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Kommunalpolitik

Teilerfolg im Kampf gegen Funkmast

Die Willmeringer Interessensgemeinschaft freut sich über die Ablehnung des Gemeinderates und hofft auf das Landratsamt. Dort liegt der Antrag vor.
Von Johannes Schiedermeier

Mit dieser Fotomontage hatte die Interessengemeinschaft der Willmeringer Bürger gegen den Bau der Anlage in der Gemeinde appelliert.Fotomontage: privat

Willmering. Der Willmeringer Gemeinderat hat einstimmig gegen den Bau eines Sendemastens auf dem Gelände der Firma Stahlbau Roider gestimmt. Der Bauantrag liegt nun am Tisch des Landratsamtes und soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Die Interessengemeinschaft, so Monika Kiefl, hoffe auf eine Ablehnung.

Friedrich Schuhbauer, Pressesprecher des Landrates, bestätigte, dass der Antrag inzwischen vorliegt. Die Baubehörde werde nun Stellungnahmen von allen möglichen Beteiligten einholen. Erfahrungsgemäß nehme das einige Wochen in Anspruch. Schuhbauer bestätigte auf Anfrage auch, dass es im Vorfeld ein Gespräch der Willmeringer Gemeindeverwaltung mit dem Landratsamt gegeben habe, in dem man die grundsätzliche rechtliche Lage besprochen habe. Bisher hat das Landratsamt erst einen Masten abgelehnt, der am Ziflinger Bierl im Außenbereich geplant war. Von weiteren Ablehnungen war Schuhbauer nichts bekannt.

Trotzdem hofft die Interessengemeinschaft nach dem Teilerfolg im Gemeinderat, so Monika Kiefl. Sie war bei der öffentlichen Sitzung im Gasthaus Waldfrieden in Geigen dabei und erlebte zu ihrer Freude mit, wie sich der Gemeinderat in Teilen sogar mit Wortmeldung der Argumentation der Interessengemeinschaft anschloss. So habe 3. Bürgermeister Hans Eichstetter unter anderem das Ortsbild von Geigen verunstaltet gesehen. Gemeinderat Xaver Meierhofer führte gesundheitliche Bedenken ins Feld und argumentierte gegen eine 24-stündige Strahlenbelastung der Bevölkerung und verwies auf die Wertminderung der Grundstücke.

Bürgermeister Michael Dankerl hatte zunächst mit seinem Geschäftsführer Werner Vogel über ein Gutachten berichtet, in dem die Gemeinde ein Grundstück bei der Kläranlage als Alternative prüfen habe lassen. Wie Vogel dem „Bayerwald-Echo“ erklärte, sei der bearbeitende Professor Wuschek zu dem Schluss gekommen, dass dieses Grundstück weniger geeignet sei. Der Standort Geigen sei besser.

Für den Fall, dass in Geigen gebaut werden sollte, einigte sich der Gemeinderat mit der Interessengemeinschaft, dass es eine Vorher-Nachher-Messung geben soll, die feststellt, ob es eine Verschlechterung gegeben hat. Drei Messpunkte darf die Interessengemeinschaft festlegen und einen die Gemeinde.

Der Mast, so Bürgermeister Dankerl, werde nicht, wie ursprünglich mitgeteilt, in Stahlbau gefertigt, sondern in Schleuderbeton.

Nach der einstimmigen Ablehnung bedankte sich Bürgermeister Dankerl bei der Interessengemeinschaft für die konstruktive Zusammenarbeit. Monika Kiefl gab den Dank zurück und erklärte, Willmering sei eben eine Gemeinde, die nicht mit dem Strom schwimme, sondern ihre eigenen Wege gehe.

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