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Region Cham
Donnerstag, 26. April 2018 15° 3

vortrag

Tipps für ein möglichst langes Leben zuhause

Martina Pfeilschifter von der Seniorenkontaktstelle des Landratsamtes gab Tipps fürs Wohnen im Alter.
Von Heinz Pletl

Grafenwiesen.Martina Pfeilschifter von der Seniorenkontaktstelle des Landratsamtes Cham hielt am Dienstagnachmittag auf Einladung von Martina Wiesmeier, der Seniorenbeauftragten der Gemeinde Grafenwiesen, vor rund 20 Teilnehmern einen Vortrag über Wohnungsanpassung und Wohnraumberatung im Alter oder bei Behinderung. Wie Landrat Franz Löffler sagt, werden die eigene Wohnung und das persönliche Umfeld, wenn wir älter werden, wichtiger. Um das zu erreichen, sind Veränderungen nötig. Hier heißt das Zauberwort „Barrierefreiheit“.

Die Referentin und Wohnberaterin des Landkreises Cham Martina Pfeilschifter gab in einer lockeren Atmosphäre den Zuhörern grundlegende Tricks und Kniffe, um das Umfeld so angenehm wie möglich zu gestalten. Das im Landkreis Cham im Jahre 2013 beschlossene Programm handelt die wichtigsten Punkte ab: Gesundheit, Mobilität, Vernetzung und Wohnen.

Ambulante Pflege am besten

Es ist der Wunsch der meisten Leute, solange als möglich zuhause bleiben zu können, eventuell mit einem ambulanten Pflegedienst. „Das ist auch die beste Lösung“, so die Rednerin. Was ist Wohnberatung? Es geht hier um eine Beratung zur Anpassung an die individuelle Wohnsituation. Anhand eines Beamers unterstrich Martina Pfeilschifter ihre Ausführungen auf für alle verständliche Art und Weise.

Im Einzelnen erklärte die Wohnberaterin, auf was man besonders achten sollte: So sind aufgrund schwindender Muskelkraft oft Stürze vorprogrammiert. Auch können Medikamente Schwindelgefühle hervorrufen und Stürze begünstigen. Sie empfahl daher sicheres Schuhwerk. Oft spielt daneben die Unvernunft eine wesentliche Rolle. Ihr Rat: Nicht auf die Stühle steigen, um eine Glühbirne auszuwechseln oder ein Fenster zu putzen. Viele Dienstleistungen für Senioren sind zuhause möglich. Die Senioren und Angehörigen sollten die Fördermöglichkeiten kennen. Dazu ist im Landratsamt eine Einrichtung vorhanden.

Die Referentin sprach wichtige Empfehlungen aus und zog damit die interessierten Teilnehmer in ihren Bann. Schon beim Eingangsbereich des Hauses wäre ein Dach über dem Hauseingang von Vorteil. Des Weiteren sollte der Griff von oben bis unten führen. Ebenso dürfte ein Bewegungsmelder nicht fehlen. Die Hausnummer sollte zudem lesbar und der Fußabstreifer versenkbar sein. Es ist auch ratsam, bei der Treppe einen Kontrast zu den Stufen zu schaffen, rechts und links davon ein Treppengeländer anzubringen, bei vielen Treppen ist es angezeigt, flexible Rampen oder Hublifte anzubringen. Pfeilschifter zeigte im Kleinformat verschiedene Vorrichtungen und erklärte dazu die Funktion.

Für den Innenbereich hatte die Referentin viele interessante Tipps parat, die die Teilnehmer bisher nicht kannten und stellten Fragen nach der Bezugsquelle für die eine oder andere Anschaffung. Demnach wären von Bedeutung: Sperrhebel an den Türen, Türspione digital, Sitzbank im Vorraum zum bequemeren Anziehen der Schuhe, Garderobe im Vorraum, rutschsicherer Fußbodenbelag (im Alter sollten die Teppiche entfernt werden), gute Beleuchtung überall, im Wohnzimmer gute Sitzgelegenheit, richtige Sitzhöhe bei Stühlen, Möbelerhöhungen anbringen, Rolladenantrieb, Kabelverlegung außen an den Wänden herumführen, nicht mitten durch den Raum. Was ist im Schlafzimmer dringend notwendig? Die Möbel sollten richtig gestellt werden, Schiebetürenschrank beim Kauf vorziehen, das Bett soll höher als 45 Zentimeter sein, eventuell Erhöhungen unterstellen, zum Staub saugen sind Roboter sehr gut, am Nachtkästchen Telefon bereitlegen.

So funktioniert ein Nottelefon

Im Detail demonstrierte die Referentin die Handhabung des Nottelefons, mit dem schon Leben gerettet werden konnten. Ausführlich stellte sie die passende Einrichtung einer Küche vor, wobei es hier besonders auf die Höhe der Schränke ankommt. Pfeilschifter präsentierte geeignetes Geschirr einschließlich Besteck, Dosenöffner usw. Die Senioren kamen über die große Anzahl der auf dem Markt erschienenen Neuheiten aus dem Staunen nicht heraus. Am meisten gefragt waren Schlüsselfinder und Alarm-Türkeile. Bei letzterem ist ein Öffnen der Türe nicht möglich; der schrille Ton würde jeden unerwünschten Besucher verjagen. Die Möglichkeiten einer altersgerechten Einrichtung in Badezimmern versetzte alle Anwesenden in Erstaunen. (khp)

Martina Wiesmeier (l.) dankt Martina Pfeilschifter für ihren Vortrag. Foto: khp

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