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Tourismus öffnet schrittweise

Bei der Wiedereröffnung der Gastronomie-Betriebe muss Sicherheit oberste Priorität haben, sind sich die Teilnehmer einig.
VON hans Schmelber

Bei der Lagebesprechung zur Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen im Tourismus-Bereich (v. l.): Dr. Thomas Engert, Norbert Wittmann, Andreas Brunner, Landrat Löffler, Richard Brunner, Petra Meindl, Alfons Klostermeier  Foto: Hans Schmelber
Bei der Lagebesprechung zur Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen im Tourismus-Bereich (v. l.): Dr. Thomas Engert, Norbert Wittmann, Andreas Brunner, Landrat Löffler, Richard Brunner, Petra Meindl, Alfons Klostermeier Foto: Hans Schmelber

Cham.Der Tourismus in Bayern nimmt schrittweise den Betrieb wieder auf. Ab 11. Mai dürfen Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten sowie die Außenanlagen von zoologischen und botanischen Gärten unter bestimmten Voraussetzungen wieder öffnen. Ab 18. Mai starten die Biergärten, sprich, die Außengastronomie, in die Sommersaison und die dürfen bis 20 Uhr geöffnet haben. Am 25. Mai folgen die Speisegaststätten mit Öffnungszeit bis 22 Uhr und ab 30. Mai folgen Hotels, sprich Beherbergungsbetriebe und weitere touristische Einrichtungen.

Landrat Franz Löffler hat sich dazu am Montagnachmittag zusammen mit Vertretern der touristischen und gastronomischen Einrichtungen im Landkreis zu diesem Thema beraten und anschließend im Pressegespräch die damit verbundenen Maßnahmen bekanntgegeben.

„Unser Landkreis ist mit 2,4 Millionen Übernachtungen und über 4000 Mitarbeitern stark geprägt vom Tourismus und trägt gut acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes des Landkreis Cham zur Wirtschaftskraft bei“, stellte Löffler fest. „Wir haben bisher die Corona-Krise gut im Griff gehabt“, versicherte er und bedankte sich bei den Anwesenden für die konstruktive Mitarbeit in den letzten Wochen.

Wie geht es jetzt weiter? Wie können wir das Leben mit Corona auch im Bereich der Gastronomie gestalten?“, fragte Löffler. „Mein Wunsch“, so der Landrat: „So weit gehen wie möglich.“ Er nahm etwaigen Kritikern – anfangs nur bis 20 Uhr öffnen – den Wind aus den Segeln. In Biergärten werde Alkohol konsumiert. Leider fielen da mit zunehmender Alkoholisierung auch die Hemmschwellen und die geforderten Corona-Maßnahmen würden dann wahrscheinlich in den Hintergrund treten. Deswegen habe Sicherheit absolute Priorität.

Hygieneplan für jeden Wirt

Löffler betonte, dass jeder Wirt einen Hygieneplan erhält. „Wenn sich alle an diese Vorgaben einigermaßen halten, dann ist der Gaststättenbesuch auch sicher und macht auch Freude“, ist er sich sicher. Er stellte aber klar: „Wir wollen keine Ischgl-Verhältnisse und auch keine Bockbierverhältnisse. Wir sollen uns alle Zeit geben, diese Maßnahmen zu evaluieren. Wenn es gut geht, dann können wir wieder ein Stück weitergehen. Bitte geben sie unseren Gastronomen eine ehrliche Chance, die sie auch verdient haben. Das ist Teil unserer Kultur, unserer Heimat, unseres Wirtschaftslebens.“

„Wir sind froh über diesen Start“, versicherte Andreas Brunner, „auch wenn die Hotels vorerst noch ohne Wellnessbereich öffnen dürfen. Wir müssen wieder Vertrauen aufbauen und mehr Zeit in unsere Gäste investieren. Es wird nicht einfach. Es wird personalintensiver, und das wird die Kosten erhöhen. Wir sehen aber alles sehr positiv.“

Zum Thema Wellness wies Landrat Löffler darauf hin, dass man in der Natur wellnessen könne. Er informierte, dass die vier Naturparkranger ab 30. Mai verstärkt in diesen Bereich eingesetzt werden. „Ich als Jurist habe in den letzten Wochen eine Beschränkung nach der anderen erleben dürfen und freue mich jetzt, dass Lockerungen erfolgen. Auch Betriebskantinen dürfen wieder aufmachen. Es ist alles noch sehr vorsichtig formuliert und auf Sicherheit ausgerichtet“, so Norbert Wittmann.

„Dass jetzt Lockerungen erfolgen, ist die Konsequenz der Diszipliniertheit unserer Bürger“, stellte Dr. Thomas Engert vom Gesundheitsamt fest. Die Öffnung der Gastronomie sei ein schwieriger Punkt und gehe auch nur schrittweise. „Aus der Sicht der Wirtschaft ist das alles positiv zu bewerten“, meinte Richard Brunner, Geschäftsführer der IHK in Cham. Diese Öffnung werde von der Branche sehr gewissenhaft vorbereitet.

„Die Tourismus-Akademie bietet gerade in und für diese Zeit Weiterbildung an“, informierte der Leiter Alfons Klostermeier von der Vhs und nannte als Beispiele Schulungen zum Hygienekonzept, Krisenbewältigung, Neuausrichtung von Unternehmenskonzepten. Dazu komme auch noch der Bereich Sicherheit.

Begegnungen mit der Natur

Petra Meindl, Sachgebietsleiterin Tourismus im Landratsamt, sagte: „Der Zeitplan bietet uns jetzt die Möglichkeit, dass wir unser Marketing, das wir wegen Corona reduziert haben, ein Stück weit wieder in die Höhe fahren. Man kann bei uns wieder Urlaub machen. Begegnungen mit der Natur, Waldbaden, Angebote der Naturparkranger – wir haben Angebote für den Gastro-Bereich entwickelt und sind auch jederzeit und gerne Ansprechpartner für alle Fragen und Belange.“

Landrat Löffler ging auch auf die Frage unseres Mitarbeiters ein, der wissen wollte, wie es denn momentan mit den vielen Mitarbeitern im Gastrobereich aussieht, die in Tschechien beheimatet sind. „Das Pendler-Geschehen funktioniert zurzeit wieder relativ gut“, stellte Löffler dazu fest.

Infogespräch

  • Thema:

    Lockerungen im Tourismus-Bereich in der Corona-Krise

  • Teilnehmer:

    Andreas Brunner, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes und 2. Vizepräsident im Landesverband; Norbert Wittmann, Landratsamt; Dr. Thomas Engert, Stellvertreter im Gesundheitsamt; Richard Brunner, Geschäftsführer IHK Cham; Alfons Klostermeier, Vertreter der Tourismusakademie der Vhs Cham; Petra Meindl, Sachgebietsleiterin Tourismus im Landratsamt (fsh)

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