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Testament kann Streit vermeiden


Anton Feigl

Notarin Anja Schaller erklärte, worauf man beim Testament achten sollte.  Foto: Anton Feigl
Notarin Anja Schaller erklärte, worauf man beim Testament achten sollte. Foto: Anton Feigl

Rettenbach. RettenbachOrganisiert von Generationenmanagerin Sabine Rost fand ein Vortrag zum Thema „Testament – was ist zu beachten?“ mit Anja Schaller, Notarin aus Wörth a. d. Donau, statt.

Ein Testament zu verfassen ist nicht einfach, erfordert es doch, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen und mit Entscheidungen für die Zeit danach. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge. Wenn man sein Vermögen jedoch ohne großen Verlust auf die nächste Generation übertragen möchte oder wenn die gesetzliche Erbfolge nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, ist es sinnvoll, seine Angelegenheiten zu Lebzeiten zu regeln. Ein Testament kann Streit vermeiden, Steuern sparen, einen Betrieb retten und sogar Gutes tun, wenn man seinen Besitz einer Stiftung oder einer gemeinnützigen Einrichtung zuwendet, so Schaller.

Erben ist die automatische Übertragung eines Vermögens, die mit dem Tod des Erblassers eintritt. Wer letztendlich erbt, richtet sich nach dem Testament. Gesetzliche Erben sind Verwandte, Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner. Der Erbanteil wird bestimmt durch das Verwandtschaftsverhältnis, den Familien- oder Güterstand. Nichteheliche Lebenspartner haben kein gesetzliches Erbrecht. In diesem Fall ist ein Testament oder ein Erbvertrag zwingend notwendig.

Notarin Schaller zeigte viele Konstellationen auf, wie eine Erbfolge aussehen könnte und informierte auch über den Ehegattenvoraus. Voraussetzung sei, dass der Ehegatte gesetzlicher Erbe ist. Er darf also nicht durch Verfügung von Todes wegen (Testament) zum Erben bestimmt worden sein.

Schaller ging auf die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten beim Testament ein. Es müsse auf jeden Fall handschriftlich und lesbar verfasst werden, mit der Orts- und Datumsangabe sowie mit einer eindeutigen Überschrift versehen und am Ende mit dem vollen Namen unterschrieben werden. Man könne seinen letzten Willen, beispielsweise mit dem Ehegatten, auch in Form eines Erbvertrags (notariell beurkundet) festlegen. Dieser könne, anders als beim Testament, nicht ohne weiteres geändert werden. Eine Änderung sei nur mit der Zustimmung des anderen Vertragspartners möglich.

Der Pflichtteil im Erbrecht sichert den nächsten Angehörigen, insbesondere den Kindern und Ehegatten, eine Mindestbeteiligung am Nachlass. Er wird unabhängig vom Willen des Erblassers gewährt und schränkt so dessen Testierfreiheit ein. Die Höhe des Pflichtteils bemisst sich an der Höhe des Erbes, aber je nach Rechtsordnung auch an der Zahl der Erben oder dem Verwandtschaftsverhältnis. Ein Pflichtteilsrecht haben Kinder, Ehegatten oder Eltern (wenn keine Abkömmlinge vorhanden sind). (rto)

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