MyMz
Anzeige

Finanzen

Tourismus füllt das Further Stadtsäckel

Mit dem Fremdenverkehrsbeitrag nimmt die Stadt jährlich rund 90 000 Euro ein und deckt damit Ausgaben im Tourismus.
Von Wolfgang Baumgartner

Marion Beer von der Further Tourist-Info im Beratungsgespräch mit Feriengästen. Fotos: wb
Marion Beer von der Further Tourist-Info im Beratungsgespräch mit Feriengästen. Fotos: wb

Furth im Wald.Rund 90 000 Euro nimmt die Stadt jährlich durch den Fremdenverkehrsbeitrag ein. „Damit können etwa 40 Prozent der Ausgaben für den Tourismus im Verwaltungshaushalt gedeckt werden“, berichtet Stadtkämmerer Robert Traxler im Gespräch mit unserem Medienhaus. Im aktuellen Haushalt 2018 hat der Kämmerer Einnahmen aus dem Fremdenverkehrsbeitrag in Höhe von 85 000 Euro vorgesehen. „Doch die Erfahrungswerte aus den Jahren 2011 bis 2017 zeigen, dass es im Durchschnitt 90 000 Euro sind!“

Betriebs- und Personalkosten

Entsprechend eines Beschlusses des Stadtrates sieht die Satzung vor, diese Einnahmen zweckgebunden im Verwaltungshaushalt für den touristischen Bereich zu verwenden. Dort schlagen nach den Worten des Kämmerers die Betriebs- und Personalkosten sowie Ausgaben für die Werbung zu Buche.

Die Höhe  des Fremdenverkehrsbeitrages in Furth richtet sich nach Umsatz und Branche. Je höher der Gewinn durch den Tourismus, je mehr muss das Unternehmen an die Kommune zahlen. Fotos: dpa
Die Höhe des Fremdenverkehrsbeitrages in Furth richtet sich nach Umsatz und Branche. Je höher der Gewinn durch den Tourismus, je mehr muss das Unternehmen an die Kommune zahlen. Fotos: dpa

Die Erhebung des Fremdenverkehrsbeitrages in Furth im Wald ist laut Robert Traxler eine Folge der knappen Finanzen in der Drachenstich-Stadt. Aufgrund der Verbindlichkeiten der Kommune habe der Kommunale Prüfungsverband im Jahr 2006 die Erhebung eines Fremdenverkehrsbeitrages gefordert. „Seit dem 1. Januar 2007 wird diese Abgabe erhoben“, fügt Robert Traxler hinzu. Für die Grenzstadt war diese Art von Abgaben grundsätzlich nicht neu. „Von 1975 bis 1989 wurde bereits eine „Fremdenverkehrs-Abgabe erhoben“, erinnert sich der Stadtkämmerer. Unter der Ära des damaligen Bürgermeisters Reinhold Macho sei dann der Beschluss gefasst worden, ab 1989 keinen Fremdenverkehrsbeitrag mehr einzuziehen. „Der verwaltungstechnische Aufwand erschien den Verantwortlichen damals in Bezug auf den Ertrag zu groß!“ Doch nach dem „Kassensturz“ durch den Kommunalen Prüfungsverband im Jahr 2006 musste die Stadt alle Möglichkeiten, Geld einzunehmen, ausschöpfen.

Die Tourist-Information  kostet der Stadt jährlich ein sattes Sümmchen. Personal- und Betriebskosten werden zu 40 Prozent aus Einnahmen durch den Fremdenverkehrsbeitrag gedeckt. Fotos: wb
Die Tourist-Information kostet der Stadt jährlich ein sattes Sümmchen. Personal- und Betriebskosten werden zu 40 Prozent aus Einnahmen durch den Fremdenverkehrsbeitrag gedeckt. Fotos: wb

So werden seit 2007 alle Further Unternehmen, „denen durch den Fremdenverkehr im Gemeindegebiet Vorteile erwachsen“, zur Kasse gebeten. Der Fremdenverkehrsbeitrag hat das Ziel eines Vorteilsausgleiches für den wirtschaftlichen Nutzen, den Gewerbetreibende und Freiberufler aus dem Fremdenverkehr ziehen können. Er wird daher von den Personen und Unternehmen erhoben, denen durch den Fremdenverkehr unmittelbar oder mittelbar besondere wirtschaftliche Vorteile geboten werden bzw. erwachsen können. Besondere wirtschaftliche Vorteile bestehen in erhöhten Verdienst- und Gewinnmöglichkeiten durch den Fremdenverkehr in der Stadt.

Die Einnahmen aus dem Fremdenverkehrsbeitrag gehen zu 100 Prozent in den Verwaltungshaushalt. Laut Kämmerer werden damit unter anderem auch Betriebs- und Werbungskosten getragen. Fotos: wb
Die Einnahmen aus dem Fremdenverkehrsbeitrag gehen zu 100 Prozent in den Verwaltungshaushalt. Laut Kämmerer werden damit unter anderem auch Betriebs- und Werbungskosten getragen. Fotos: wb

Unmittelbare Vorteile sind in erster Linie bei Personen- sowie Unternehmerkreisen gegeben, die in direkter Verbindung mit dem Fremdenverkehr stehen; in denen also gegen Entgelt Dienstleistungen erbracht oder Waren verkauft werden. Mittelbare Vorteile sind dann gegeben, wenn mit den vom Fremdenverkehr unmittelbar profitierenden Gewerbetreibenden im Rahmen der für den Fremdenverkehr notwendigen Bedarfsdeckung Geschäfte getätigt oder Dienstleistungen erbracht werden.

Neue Satzung seit 1. Januar

Werbung ist ein entscheidendes Kriterium für einen erfolgreichen Tourismus. Die Kosten dafür werden in Furth ebenfalls zum Teil aus dem Erlös des Fremdenverkehrsbeitrages getragen.  Fotos: wb
Werbung ist ein entscheidendes Kriterium für einen erfolgreichen Tourismus. Die Kosten dafür werden in Furth ebenfalls zum Teil aus dem Erlös des Fremdenverkehrsbeitrages getragen. Fotos: wb

Laut Satzung werde durch den Beitrag der Vorteil, der innerhalb eines Kalenderjahres durch den Fremdenverkehr erwächst, abgegolten. Die Höhe des Vorteils errechnet sich am einkommen- oder körperschaftssteuerpflichtigen Gewinn und dem steuerbaren Umsatz innerhalb eines Kalenderjahres. „Der Vorteilssatz bezeichnet den auf dem Fremdenverkehr beruhenden Teil eines einkommen- und körperschaftssteuerpflichtigen Gewinns oder des steuerbaren Umsatzes“, zitiert Stadtkämmerer Robert Traxler aus der aktuellen Satzung, die am 1. Januar dieses Jahres in Kraft trat.

Dieser Teil der Beitragsbetrechnung sei also sehr branchenbezogen. Damit werde nach den Worten des Stadtkämmerers der finanziellen Bedeutung des Fremdenverkehrs für den einzelnen Betrieb Rechnung getragen. „Klar, dass ein Bäcker mehr vom Tourismus profitiert, als ein Hausarzt!“ Allerdings proftiere der Arzt auch von den Menschen, die im Tourismus tätig sind. Der Beitrag nach dem Gewinn errechnet sich, indem der Gewinn mit dem Vorteilssatz und mit dem Beitragssatz multipliziert werde. „Der Beitragssatz beträgt vier Prozent“, fügt Robert Traxler hinzu.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht