MyMz
Anzeige

Falkenstein/Arrach

Ursachen und Folgen bei Demenz

Beim Seniorennachmittag sprach Bildungsreferentin Michaela Dengler zum Thema „Demenz“.
Anton Feigl

Referentin Michaela Dengler  Foto: Anton Feigl
Referentin Michaela Dengler Foto: Anton Feigl

Falkenstein.Die Betreuungsassistentin, Beschäftigungstherapeutin und Qi Gong-Trainerin berichtete, dass sie mit schwer demenzkranken Menschen arbeitet und Sterbende begleitet – Hand in Hand mit den Pflegern zum Wohl des Kranken. Im letzten Stadium der Demenz sei der Patient auf dem Niveau eines Kleinkindes, darum sei ein familiäres Umfeld das Allerwichtigste. „Sie brauchen Liebe, Zuwendung und jemanden, der sie versteht“, so Dengler.

Demenz heißt „ohne Geist oder Verstand“. Das sei ein krankheitsbedingter Verlust von Leistungen der höheren Gehirnfunktionen. Die kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten können beeinträchtigt sein. Laut Dengler gibt es 50 verschiedene Arten von Demenz. Hauptursache ist das Alter. Da bei dieser Krankheit Nervenzellen im Hirn kaputtgehen, könne Demenz nicht geheilt werden.

Das Vergessen von Ereignissen, Wortfindungsstörungen oder Orientierungsschwierigkeiten seien Anzeichen für Demenz. Erst wenn alle anderen Krankheiten vom Arzt ausgeschlossen und die Symptome auch nach sechs Monaten noch präsent seien, könne man von Demenz sprechen. Man könne den Abbau des Gehirns nicht aufhalten, aber verzögern, so die Referentin. Demenz sei nicht nur ein neurologisches Problem, sondern auch ein psychisches. Wer jedoch lebensbejahend in die Zukunft schaue, sei weniger gefährdet. Allerdings spiele auch der Lebenswandel eine entscheidende Rolle. Eine primäre Demenz fange im Gehirn an, einer sekundären Demenz gehe meist ein jahrelanger Missbrauch von Alkohol, Nikotin und Drogen voraus.

„Jetzt war ich im Keller und hab vergessen, was ich holen wollte“; „Wo hab‘ ich bloß den Schlüssel hingelegt“: Bei solchen Vergesslichkeiten dächten viele, jetzt geht’s los. Aber das alles habe mit Demenz nichts zu tun, beruhigte Michaela Dengler. Amerikanische Forscher hätten nämlich herausgefunden, dass allein der Ortswechsel auch das Gehirn eines eigentlich gesunden Menschen durcheinanderbringen könne.

Viel Umgang mit anderen Menschen, viel Unterhaltung und ausreichend Bewegung seien sehr wichtig, denn in dem Moment, in dem der Körper träge werde, werde auch das Gehirn träge. Um dem Denkorgan mehr Input zu geben, sei es darüber hinaus von Vorteil, einfach mal andere Rezepte auszuprobieren, ein gutes Buch zu lesen oder Dokumentationen im Fernsehen anzuschauen. Auch Fingerspiele könne man gut in den Alltag einbauen. So werde bei der Qigong-Fingergymnastik rund ein Viertel der Knochen bewegt, die über die Nervenfasern mit dem Gehirn verbunden sind. Fingerübungen und auch das Klatschen seien somit ein gutes Training für das Gehirn und durch die Stimulierung vieler Akupunkturpunkte ein ausgezeichnetes Fitnesstraining. (rto)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht