorfand. Fotos: Dachs
Goldenes Buch: Die Leiterin des Staatsamtes für Traditionelle Chinesische Medizin zeigte sich beim Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt überrascht, als sie dort bereits eine Porträtzeichnung von sich auf der vorbereiteten Seite vorfand. Fotos: Dachs

Der Vizepräsident der Pekinger Universität für TCM, Professor Wang Wei, gab in seinem Grußwort der Freude Ausdruck, dass dieses erste chinesisch-deutsche TCM-Zentrum in Bayern eröffnet werden kann. Schließlich sei die seit 27 Jahren mit Erfolg betriebene TCM-Klinik das einzige zugelassene Haus, in dem für stationäre Behandlung von Anfang an die Krankenkassen die Kosten übernahmen. 27 000 Patienten seien hier bisher behandelt worden und das Haus habe großen Anteil daran, dass die traditionelle chinesische Medizin mittlerweile weltweit geschätzt werde.

Gäste: Zahlreiche Gäste  aus Bayern und China wurden Zeugen eines denkwürdigen Aktes im neuen chinesisch-deutschen Zentrum für traditionelle chinesische Medizin. Die Kooperation wird als „Meilenstein“ für Bad Kötzting gefeiert, wo TCM seit 27 Jahren praktiziert wird. Fotos: Dachs
Gäste: Zahlreiche Gäste aus Bayern und China wurden Zeugen eines denkwürdigen Aktes im neuen chinesisch-deutschen Zentrum für traditionelle chinesische Medizin. Die Kooperation wird als „Meilenstein“ für Bad Kötzting gefeiert, wo TCM seit 27 Jahren praktiziert wird. Fotos: Dachs

Die Gesundheit eines Volkes zähle zu den wichtigsten Grundwerten, sagte Landrat Franz Löffler, dem Anton Staudinger zur Wahl zum Präsidenten aller bayerischen Bezirkstagspräsidenten gratulieren konnte. Der Erfolg der Medizin werde gerne daran gemessen, wie sehr sie den Menschen helfen kann. Dass von 27 000 Patienten, die bisher in der TCM-Klinik behandelt wurden, 70 Prozent „höchst zufrieden“ waren, beweise auch, dass TCM mittlerweile ein wichtiger Teil unseres Gesundheitssystems ist.

Wichtiger Schritt für die Region

Kultur: Um die Kultur der Pfingstrittstadt den Gästen aus China zu vermitteln, überreichte Bürgermeister Markus Hofmann an die Vize-Gesundheitsministerin der Volksrepublik China ein Buch über 600 Jahre Pfingstritt-Geschichte, verbunden mit einer Einladung zur Reiterprozession. Fotos: Dachs
Kultur: Um die Kultur der Pfingstrittstadt den Gästen aus China zu vermitteln, überreichte Bürgermeister Markus Hofmann an die Vize-Gesundheitsministerin der Volksrepublik China ein Buch über 600 Jahre Pfingstritt-Geschichte, verbunden mit einer Einladung zur Reiterprozession. Fotos: Dachs

In einer Grußbotschaft nannte die chinesische Generalkonsulin in München TCM den „Schlüssel zum Schatz der chinesischen Medizin“. Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath, der Vorsitzende im Gesundheitsausschuss, nannte die Einbeziehung der Klinik als Zentrum für traditionelle chinesische Medizin einen wichtigen Schritt für die gesamte Region. Der ganzheitliche Ansatz, der hier die Behandlung bestimme, sei genau die personalisierte Medizin, die für die Zukunft angestrebt werde. Bad Kötzting als eines „der bekanntesten und prominentesten Heilbäder in Bayern“ sei genau der richtige Standort dafür, auch wegen der Verbindung mit Naturheilkunde in TCM und Kneipp, sagte Seidenath.

Lesen Sie hier ein Porträt über die TCM-Klinik in Bad Kötzting

Die Leiterin des Staatsamtes für traditionelle chinesische Medizin, Prof. Dr. Yu Yanhong, stellte in ihrem Vortrag fest, TCM sei mittlerweile in 183 Ländern der Welt präsent. TCM-Forscher seien 2015 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden und die Akupunktur gehöre zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Ziel des neu eingerichteten chinesisch-deutschen TCM-Zentrums Bad Kötzting solle eine breite Kooperation sein, sagte die Vize-Gesundheitsministerin, ehe sie gemeinsam mit Vertretern aus China und Bayern eine Tafel enthüllte, auf der die künftige Zusammenarbeit dokumentiert ist.

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