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Jubiläum

Uvex feiert 50 Jahre Lederdorn

Mit 170 Gästen feiert das Unternehmen den Standort in Lederdorn, der weiter zukunftsweisend bleiben soll.
Von Stefan Weber

Geschäftsführer Michael Winter dankte den Mitarbeitern für 50 Jahre Treue am Uvex-Standort in Lederdorn.
Geschäftsführer Michael Winter dankte den Mitarbeitern für 50 Jahre Treue am Uvex-Standort in Lederdorn.

Chamerau.Der berühmte Satz: „Heimarbeiter habe ich im Bayerischen Wald gesucht, mit einer Fabrik bin ich nach Hause gekommen“ prangt in großen Buchstaben an der Stirnseite der großen Werkshalle bei Uvex in Lederdorn. Es war im August 1969, als Rainer Winter, der damalige Chef der Firma Uvex, den Sitz in Lederdorn offiziell beantragte. Am Freitag ist es sein Enkel Michael Winter, der für die Unternehmerfamilie Winter/Grau seinen Dank den anwesenden Mitarbeitern und Ehemaligen ausdrückt.

Dr. Michael Dannhauser: Der Leiter von Uvex sports blickte in die wechselvolle Geschichte der verschiedenen Produktionsreihen im Werk zurück.
Dr. Michael Dannhauser: Der Leiter von Uvex sports blickte in die wechselvolle Geschichte der verschiedenen Produktionsreihen im Werk zurück.

170 Gäste sind zum Fest in die Halle gekommen, in der vor 50 Jahren alles begonnen hatte. Dr. Michael Dannhauser, kaufmännischer Geschäftsführer von Uvex sports, zu dem das Werk in Lederdorn gehört, sagt über die Niederlassung: „Mit 50 ist man nicht alt, man hat Erfahrung gesammelt.“ Michael Winter wirft anschließend einen sehr persönlichen Blick auf die Anfänge des Werkes, das so alt sei wie er selbst. Hier fällt zum ersten Mal der Name des früheren Lederdorner Bürgermeisters und Ehrenbürgers Vitus Irrgang. „Wir haben viele Urlaube bei ihm und Lisl gemacht“, erinnert sich Winter.

Pilze sammeln mit Vitus Irrgang

Der vor vier Jahren verstorbene Vitus Irrgang habe seinen Großvater Rainer Winter auf die Knopffabrik aufmerksam gemacht, als der auf der Suche nach Heimarbeitern nach Lederdorn kam und – wie bekannt ist – eine Fabrik nach Hause brachte. Es sei gerade diese Verbindung, die ihn sehr eng an das Werk in Lederdorn binde, erklärt Michael Winter. Schwammerlsuchen mit Vitus Irrgang, Urlaub auf dem Reiterhof, legendäre Gstanzlsingen-Wettbewerbe zwischen seinem Vater und Irrgang.

Heimarbeiter habe ich gesucht, mit einer Fabrik kam ich nach Hause.“

Rainer Winter, Werksgründer

Über 90 Jahre gebe es die Firma Uvex, seit 50 Jahren präge das Werk in Lederdorn das Unternehmen mit – natürlich nicht ohne gewisse Höhen und Tiefen; Auch das Werk im Bayerischen Wald müsse wettbewerbsfähig bleiben. Von der Produktion von Taucher- und Skibrillen alleine ist Uvex in Lederdorn schon lange abgekommen. Es gebe diese Produkte natürlich noch, aber eben nicht nur. Helme seien dazugekommen – auch wenn der Markt für Skihelme gesättigt und der für Reithelme noch nicht voll angelaufen sei.

Immer wieder Veränderungen

Zudem werde Skifahren immer teuerer, die Winter kürzer. Die Produktion vor Ort wäre stark saisonabhängig, wenn nicht auch für das Segment Sicherheit, das aktuelle zwei Drittel des Jahresumsatzes von 475 Millionen Euro der gesamten Uvex-Gruppe ausmache. Auch produziere Uvex im Landkreis Cham nun auch für Drittfirmen, wie aktuell Schutzhelme für Stihl. Die Familie habe nie versucht, sich vom Werk in Lederdorn zu trennen, sagt er. Damit das Werk auch für die kommenden Jahre gerüstet sei, hat er auch zwei Geschenke mit dabei. Das eine ist eine Maschine („Eine sehr teure Maschine“), mit der Brillen entspiegelt werden können – eine Technik, die außerhalb Asiens nur noch eine Firma in Frankreich und eine in Italien beherrsche. „Doch wir glauben an den Standort Deutschland“, begründet Winter die neuerliche Investition.

Wirtschaft

Vorfreude auf 50 Jahre Uvex in Lederdorn

1969 eröffnete das Werk der Weltfirma in Lederdorn. Heute wie damals werden Skibrillen gefertigt, aber noch vieles mehr.

Franz Löffler: Der Landrat lobte den Weitblick und das Engagement der Unternehmerfamilien Winter und Grau am Standort in Lederdorn.
Franz Löffler: Der Landrat lobte den Weitblick und das Engagement der Unternehmerfamilien Winter und Grau am Standort in Lederdorn.

Das zweite Geschenk ist eher nicht von so praktischer Natur, dafür umso mehr mit Uvex Lederdorn verbunden: Drei Stelen eines Künstlers aus Fürth, wo sich der Stammsitz des Unternehmens befindet. Darauf angebracht sind drei Helme: Zum Reiten, ein Skihelm und ein Schutzhelm. Sie stehen für das, was das Werk in der Vergangenheit gesichert hat und womit es in die Zukunft gehen werde.

Eine „große Geschichte der vergangenen 50 Jahre“ sieht Landrat Franz Löffler im Anschluss bei seiner Rede im Uvexstandort in Lederdorn, einen „Leitbetrieb in der Region“. Er erinnert auch daran, dass der Erfolg eines Unternehmens immer von den Mitarbeitern abhänge, besonders bei Firmen, die wie Uvex global unterwegs seien. „Um auf diesem Markt bestehen zu können, braucht es Qualität“, zeigt er sich überzeugt. Zudem denke Uvex immer schon für den Kunden mit, was er als nächstes brauchen könne, auch das trage zum Erfolg bei.

Stefan Baumgartner: Chameraus Bürgermeister hat zum Jubiläum  im Gemeindearchiv gekramt und  Dokumente rund um Uvex gefunden. So wurden am 11. September 1970 neun Mitarbeiter eingestellt – drei männlich, sechs weiblich.
Stefan Baumgartner: Chameraus Bürgermeister hat zum Jubiläum im Gemeindearchiv gekramt und Dokumente rund um Uvex gefunden. So wurden am 11. September 1970 neun Mitarbeiter eingestellt – drei männlich, sechs weiblich.

Chameraus Bürgermeister Stefan Baumgartner versicherte, dass es nicht nur ein Freudentag für das Werk und seine Mitarbeiter sei, sondern einer für die ganze Gemeinde. Die Gewerbesteuereinnahmen seien natürlich das eine, sagt er, aber noch wichtiger sei, dass die Menschen aus der Region hier auch eine Arbeit fänden, und dafür sorge Uvex in Lederdorn eben schon seit 50 Jahren. Mit einem gemeinsamen Fest mit den Mitarbeitern ging die Feier dann nach dem Mittagessen auch weiter. Zum Schluss wurden viele auch noch für ihre langjährige Treue zum Werk geehrt.

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