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Justiz

Urteil nach Rodinger Randale-Feldzug

Nach einem Trinkgelage beschädigten Jugendliche ein Zelt und 24 Autos. Ein 20-Jähriger muss dafür in Jugendarrest.

Im September 2017 zogen die alkoholisierten Jugendlichen durch die Stadt und verursachte einen Sachschaden von rund 50 000 Euro.Unter anderem haben sie dieses Partyzelt am Esper mehrfach großflächig aufgeschlitzt. Foto: Schreiner
Im September 2017 zogen die alkoholisierten Jugendlichen durch die Stadt und verursachte einen Sachschaden von rund 50 000 Euro.Unter anderem haben sie dieses Partyzelt am Esper mehrfach großflächig aufgeschlitzt. Foto: Schreiner

Roding.Eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener fasste bei einem Trinkgelage in Roding am 9. September 2017 einen wenig schlauen Beschluss: Mit fortgeschrittenem Alkoholpegel entschied man sich, durch die Stadt zu ziehen und mutwillig zu randalieren. Zunächst traten sie umherstehende Mülltonnen um, schlitzten dann ein Festzelt auf und beendeten ihren „Randalefeldzug“, indem sie zahlreiche Autos mit Kratzern versahen. Es entstand ein Schaden von 50 694 Euro. Zugrunde lagen insgesamt 37 Einzelbeschädigungen, die meisten geschädigten Personen erstatteten Anzeige.

Nun mussten sich die drei Randalierer vor dem Amtsgericht Cham verantworten. Ein 20-Jähriger aus Roding gab sich als Initiator der Aktion zu erkennen. Es sei eine Dummheit gewesen, die rein auf den Alkohol zurückzuführen sei. An den Aktionen selbst sei jeder gleichermaßen beteiligt gewesen. Der Rodinger entschuldigte sich, er habe bereits 200 Euro als Anzahlung zur Wiedergutmachung gezahlt. Die beiden anderen Angeklagten schlossen sich im Wesentlichen den Aussagen an. Eine 17-Jährige erklärte, nicht an mögliche Konsequenzen gedacht zu haben. Auch sie habe viel Alkohol getrunken. Ein 19-Jähriger aus dem Landkreis beschrieb Erinnerungslücken. Er habe wohl das Messer zum Aufschlitzen des Zeltes von einer dritten Person erhalten, sei sich aber nicht mehr sicher.

In den Zeugenstand trat ein Polizeibeamter. Er schilderte, dass morgens nach der Tatnacht die ersten Beschädigungen aufgefallen waren. In den folgenden Tagen meldete sich weitere Geschädigte. Belohnungen für Hinweise wurden veröffentlicht. Erste Zeugen hätten sich daraufhin gemeldet. Hauptsächlich waren Autos vor einem Hotel betroffen. Es gab reihenweise Kratzer und abgebrochene Scheibenwischer. Telefonische Hinweise führten laut eines anderen Polizisten schließlich in die Richtung der Angeklagten. Diese hätten nach anfänglichem Abstreiten Geständnisse abgelegt.

Dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft zu Folge sollten alle Angeklagten nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Beim 20-Jährigen und beim 18-Jährigen seien zwei Wochen Dauerarrest sowie 60 Stunden gemeinnützige Arbeit tat- und schuldangemessen. Die 17-Jährige sei hingegen mit einer Jugendstrafe von sechs Monaten zur Bewährung zu verurteilen, da sie in der Vergangenheit schon öfter alkoholbedingt Straftaten begangen hatte.

Richter Wolfgang Voit reduzierte den Dauerarrest bei den Älteren auf jeweils eine Woche, hob hingegen die Zahl der gemeinnützigen Arbeitsstunden auf 150 bzw. 120 Stunden an. Die 17-Jährige erhielt die beantragten sechs Monate Jugendstrafe zu Bewährung. Ein Bewährungshelfer wird sie für die Dauer von zwei Jahren begleiten. Zusätzlich zu einer angeordneten Alkoholtherapie erließ der Richter die Auflage von 100 Arbeitsstunden. (cya)

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