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Ehrenamt

Theo Zellner bleibt BRK-Präsident

Mit 94,3 Prozent der Stimmen wurde der frühere Chamer Landrat bei der Landesversammlung in Erbendorf im Amt bestätigt.
Von Karl Pfeilschifter

Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, die zehn Jahre als BRK-Präsidentin engagiert gewesen war, beglückwünschte ihren Amtsnachfolger Theo Zellner zur Wiederwahl. Foto: Pfeilschifter
Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, die zehn Jahre als BRK-Präsidentin engagiert gewesen war, beglückwünschte ihren Amtsnachfolger Theo Zellner zur Wiederwahl. Foto: Pfeilschifter

Landkreis.Mit dem überragenden Ergebnis von 94,3 Prozent wurde Theo Zellner für weitere vier Jahre von den 370 Delegierten zum Präsidenten des Bayerischen Roten Kreuzes wiedergewählt. Bei der geheimen Abstimmung erhielt er 347 Stimmen. Am Samstag fand in der schmucken Stadthalle in Erbendorf, Landkreis Tirschenreuth, die 38. Landesversammlung des Bayerischen Roten Kreuzes statt.

Innenminister Joachim Herrmann lobte das ehrenamtliche Engagement der Helfer im Roten Kreuz. In seiner Ansprache stellte er die notwendige Verbesserung der Ausstattung des Katastrophenschutzes sowie des Rettungsdienstes heraus. Er betonte aber auch die Wichtigkeit und Notwendigkeit des gemeinsamen Katastrophenschutzzentrums. Die geänderten und oft lebensgefährlichen Einsätze wie bei Terroranschlägen erforderten eine neue Ausbildung aller Sicherheitskräfte und der Polizei.

„Ein starkes Stück Heimat“

Der Innenminister lobte das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt beim BRK und unterstrich, dass Bayern ohne das großartige Engagement der BRK`ler nicht so sozial wäre. Sicherheit sei für alle Menschen ein großes Thema. Dazu gehöre nicht nur der Schutz vor Kriminalität, sondern auch die schnelle Hilfe bei einem Unglücksfall. So sei neben der Polizei ein starker Rettungsdienst und Katastrophenschutz sehr wichtig. „Das Bayerische Rote Kreuz ist ein starkes Stück Heimat“, sagte der Minister unter dem Beifall der 370 Delegierten. Er ging auch auf die Nachwuchsgewinnung ein und erläuterte die Helferfreistellung. Auch die Ausbildung zum Notfallsanitäter sei ein wichtiger Meilenstein. Dies sei das bestausgebildete nicht ärztliche Rettungspersonal, von dem alle Mitbürger profitierten. Auch im Rettungsdienst werde zukunftsorientiert gearbeitet, so Hermann und verwies auf die telemedizinsche Unterstützung. Nicht zufrieden zeigte er sich mit den von der EU geforderten Ausschreibungen, welche wettbewerbsverzehrend seien.

Die Delegation aus Cham mit Franz Seidl, Markus Hausladen (v.l.) sowie Rettungsdienstleiter Michael Daiminger und Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner mit ihrem Kreisvorsitzenden und wiedergewählten Präsidenten Theo Zellner. Foto: Pfeilschifter
Die Delegation aus Cham mit Franz Seidl, Markus Hausladen (v.l.) sowie Rettungsdienstleiter Michael Daiminger und Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner mit ihrem Kreisvorsitzenden und wiedergewählten Präsidenten Theo Zellner. Foto: Pfeilschifter

BRK-Präsident Theo Zellner nannte mit Blick auf den mit etwa 450 Personen besetzten Saal die Landesversammlung ein Zeichen der Stärke des BRK, dem rund 800 000 Fördermitglieder, 200 000 Ehrenamtliche und 24 000 hauptamtliche Beschäftigte angehören. In seinem Resümee der vergangen vier Jahr stellte er die Geschlossenheit heraus. „Das Rote Kreuz ist die stärkste und größte Hilfsorganisation in Bayern“, betonte Zellner mit dem Hinweis, dass die Sicherheit der Bürger an erster Stelle stehe.

Viele der ehrenamtlichen Leistungen seien aber selbstverständlich geworden. „Selbstverständlichkeit ist der Feind der Wertschätzung“, betonte Zellner und nannte Vertrauen ein wichtiges Kapital. Sein Dank galt auch der Politik, angefangen von der Kommunal- bis zur Landespolitik, für die gewährte Unterstützung. Der Präsident verwies aber auch darauf, dass das BRK ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor mit vielen Arbeits- und Ausbildungsplätzen in 25 Berufen sei.

Als einen Höhepunkt jedes Jahres nannte der BRK-Präsident den „Starttag Ausbildung“, an dem jährlich etwa 800 junge Menschen ihre Ausbildung beim Bayerischen Roten Kreuz beginnen. Eine große Herausforderung in den Jahren 2015 und 2016 sei die Flüchtlingskrise gewesen. Hier hätten Verbandsgliederungen bestens zusammengearbeitet und in der Erstversorgung und der medizinischen Betreuung Hervorragendes geleistet.

Das Projekt „BRK der Zukunft“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gratuliert Theo Zellner zur Wiederwahl. Foto: Pfeilschifter
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gratuliert Theo Zellner zur Wiederwahl. Foto: Pfeilschifter

In Angriff genommen werden solle das Projekt „BRK der Zukunft“ mit den Schlagwörtern Erkennen, Bewahren, Entwickeln – Erkennen, was wir haben, Bewahren, was gut ist, und Entwickeln, was nötig ist. Besondere Themen seien auch die Entwicklung im Bereich des Ehrenamtes, der Fachkräftemangel, die Zukunft der Einsatzdienste sowie Pflege und Sozialarbeit.

Als Vizepräsidenten von Theo Zellner wurden Brigitte Meyer und MdL Dr. Paul Wengert wiedergewählt, ebenso bestätigt wurde Prof. Dr. med. Peter Sefrin als Landesarzt mit seinen Vertretern Dr. Florian Meyer und Dr. Erwin Ging. Hans-Frieder Bauer erhielt das Vertrauen als Landesschatzmeister mit seinen Vertretern Prof. Dr. Peter Bradl und Dr. Johannes Jörg Riegler.

Zum Landesjustiziar wurde Walter Gräf gewählt. Der BRK-Kreisverband Cham war in Erbendorf mit Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner, Rettungsdienstleiter Michael Daiminger, Markus Hausladen und Franz Seidl vertreten.

Der BRK-Präsident im Interview:

Herr Zellner, Sie wurden für weitere vier Jahre als BRK-Präsident gewählt. Worin ist ihr ehrenamtliches Engagement für das Bayerische Rote Kreuz begründet?
Schon als Landrat ist mir das Ehrenamt immer am Herzen gelegen. Die Schaffung des Treffpunkte Ehrenamt ist dafür ein Beleg. Ich wollte mich selbstverständlich als Landrat in die Organisation für Wohlfahrt und Sicherheit, die im Landkreis unersetzlich ist, ehrenamtlich mit einbringen. Nach meiner Pensionierung wurde ich gefragt, ob ich nicht meine Erfahrung für ganz Bayern im BRK einbringen möchte. Vor vier Jahren wurde ich dann in Altötting zum BRK-Präsidenten gewählt.

Welche Aufgaben müssen sie als Präsident des BRK erfüllen?

Ich bin oberster Repräsentant der fünf Gemeinschaften im BRK, Bereitschaften, Jugendrotkreuz, Wasserwacht, Bergwacht und Wohlfahrt. Ich vertrete die Interessen des BRK gegenüber der Bayerischen Staatsregierung sowie auf Deutscher Ebene. Dazu kommen noch unzählige Aufgaben in den BRK-eigenen Altenheimen, beim Blutspendedienst, bei Kindergärten und vielen mehr.

Wie sieht ihr Terminplan in einer Woche aus?

So zum Beispiel in einer Woche in November: Montag in Pfaffenhofen Präsidiums- und Landesvorstandssitzungen; Dienstag in München Spitzengespräch mit dem Landesfeuerwehrverband und Büroarbeiten in der Geschäftsstelle – ich bin dort verantwortlich für 140 hauptamtliche Mitarbeiter; Mittwoch BRK-Kreisvorstandssitzung in Furth im Wald; Donnerstag: Veranstaltung im „Zentrum für seltene Erkrankung“ in Regensburg; Freitag Ehrung langjähriger Mitarbeiter des Blutspendedienstes in Regensburg; m Samstag in Landsberg am 150-jähriges Jubiläum und Einweihung einer Katastrophenschutzhalle.

Weil viele Gerüchte über die Bezahlung ihres Amtes im Raum stehen, die Frage: Wie wird ihr Ehrenamt entlohnt?

Der Präsident des BRK ist ehrenamtlich und bekommt somit weder Gehalt noch Aufwandsentschädigung. Lediglich wird mir ein Fahrzeug ohne Fahrer zur Verfügung gestellt, um bayernweit meine Termine wahrnehmen zu können. Das sind im Jahr rund 60 000 bis 70 000 Kilometer. Als Fazit meines Ehrenamtes als BRK-Präsident kann ich ziehen, dass der Zeitaufwand zwar enorm ist. Aber ich wollte in meiner Pension noch etwas Anspruchsvolles tun. (cft)

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