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Notfall

Unwetter: Land unter im Chamer Baumarkt

Ein Wolkenbruch setzte mehrere Geschäfte unter Wasser, darunter einen OBI-Markt. Die Kunden ließen sich davon nicht stören.
Von Johannes Schiedermeier

Einem riesigen See glich zeitweise der Parkplatz vor OBI, Lidl und dm in Janahof, wo das Wasser in die Geschäfte drückte. Bei OBI gab sogar das Dach nach. Foto: Schiedermeier
Einem riesigen See glich zeitweise der Parkplatz vor OBI, Lidl und dm in Janahof, wo das Wasser in die Geschäfte drückte. Bei OBI gab sogar das Dach nach. Foto: Schiedermeier

Cham.Gegen 16.30 Uhr ging alles ganz schnell. Aus dunkelgrauen Wolken entlud sich über Cham ein heftiges Unwetter, das offensichtlich den Bereich Janahof am stärksten getroffen hat. Dort gingen innerhalb von Minuten ganze Straßenzüge unter, wie FFW-Kommandant Markus Reittinger berichtete. In Janahof waren Feuerwehren aus den Chamer Stadtteilen in der Meisen- und Amselstraße im Einsatz sowie am Mittelweg. Von den Wassereinbrüchen betroffen waren auch einige Privathäuser.

„Am späten Nachmittag hat es auch bei Sattelbogen gehagelt. Hagelkörner wie kleine Ufos“, schreibt unsere Leserin Andrea Spitzer zu diesem Bild. Foto: Andrea Spitzer
„Am späten Nachmittag hat es auch bei Sattelbogen gehagelt. Hagelkörner wie kleine Ufos“, schreibt unsere Leserin Andrea Spitzer zu diesem Bild. Foto: Andrea Spitzer

Auf dem OBI-Parkplatz kam es zu einem verhängnisvollen Zusammenspiel: Der Starkregen riss Teile der Beet-Anpflanzungen mit sich und verstopfte so drei Gullys. Dadurch stieg das Wasser sehr schnell und machte aus dem gesamten Parkplatz einen See.

Autos bis zu den Bodenplatten im Wasser

Die dort geparkten Autos standen plötzlich bis zu den Bodenplatten im Wasser. Erst durch den Einsatz der alarmierten Feuerwehr entschärfte sich die Lage bei Lidl und im dm-Drogeriemarkt, weil die durch Mulch und Anpflanzungsteile verstopften Gullys entfernt wurden, so dass der Wasserpegel auf dem Parkplatz wieder sinken konnte.

Im OBI-Baumarkt entstand großer Schaden, weil das Wasser durch das Dach einbrach. Foto: Schiedermeier
Im OBI-Baumarkt entstand großer Schaden, weil das Wasser durch das Dach einbrach. Foto: Schiedermeier

Dadurch wurde auch der Weg für die Kunden wieder frei, die ihre Fahrzeuge erst jetzt wieder wegfahren konnten. Kurz darauf stellte sich heraus, dass es am stärksten den OBI-Baumarkt getroffen hatte. Dort war das Wasser zwar nicht durch die Türen eingedrungen, aber im Bereich des Garten Fachmarktes durch die Decke gebrochen.

„Das war sintflutartig, wie das plötzlich durch die Decke brach“, berichtete Chef Thomas Zitzmann, der mit der gesamten Mannschaft bemüht war, den Schaden in Grenzen zu halten. Der wurde nach einer ersten Betrachtung auf rund 150 000 Euro geschätzt.

Skurrile Szene bei der Fachberatung

Im dm-Drogeriemarkt war die Feuerwehr mit Wassersaugern im Einsatz. Foto: Schiedermeier
Im dm-Drogeriemarkt war die Feuerwehr mit Wassersaugern im Einsatz. Foto: Schiedermeier

Offensichtlich hatte das Dach den Wassermassen im Bereich eines Falzes nicht mehr standgehalten. Mit Wassersaugern und Tauchpumpen versuchte die Belegschaft barfuß den überfluteten Boden wieder frei zu bekommen. Dabei kam es zu skurrilen Szenen, weil mitten in der Katastrophe Kunden in aller Ruhe ihren Einkäufen nachgingen. Vereinzelt fragten sie sogar nach einer Fachberatung.

Dabei war in Teilen des Marktes sogar der Strom ausgefallen und es hatte draußen erneut begonnen wie aus Kübeln zu gießen. Zudem drohten sich Teile der Dacheindeckung mit Rigipsplatten zu lösen. Letztlich war die Marktleitung gezwungen, den gefährdeten Bereich mit Trassierband abzusperren. Erst gegen 17.30 Uhr ließen die Regenfälle nach und die Lage entspannte sich, während die Feuerwehr die restlichen Einsätze abarbeite.

Das Unwetter

  • Der Zeitpunkt:

    Gegen 16.30 Uhr zogen dunkle Wolken auf und es begann aus Kübeln zu schütten, auch Hagelkörner waren dabei. Ganze Straßenzüge standen unter Wasser.

  • Die Meldung:

    Der Deutsche Wetterdienst hatte Gewitter mit bis zu 40 Litern Niederschlag pro Stunde sowie schwere Sturmböen und Hagelkörner bis zwei Zentimeter Größe gemeldet.

Dieses Bushäuschen in der Grundbachstraße hat der heftige Wind aus der Verankerung gerissen und in das angrenzende Feld geschleudert. Foto: Mühlbauer
Dieses Bushäuschen in der Grundbachstraße hat der heftige Wind aus der Verankerung gerissen und in das angrenzende Feld geschleudert. Foto: Mühlbauer

Heftig erwischt hat es aber auch den Ort Wetterfeld, wo die Wetterfelder Wehr schon gegen 15.45 Uhr zu ihrem ersten Einsatz gerufen wurde. Unter anderem liefen in der Freiherr-von-Schrenk-Straße Keller voll. In der Grundbachstraße wurde durch den Wind ein Bushäuschen komplett aus der Verankerung gerissen und in eine angrenzende Wiese geschleudert.

Auch setzte der heftige Niederschlag, mit dem Gewitter auch dem Tunnel auf der B 85 zu, so dass die Ampelanlage für längere Zeit in Fahrtrichtung Roding auf Rot schaltete, was gerade im einsetzenden Feierabendverkehr für einen langen Rückstau sorgte.

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