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Gesundheit

Turbulente Tage rund um die Krankenhäuser

Die Kreisräte entscheiden am 16.Dezember zwischen zwei Kooperationspartnern für die Kreiskliniken.

Das Chamer Krankenhaus bildet in den Konzepten beider Anbieter den zentralen Medizinstandort im Landkreis Cham.

Wie informiert man seine Bürger, obwohl man ihnen eigentlich noch gar nichts sagen darf? Es gibt Tage, da hat auch ein Landrat wie Franz Löffler Formulierungsprobleme. Trotzdem: Im Vorfeld war es ausdiskutiert, dass es jetzt an der Zeit ist, die Bürger an der heißen Phase der Meinungsfindung zu beteiligen. Es geht immerhin um nichts weniger als um ihre künftige Gesundheitsversorgung im Landkreis Cham.

Seit Juni sucht der Landkreis nach Kooperationspartnern für seine drei Kliniken in Cham, Roding und Bad Kötzting. Auch heuer schlägt wieder ein Minus von 3,5 Millionen Euro zu Buche. Vier Partner standen zunächst zur Debatte. Jetzt sind zwei in der engeren Wahl und haben Angebote und Konzepte vorgelegt, die derzeit noch unverbindlich sind. Allerdings ist es das erklärte Ziel des Landrates, dem Kreistag bis zum 16. Dezember zwei notariell verbriefte Verträge vorzulegen, von denen einer ausgewählt und dann unterzeichnet werden soll.

Wasserdicht nachverhandeln

Der Kreistag ließ sich am Montag in nicht öffentlicher Sitzung informieren. Das Ergebnis: Die Aufforderung an den Landrat, mit beiden möglichen Partnern noch einmal nachzuverhandeln und anschließend zwei wasserdichte Varianten zur Abstimmung vorzulegen. Bei der Pressekonferenz nach der Sitzung saß ein bisher Unbekannter an der Seite von Franz Löffler: Kai Drigalla. Er ist Diplom-Kaufmann, hat Krankenhaus-Management studiert und berät den Landkreis bei den Verhandlungen für die Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft PwC (PricewaterhouseCoopers) in Frankfurt am Main.

Eine Spezialität von PwC: Krankenhaus-Kooperationen. Drigalla und Löffler wirken gelöst. Eine knappe Stunde nach Sitzungsende liegt ein fertiges Pressepapier auf dem Tisch. Die Namen der beiden Anbieter werden nicht genannt. Man hat sich Vertraulichkeit zusichern lassen. Keiner will an die Öffentlichkeit. Erst am 16.Dezember werden sich beide in der Kreistagssitzung präsentieren.

Die Ausgangslage wird so formuliert: Der Landkreis will die Qualität des medizinischen Angebotes in seinen Kliniken steigern. Ziel ist eine hochwertige Versorgung der Menschen, die wirtschaftlich tragbar ist, bei einer Minderheitsbeteiligung des Partners. Wie sich die beiden Kooperationspartner das vorstellen, darüber hat der Landrat den Kreistag informiert. Drei Stunden lang hat die Sitzung gedauert. Es war eine sehr sachliche Debatte, sagt der Landrat. Geprägt von der Einsicht in die hohe Verantwortung für eine gute Versorgungsqualität. Ob das auch hält, wenn sich die praktischen Folgen abzeichnen? Da mochte sich Löffler nun doch nicht festlegen und hält es mit Beckenbauer: „Schau ma mal!“ Er will den Prozess möglichst transparent machen, sagt er.

„Cham wird zentraler Standort“

Und eine besondere Erkenntnis ist schriftlich niedergelegt: „Es wurde deutlich, dass eine unveränderte Fortführung der Krankenhausleistungen und heutigen Strukturen nach derzeitigem Angebotsstand nicht möglich ist.“ An erster Stelle steht für den Landkreis eine Steigerung der Qualität der medizinischen Leistungen. Beide Kooperationspartner, so Löffler, streben eine Vorwärtsstrategie in Form einer Ausweitung der medizinischen Leistungen an. Medizinische Fachzentren sollen entstehen.

Neu ist das öffentliche Bekenntnis zu einem zentralen Medizinstandort Cham, der den Hauptversorger bilden soll. Freilich in funktionaler Einhäusigkeit mit den Kliniken Roding und Bad Kötzting. Es soll eine Konzentration bestimmter Fachabteilungen an einzelnen Häusern geben, sagt Löffler. Der angestrebte Vorteil: Höhere Qualität, leichtere Ausbildung und Gewinnung guten Personals, Einsparungen beim Einkauf. Die Tarifsituation des Personals wird sich „aller Voraussicht nach nicht oder nur wesentlich ändern“, verspricht der Landrat.

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