MyMz
Anzeige

Kampagne

Viel Begeisterung für die Nachwuchssuche

Der global engagierte Rodinger Fassadenbauer Schindler geht neue Wege, um junge Menschen für sich zu begeistern.
Von Christoph Klöckner

Da sage noch einer, Handwerk sei langweilig: Das ist kein Model, sondern ein Schindler-Schreiner, der sichtlich für die Sache brennt.  Foto: agentur dreibein
Da sage noch einer, Handwerk sei langweilig: Das ist kein Model, sondern ein Schindler-Schreiner, der sichtlich für die Sache brennt. Foto: agentur dreibein

Roding.Hinter der Fassade von Schindler Fassadenbau versteckt sich mehr, als der Name verrät. Das Rodinger Unternehmen gehört weltweit zu den führenden Spezialisten rund ums Thema Fassadenverkleidung in Holz, Stein, Glas oder Metall. Das ist bekannt – von Luxemburg über die Schweiz bis nach London und darüber hinaus. Architekten, Bauherren und Investoren schätzen die qualitativ hochwertige und immer auch einzigartige Arbeit des Fassadenbauers.

Nur im eigenen Land gilt der Prophet wenig, heißt es – denn was die Firma zu bieten hat, womit sie glänzt und überzeugt, ist vielen Menschen im Landkreis unbekannt. „Ich habe einen Klassenkameraden getroffen, der fragte, als ich ihm sagte, ich sei bei Schindler: Bauen die noch immer Kunststofffenster?“, erzählt Geschäftsführer Gerhard Lehner (50). Früher, als die Bundesstraße 16 vorbeiführte, war das anders, erinnert sich Firmenchef Michael Schindler. Da war Schindler vielen noch ein Begriff, weil viele vorbeifuhren – und oft ein Gedanke für Schüler, eine Bewerbung loszuschicken.

Sehen Sie hier das Image-Video

Sehen Sie hier das Image-Video der Rodinger Firma Schindler. Video: Agentur Dreibein

Wo bleibt der Nachwuchs?

Die Mitarbeiter selbst werben auf originelle, spaßige Art und Weise jetzt um neue Kollegen.  Foto: Agentur Dreibein
Die Mitarbeiter selbst werben auf originelle, spaßige Art und Weise jetzt um neue Kollegen. Foto: Agentur Dreibein

Heute fehlt der Nachwuchs. Zu wenig Fachkräfte und zu wenig Bewerbungen, wie überall in den Chamer Betrieben. Deshalb hat Firmenchef Michael Schindler irgendwann nach einem IHK-Termin zum Thema Unternehmensmarke Florian Werner, Chef der Chamer Werbeagentur dreibein, angesprochen. „Wir jammern nicht, sondern tun etwas“, beschreibt Schindler das, was dann folgte. Wobei er wie auch die Geschäftsleitung eigentlich außen vor waren. Und das ist das Außergewöhnliche des Projekts zur Findung einer sozusagen lokalen Unternehmensmarke: Die sprechen zu lassen, die hier arbeiten, und sie um mögliche Mitarbeiter oder künftige Auszubildenden werben zu lassen. Denn die Mitarbeiter selbst haben in Begleitung durch die Agentur, die Kampagne auf die Beine gestellt, sich selbst in Szene gesetzt – um ihre neuen Kollegen zu finden. Aus einem kreativen Querschnitt der Mitarbeiter – aus jeder Abteilung waren welche dabei, ältere und jüngere – entstand die 15-köpfige Arbeitsgruppe für die Werbekampagne, die nun anläuft und deren Ende offen ist. Die Frage, die in Bildern und Text in Jugendsprache gestaltet werden sollte, war einfach: „Wie kann ich dich für uns begeistern?“

MZ-Serie

Er trifft immer den richtigen Nerv

Noch keine 30 hat sich Florian Werner eine erfolgreiche Werbeagentur aufgebaut. Dabei ging der Chamerauer immer seinen Weg.

Individuell und authentisch

„Zusammen schaffen“ – das Logo der Kampagne der Agentur dreibein mit Florian Werner (Mitte) hat auch Schindler-Geschäftsführer Gerhard Lehner und Inhaber Michael Schindler begeistert.  Foto: Christoph Klöckner
„Zusammen schaffen“ – das Logo der Kampagne der Agentur dreibein mit Florian Werner (Mitte) hat auch Schindler-Geschäftsführer Gerhard Lehner und Inhaber Michael Schindler begeistert. Foto: Christoph Klöckner

Ganz individuell sei die Zielgruppe für jede Abteilung erfasst worden – bis zur Musik oder Hobbys, denen der Nachwuchs nachgeht. So sei etwa das Bild mit dem Schreiner entstanden. Die sähen sich als Helden der Baustelle, sagt Lehner, der selbst Schreiner gelernt hat. So seien die Vorschläge für die Präsentation mit viel Engagement von den Beschäftigten initiiert worden. „Da ist nichts aufgesetzt!“, sagt Florian Werner. Die Mitarbeiter zeigten ihren Stolz auf das Unternehmen und ihre Arbeit, indem sie zum einen etwa auf der Internetseite ihre ganz persönliche Karriere bei dem Unternehmen darstellen und damit authentisch wirken. Andererseits mit nicht alltäglichen Bildern klar machen, dass sie sich im Betrieb wohlfühlen und auch miteinander Spaß an der Arbeit haben.

Das Unternehmen Schindler

  • Produkte:

    Das Unternehmen Schindler ist 1931 im Rodinger Ortsteil Wiesing gegründet worden – als Schreinerei- und Fensterbauer. Heute steht der Name für Top-Fassadenbau auf der ganzen Welt. Die Firma gehört zur Spitzengruppe in diesem Bereich, hat Bauten wie das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, die Europäische Investitionsbank in Luxemburg oder den Finsbury Circus in London verkleidet mit Material wie Glas, Metall oder Stein.

  • Mitarbeiter:

    Gut 300 Mitarbeiter hat die Firma, die rund 45 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und an der alten B16 liegt – und unter Fachkräftemangel leidet. Statt zu jammern, wollte man etwas tun, so Firmenchef Schindler. Deshalb habe man die Agentur dreibein engagiert, um über die Begeisterung der Mitarbeiter neue Kräfte zu gewinnen. Zu sehen ist die Landkreis-Kampagne im Kino, in Sozialen Medien oder auch unter www.zusammen-schaffen.de

Berufswelt

Bei dieser Werbung fliegen die Federn

Das Hotel Bayerwaldhof Liebenstein bei Bad Kötzting hat eine einzigartige Kampagne gestartet, um Personal zu finden.

„Das ist in der Darstellung ganz anders, als wir uns dem Kunden präsentieren“, betont Schindler. Da würde kein Hinweis auf „saugeile Bauten“ auftauschen, sondern seriös für edle Produkte und Qualität geworben. Doch um junge Menschen anzusprechen und für Jobs zu begeistern, brauche es diese Form, so der 50-Jährige. Bislang habe man den Bereich Mitarbeiterwerbung so gar nicht auf dem Schirm gehabt. Es habe sich gezeigt, dass Mitarbeiter, die man von außerhalb einkaufe, schnell wieder weg seien. Daher konzentriere man sich auf den Landkreis, biete Mitarbeitern Weiterbildungsmöglichkeiten bis zum dualen Studium, erklärt Schindler, um damit die Zukunft zu sichern – und mit der Kampagne. Das es wirkt, diese Erfahrung hat Florian Werner bereits aus dem Hotelbereich: „Hier haben sich die Bewerbungen verzehnfacht!“

Jobmarkt

Mit Ideen auf Mitarbeiter-Fang

Chefs müssen kreativ sein. Ein Bäcker bietet „Brezen gegen Bewerber“, ein Hotel lockt mit einem preiswürdigen Imagefilm.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht