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Politik

Überraschende Rochade an der FW-Spitze

Waldmünchener stellen sich neu auf. Erster Schritt ist die Wahl von Siegfried Wagner jun. zum Nachfolger Wolfgang Kürzingers.
Von Petra Schoplocher

Der Erste ist der Zweite und der Zweite der Erste: Siegfried Wagner jun. (rechts) ist der neue Vorsitzende der Freien Wähler Waldmünchen. Er löst Wolfgang Kürzinger ab, den die Mitglieder zum „Vize“ wählten. Fotos: Schoplocher

Waldmünchen.Der Blick in die Tagesordnung überraschte eigenen Worten nach sogar Kreisvorsitzenden Hans Kraus. „Neuwahl des Ersten und Zweiten Vorsitzenden“ stand da schwarz auf weiß auf der Agenda der Freien Wähler. Waldmünchens FW-Chef Wolfgang Kürzinger ging gleich in die Offensive: „Wir wollen uns neu aufstellen, um schlagkräftiger zu werden, um die Speerspitze spitzer zu machen.“ Dazu gehöre, die inhaltliche von der Vereinsarbeit zu entkoppeln und die zu schulternden Aufgaben besser zu verteilen. Der Ämtertausch von Ersten und Zweiten Vorsitzenden sei ein Teil dieses Zukunftskonzept.

Ein Schritt, gegen den die Mitglieder bei der Jahresversammlung nichts einzuwenden hatten und so war in Minutenschnelle Siegfried Wagner jun. der neue Vorsitzende und Kürzinger „Vize“. Der Rest der Führungsriege bleibt noch ein Jahr im Amt.

Beste Stimmung bei Geehrten und Gästen: (von links) Dieter Müller, Florian Kehl, Hans Kraus, Wolfgang Kürzinger, Walter Urban, Robert Riedl, Günther Schober und Siegfried Wagner junior Foto: ps

Die Freien Wähler wollen „präsenter sein“, gab Wolfgang Kürzinger bei seinem letzten Rechenschaftsbericht als Ziel aus. Sein Rückblick fiel mit Hinweisen auf den politischen Aschermittwoch und Aktionen zur Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung relativ kurz und unaufgeregt aus, hatten sich die Mitglieder doch erst Ende November zu einer Jahresversammlung getroffen.

Dafür geriet sein Blick auf die tagesaktuelle Politik etwas schärfer. Der bayerische Finanzminister könne doch nicht ernsthaft fragen, „Wer’s besser kann als die CSU?“. Viele Menschen hätten viele Ideen, echauffierte sich Kürzinger und stellte die Gegenfrage, ob die weiß-blaue Regierungspartei schon einmal etwas von einer sachlichen Diskussion und der daraus resultierenden Lösung gehört habe. Und, wo der FC Bayern ohne Gegner wäre. Eine leistungsfähige Opposition sei in einer Demokratie unabdingbar, fand er.

„Beschäftigung in die Stadt“

Für Waldmünchen laute die Zielsetzung, „dass es gelingen müsse, Beschäftigung in die Stadt zu bringen“. Dies sah er als Schlüssel zum Erfolg. Dazu gehöre auch, das Gewerbegebiet besser zu vermarkten; eine Forderung, die er mit Walter Urban teilte, der aus dem Stadtrat berichtete.

Die Innenstadt-Leerstände seien nach wie vor ein Thema, das auf den Nägeln brenne. Die Sanierung des Gasthauses Kamm für knappe drei Millionen Euro sei sinnvoll und nachhaltig, allerdings wäre es wünschenswert, dass in Sachen Privatinitiativen „mal ein Funke überspringe“. Begrüßt werde von den Freien Wählern, dass im laufenden Jahr fast eine Million Euro in den Straßenbau und -unterhalt fließe „und damit mehr als ein Zehnfaches im Vergleich zu früheren Jahren.“

Hans Kraus warf einen Blick auf die Stimmen der Wahl 2013. Foto: ps

Hans Kraus hatte ein paar Beispiele parat, dass es „sehr wohl jemand besser kann als die CSU“. Die Gemeinde von FW-Bürgermeister Max Schmaderer erhebe als einzige im Landkreis keine Kindergartengebühren. „Bleiben Kauf- und Wirtschaftskraft da?“, griff der Kreisvorsitzende Kürzingers Gedanken auf und appellierte, über die bloßen Zahlen hinaus zu blicken. Beim genauen Hinsehen könne man oft die „Lobhudelei der Regierungsfraktion“ erkennen. Das verfügbare Einkommen im Landkreis Cham liege beispielsweise deutlich unter dem Landesdurchschnitt, erklärte er dazu.

Auf eigene Stärken setzen

„Auch wenn wir die Arbeit von Franz Löffler schätzen, müssen wir ihm nicht unsere Stimmen schenken“, richtete er den Blick Richtung Wahlen. Zu oft werde seiner Meinung nach gerade das Kreuz für die Zweitstimme unreflektiert bei der CSU gemacht. Hier gelte es anzusetzen. „Wir haben die Kompetenz und das Personal“, gab sich Kraus kampfeswillig.

Zu diesem „Personal“ gehört Landtagskandidat Robert Riedl. „Wir müssen unbedingt einen zweiten Abgeordneten aus dem Landkreis haben“, unterstrich Kraus die Bedeutung. „Warum traut uns der Wähler die Erfolge, die wir in den Kommunen haben, nicht auf Landesebene zu?“, fragte Robert Riedl. Immerhin stelle man 38 Prozent aller kommunalen Abgeordneten. Die FW hätten, auch, wenn die CSU anderes behauptet, sehr wohl Konzepte. Und die Überzeugung, dass der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse. Jeder, der den Bad Kötztinger kenne, wissen, dass „ich zuhöre und helfe“. Das gelte auch, wenn er es in den Landtag schaffe.

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