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Gala

Thüringer Politbeben im Further ATT

Landrat Löffler spannt beim Jahresempfang einen Bogen zur Bundespolitik. Sandro Bauer setzt auf eine Power-Point-Päsentation.
Von Michael Gruber

Von Sandro Bauer gab es beim Jahresempfang 2020 keine Diskussions-Runde so wie im vergangenen Jahr, sondern Frontalunterricht mit einer Folien-Präsentation. Ein Jahresempfang sei der völlig falsche Zeitpunkt für Wahlkampf, sagte der CSU-Bürgermeisterkandidat. Foto: Gruber
Von Sandro Bauer gab es beim Jahresempfang 2020 keine Diskussions-Runde so wie im vergangenen Jahr, sondern Frontalunterricht mit einer Folien-Präsentation. Ein Jahresempfang sei der völlig falsche Zeitpunkt für Wahlkampf, sagte der CSU-Bürgermeisterkandidat. Foto: Gruber

Furth im Wald.Zwar fehlte der rote Teppich, doch durfte sich die Further Prominenz am Donnerstagabend zweifellos exklusiv behandelt fühlen: Rund 350 geladene Gäste wurden im ATT zum Jahresempfang der Stadt unter Blitzlichtgewitter empfangen. Traditionell begrüßte das Bürgermeister-Ehepaar Sandro und Tanja Bauer die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit einem persönlichen Handschlag. Daneben durften sich die Gäste auf ein Buffet aus der Küche von Daniel Siegl freuen: Zwiebelrostbraten und Gulasch standen auf der Speisekarte.

Unter den Stars des Abends waren das Ritterpaar aus dem Vorjahr, Andreas Scheuer und Tina Pohmer, sowie deren Nachfolger, Stefanie Decker und Manuel Jarosch. Daneben ließen sich auch viele CSU-Parteikollegen von Sandro Bauer an diesem Abend sehen, darunter Markus Ackermann aus Waldmünchen, Franz Reichold aus Roding, der CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp sowie Franz Löffler, der in seiner Funktion als Landrat ein Grußwort sprach.

Panne beim Mikrofon

Das amtierende Ritterpaar, Stefanie Decker und Manuel Jarosch, wurde von Sandro und Tanja Bauer begrüßt. Foto: Paleczek
Das amtierende Ritterpaar, Stefanie Decker und Manuel Jarosch, wurde von Sandro und Tanja Bauer begrüßt. Foto: Paleczek

Zunächst aber betrat Bürgermeister Sandro Bauer wie in jedem Jahr die Bühne, um in seiner Rede auf das vergangene Jahr in der Stadtpolitik zurückzublicken. Nur sorgte die Technik dieses Mal für Startschwierigkeiten. Knapp zwei Minuten lang kämpfte Bauer mit einem fehlenden Ton, bis der Techniker dem Rathauschef schließlich ein Ersatzmikrofon überreichte, das funktionierte. Anders als im Vorjahr verzichtete der Bürgermeister auf eine Diskussionsrunde: Ein Jahresempfang sei der völlig falsche Zeitpunkt für Wahlkampf, wollte Bauer betont wissen. Im Format einer Power-Point-Präsentation führte der Rathauschef das Publikum durch die Stadtentwicklungsprojekte.

Hier sehen Sie die besten Fotos des Abends in der Bildergalerie

Stadt Furth lädt zum Jahresempfang

Dabei zählte er die fertiggestellten Straßenbaumaßnahmen auf, gestand bei der Ausweisung von Baugebieten und der Beseitigung von Straßenschäden ein, dass es hier noch „großen Handlungsbedarf“ gebe. Beim Thema Landesgartenschau verwies Bauer auf eine E-Mail des kommunalen Prüfungsverbands, wonach die Stadt Furth mit den bisherigen Maßnahmen überdurchschnittlich früh dran sei.

Gefühlte Mitte von Europa

Das Siegls servierte ein Gala-Buffet für die geladenen Gäste. Foto: Paleczek
Das Siegls servierte ein Gala-Buffet für die geladenen Gäste. Foto: Paleczek

Landrat Franz Löffler würdigte in seiner Grußrede die Entwicklung der Stadt Furth im Wald zu einem attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe sich zuletzt von rund 3100 auf 3600 erhöht und auch die Einwohnerzahl habe zugenommen. Angesichts der demografischen Entwicklung sei dies bemerkenswert, sagte Löffler.

Kommune

Die Stadt Furth lädt zum Jahresempfang

„Wir alle sind Furth“, betonte Sandro Bauer, und bat jeden einzelnen Bürger um Unterstützung für das Projekt Gartenschau.

Hinzu käme, dass sich auch die Gewerbesteuereinnahmen von bisher 2,1 Millionen auf 3,4 Millionen Euro erhöht hätten, wie der Landrat erklärt: „Das sind sehr attraktive Zahlen, die zeigen, dass Furth seine Chancen sehr gut genutzt hat.“ Das 30-jährige Jubiläum der Grenzöffnung sei ein Thema, das Furth im Wald getroffen und geprägt habe. Hier habe es die Stadt heute geschafft, von der geografischen in die gefühlte Mitte Europas zu rücken.

„Das sind sehr attraktive Zahlen, die zeigen, dass Furth seine Chancen sehr gut genutzt hat.“

Landrat Franz Löffler

Inzwischen seien 4000 Fachkräfte aus Tschechien im Landkreis Cham beschäftigt, erklärte Löffler. Gleichzeitig gebe es 60 Firmen aus dem Landkreis, die im Nachbarland einen Betriebsstandort errichtet haben. Über Jahre sei hier ein gemeinsamer Wirtschaftsraum entstanden, genauso sei es gelungen, Kultur und Menschen zusammenzuführen, sagte der Landrat. „Das schafft Vertrauen.“

Große Sorge bereite ihm aber, was sich auf bundespolitischer Ebene abzeichne, erklärte Löffler und verwies auf die jüngsten Ereignisse im Thüringer Landtag: „Die Basis unseres Wohlstandes war in der Mitte unserer Volksparteien, wo es jetzt keine Mehrheiten mehr gibt.“ Diese hätten sich stattdessen nach ganz links und ganz rechts verschoben.

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Jahresempfang in Furth im Wald

Bekenntnis zu Frieden und Freiheit

Landrat Franz Löffler spannte in seinem Grußwort einen Bogen zu den bundespolitischen Ereignissen rund um die Thüringen-Wahl. Foto: Gruber
Landrat Franz Löffler spannte in seinem Grußwort einen Bogen zu den bundespolitischen Ereignissen rund um die Thüringen-Wahl. Foto: Gruber

Die Grundlage des Wohlstandes sei aber das Bekenntnis zu Frieden und Freiheit sowie eine geordnete Rechtsstaatlichkeit, sagte Löffler: „Diese Parteien haben aber eben mit dieser Rechtsstaatlichkeit an vielen Stellen Schwierigkeiten.“ Er habe sich die Frage nach den Ursachen gestellt, erklärte Löffler: „Im Tagesgeschäft denke ich mir öfter, es liegt an einer Vollversorgungsmentalität vieler Bürger.“ Der Staat vermittle den Eindruck, er sei für alles verantwortlich. „Der Landkreis Cham zeigt aber, dass es auch anders geht.“

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Der Orkan Sabine habe gezeigt, wie schnell über 1000 Einsatzkräfte der Feuerwehr bei rund 220 Einsätzen vor Ort sein könnten und zwar auf ehrenamtlicher Basis, erklärte Löffler. „Da wird nicht gejammert, sondern da wird angepackt.“ Die Frage sei, was der Einzelne tun könne, damit es dem Staat besser gehe und nicht andersherum, sagte der Landrat.

Die Further Prominenz wurde am Donnerstagabend im Foyer des ATT beim Jahresempfang der Stadt empfangen. Foto: Gruber
Die Further Prominenz wurde am Donnerstagabend im Foyer des ATT beim Jahresempfang der Stadt empfangen. Foto: Gruber

Am Ende seiner Rede appellierte Löffler noch an die „soziale Balance in der Gesellschaft“. Da, wo es möglich sei, sollten die Menschen möglichst solidarisch zueinander sein, gerade wenn es über Generationen hinweg gehe. „Da ist ganz egal, ob alt oder jung, gesund oder mit Behinderung, auch Ausländer sollten hier eine faire Chance bekommen, sich zu integrieren.“ Löffler betonte mit seiner Rede keinen Wahlkampf machen zu wollen. „Nur für eine Sache möchte ich werben: Gehen Sie wählen.“

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