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Aktion

Tschernobyl und Fukushima warnen

Die BI gegen Atomanlagen rät, Ökostrom zu beziehen.

BI-Mitglieder informierten über die Folgen der Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima. Foto: BI
BI-Mitglieder informierten über die Folgen der Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima. Foto: BI

Bad Kötzting.Die Bürgerinitiative (BI) gegen Atomanlagen war am vergangenen Samstag mit einem Informationsstand auf dem St. Veitsplatz in Bad Kötzting präsent. Am 26. April 1986 explodierte Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine. 850 000 Liquidatoren (Soldaten – Helfer) waren laut BI damals im Einsatz und sind verstrahlt worden. Die meisten davon sind mittlerweile erkrankt oder gestorben.

Von der Katastrophe waren und sind etwa neun Millionen Menschen direkt betroffen. Circa 162 000 Quadratkilometer wurden radioaktiv belastet und geschätzte 400 000 Menschen mussten umgesiedelt werden. Laut Studien sind erhöhte Krebsraten bei allen Generationen zu verzeichnen, ebenso erhöhte sonstige Erkrankungen infolge eines geschwächten Immunsystems. Mutationen der Erbanlagen sind eine der Folgen von Tschernobyl sowie genetische Schädigungen bei Neugeborenen und Missbildungen bei Kindern. Die Opferzahlen werden von der Weltgesundheitsorganisation und der Internationalen Atomenergieorganisation laut BI verharmlost. Die Region um den Reaktor sei eine unbewohnbare Region über Jahrtausende.

In Deutschland war der radioaktive Niederschlag im Bayerischen Wald mit am höchsten. Schon unmittelbar nach der Katastrophe war auch in Süddeutschland die Zahl der Totgeburten und Fehlbildungen bei Neugeborenen erhöht. Es kam zu einer Häufung des Downsyndroms, die Leukämieerkrankungen bei Kindern im ersten Lebensjahr sind angestiegen. Wild und Pilze sind auch 32 Jahre nach der Katastrophe zum Teil noch erheblich belastet.

Am 11. März 2011 wurde Tschernobyl von der Atomkatastrophe in Fukushima eingeholt. Die Region um Fukushima ist verstrahlt. Die gesundheitlichen Folgen für die Menschen dort und die Auswirkungen auf das Ökosystem sind noch nicht absehbar. Erhöhte Krebsraten insbesondere bei Kindern (Schilddrüsenkrebs) sind nachgewiesen, informiert die BI. Für die Region sei ein immenser Schaden entstanden, dazu zählten die verlassenen Häuser, die verloren gegangenen Anbaugebiete, die Einbußen in der Fischerei. Die Verseuchung des Pazifiks und die Auswirkungen auf die Gesundheit durch den Verzehr von belasteten Fischen seien noch gar nicht absehbar.

Absolute Sicherheit kann nur durch das Abschalten der Atomkraftwerke erreicht werden, so die BI. Die Bürgerinitiative wolle deshalb die Bürger davon überzeugen, nicht länger Atomstrom zu beziehen. Durch den Wechsel zu einem Ökostromanbieter könne jeder seinen persönlichen Atomausstieg vollziehen.

Am 14. Juli wird die Bürgerinitiative sich wieder am Protestmarsch gegen die Pläne eines möglichen Tiefenlagers für hoch radioaktiven Müll in Manovice/Kreis Klattau beteiligen.

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