MyMz
Anzeige

Ungewissheit am Kötztinger Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum März zwar gesunken. Doch ist sie mehr als doppelt so hoch als im April 2019.

Wegen Corona geschlossen: Restaurants, Gaststätten und Hotels sind seit Wochen zu. Die Beschäftigten haben nun mit enormen Lohneinbußen zu kämpfen, warnt die Gewerkschaft NGG.
Wegen Corona geschlossen: Restaurants, Gaststätten und Hotels sind seit Wochen zu. Die Beschäftigten haben nun mit enormen Lohneinbußen zu kämpfen, warnt die Gewerkschaft NGG.

Bad Kötzting.Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kötzting ging die Arbeitslosigkeit von März auf April zurück. Die Zahl der Arbeitslosen sank binnen Monatsfrist um rund 120 Personen (17,4 Prozent). Im Vergleich zum April 2019 nahm die Arbeitslosigkeit um rund 220 Personen (63,2 Prozent) erheblich zu. Mitte April waren rund 570 Personen arbeitslos gemeldet. Im Lauf des Berichtsmonats beendeten knapp 320 Personen ihre Arbeitslosigkeit, zirka 50 Personen (12,4 Prozent) weniger als im März und knapp 100 Arbeitnehmer (23,6 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Im Gegenzug meldeten sich im Berichtsmonat knapp 200 Personen neu oder erneut arbeitslos. Das entspricht einer Zunahme um rund 50 Personen (32,2 Prozent) gegenüber dem März und um 90 Personen (84,1 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote ging von 4,3 Prozent im März auf 3,5 Prozent im Berichtsmonat zurück.

Arbeitslosenzahlen höher als im Vorjahr

„Im Bezirk der Geschäftsstelle Bad Kötzting gab es gegenüber dem Vormonat zwar einen Rückgang der Arbeitslosigkeit, aufgrund der Corona-Pandemie aber lange nicht so wie noch vor zwei Monaten erwartet. Die April-Arbeitslosenzahlen sind höher als im Vorjahr ausgefallen – im April 2019 lag die Quote bei 2,2 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit 46 Jahren“, berichtet der Leiter der Geschäftsstelle, Hans-Peter Hausladen.

Zahlen

Corona hinterlässt deutliche Spuren

Der Leiter der Agentur für Arbeit in Cham und Bad Kötzting, Hans-Peter Hausladen, registriert einen „Einbruch in der Krise“.

Erfreulicherweise hätten etliche Arbeitnehmer im Baubereich und in Handwerksbetrieben ihre Arbeit nach der Winterpause wiederaufgenommen. Hausladen: „Bei vielen Winterarbeitslosen verschob sich die Wiedereinstellung aufgrund der Coronakrise teilweise um mehrere Wochen.“ In der Holzverarbeitung klagten Betriebe ebenfalls über Auftragsrückgänge, der Export stockte. Fachkräftebedarf besteht langfristig, vor Ostern erfolgten keine Einstellungen.

Auftragslage in Medizintechnik gut

Die Auftragslage in den Industriebetrieben ist nur in der Medizintechnik und der Geräteherstellung sehr gut, im Elektronikbereich werden Fachkräfte und Ingenieure gesucht. Ansonsten waren die Schlagworte „Auftragseinbrüche“ und „Kurzarbeit“.

Im Tourismus-, Hotel- und Gaststättengewerbe sind die Auswirkungen der Pandemie am deutlichsten sichtbar. Zum einen gingen Kurzarbeitsanzeigen ein, zum anderen erfolgten viele Arbeitslosmeldungen. Es lagen zwar größtenteils Wiedereinstellungszusagen vor, wann der Zeitpunkt hierfür kommen werde und ob die freigestellten Kräfte alle zurückgeholt würden, sei jedoch derzeit ungewiss.

Einzelhandel stark betroffen

Die Betriebe des Einzelhandels sind sehr stark von der Corona-Pandemie betroffen. Kurzarbeitergeld für die Arbeitnehmer wegen vorübergehender Geschäftsschließungen aufgrund behördlicher Anordnungen war auch in diesem Wirtschaftszweig das beste Mittel, um Kündigungen zu verhindern. Kräftebedarf besteht vornehmlich in den Supermärkten.

Sehr gute Vermittlungsmöglichkeiten ergeben sich im Gesundheitsbereich. Es besteht akuter Personalbedarf in Seniorenheimen und vor allem bei den ambulanten Pflegediensten. Auch bei medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellte sowie Therapeuten ist ein Zugang von Arbeitslosen zu verzeichnen, ferner sind etliche Kräfte auch in Kurzarbeit.

Laut Hausladen hatten und haben insbesondere die Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sowie die unterstützenden Mitglieder anderer Teams viel zu tun, die rekordverdächtige Anzahl der telefonischen Beratungen zur Kurzarbeit zu stemmen. „Die Devise lautet auch weiterhin: Größtmögliche Unterstützung und Beratung sowohl der Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer“, betont der Geschäftsstellenleiter.

Die Betriebe und Verwaltungen meldeten im April rund 50 Stellen neu zur Besetzung. Das waren rund 30 Angebote (39,3 Prozent) weniger als im vergleichbaren Zeitraum 2019.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht