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Verkehr

Vierspurige Straßen um Cham bis 2028?

Es gibt neue Planungs-Perspektiven für den Ausbau der Chamer Südost-Tangente, der meistbefahrenen Straße im Landkreis Cham.
Von Ernst Fischer

22 000 Fahrzeuge rasen jeden Tag auf der Bundesstraße an Cham-Janahof vorbei. Foto: Ernst Fischer
22 000 Fahrzeuge rasen jeden Tag auf der Bundesstraße an Cham-Janahof vorbei. Foto: Ernst Fischer

Cham.Es sind genau 2,5 Kilometer Strecke, die den Verkehrsknoten Cham-Mitte mit dem in Cham-Süd verbinden – „das Straßenstück mit der größten Frequenz im ganzen Landkreis“. Landrat Franz Löffler hat das gesagt am Mittwochabend im Schützenheim in Janahof, wo sich Anlieger der benachbarten Wohngebiete eng zusammendrängten.

22 000 Fahrzeuge rasen hier jeden Tag vorbei. Und diese Autos machen Lärm und Dreck. Das stinkt den Anliegern. Seit gut zehn Jahren kämpfen sie jetzt um besseren Schutz - bisher immer vertröstet. Lärmschutz gibt’s nämlich erst, wenn die Strecke vierspurig ausgebaut wird. Und da tut sich jetzt was. Das ist der Hintergrund für eine „Verkehrskonferenz“, zu der Landrat Franz Löffler und der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier ins Janahofer Schützenheim geladen hatten. „Zeit is‘ worn“, sagte Christian Bauer, der örtliche Stadtrat. Er sei „erschrocken“, dass die letzte Infoversammlung zum Thema schon gut zwei Jahre zurückliege. Karl Holmeier erinnerte daran, dass es seit 2016 drei Info-Versammlungen mit den Anliegern gegeben habe. Sein Fazit heute für die Janahofer: „In die Planung wurde zum Lärmschutz alles eingearbeitet, was ihr gefordert habt.“

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Die „Zeitschiene“ bis zum Bau

„Als Landrat habe ich gelernt, wenn du alles willst, dann kriegst du meistens nix“, sagte Franz Löffler an die Adresse der Janahofer. Foto: Ernst Fischer
„Als Landrat habe ich gelernt, wenn du alles willst, dann kriegst du meistens nix“, sagte Franz Löffler an die Adresse der Janahofer. Foto: Ernst Fischer

Dr. Wolfgang Bosl, Abteilungsleiter Straßenbau beim Bauamt Regensburg, und Projektleiter Wolfgang Zilch erläuterten das Projekt, das zwei Bauabschnitte umfasst. Für den ersten vom Knoten Cham-Süd bis Cham-Mitte gibt es jetzt einen Planungs-Vorentwurf, der zur Genehmigung nach München und Berlin gegangen ist. Für einen zweiten Abschnitt von Cham-Mitte bis zur Abfahrt bei Chameregg laufe die Planung erst Mitte des Jahres an.

Bürgermeisterin Karin Bucher fragte nach der „Zeitschiene“. Dazu Dr. Bosl: Mit Baubeginn sei nach Genehmigung und Planfeststellungsverfahren frühestens Mitte 2024 zu rechnen, anschließend „Bauzeit mit Sicherheit vier Jahre.“ Das heißt: Frühestens 2028/29 wird die Südostumgehung vierspurig befahrbar sein. Auf 34,5 Millionen Euro werden heute die Baukosten für die 2,5 Kilometer lange Strecke mit sechs Bauwerken geschätzt. Die neue vierte Fahrspur wird auf der Südseite angelegt. Auf der Nordseite sei dies technisch nicht möglich, erklärte Projektleiter Wolfgang Zilch auf kritische Nachfragen aus dem Publikum. Auch zwei schon stehende Brückenbauwerke bis zum Knoten Cham-Mitte seien darauf ausgelegt. Lärmschutzwände und -wälle werden vier bis sechs Meter hoch gebaut, und zwar auf der Südseite durchgehend, auf der Nordseite mit einer Unterbrechung an einem Grundstück der Firma Schierer, wo der Bau einer großen Halle als „Querriegel“ zur Lärmabschirmung dienen könnte.

Stauproblem

  • Befürchtung:

    Einen Verkehrskollaps fürchtet Stadtrat Christian Bauer, wenn die Quadfeldmühlbach-Brücke am Janahofer Kreisverkehr gebaut wird. Links Abbiegen sei dann nicht möglich. Der Druck auf die Kreuzung am Mittelweg werde dadurch noch größer.

  • Lösung?

    Die Planung für dieses Projekt sei auf 2021 verschoben, erklärte Dr. Bosl. Lösungen werde man noch klären. (cef)

Stadtrat Bauer sagte dazu, er habe Kontakt mit der Firma Schierer. Nach dem tragischen Tod des Juniorchefs sei der Bau „geschoben, aber nicht aufgehoben“. Zum Lärmschutz, zur vierten Spur auf der Südseite und zum Zeitplan gab es einige kritische Wortmeldungen. Und einem Janahofer rutschte angesichts der „Zeitschiene“ bis mindestens 2028 diese Anmerkung heraus: „Bis der Bau fertig ist, san ja mir scho fast g‘storm.“

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Lärmschutz: „ein Zugeständnis“

Das Wort von Löffler an die Janahofer: „Als Landrat habe ich gelernt, wenn du alles willst, dann kriegst du meistens nix.“ Der Landkreis Cham sei aber ein Schwerpunkt beim Bundes- und Staatsstraßenbau. Und der Abgeordnete Holmeier warnte: „Bei der ersten Vorstellung des Projekts 2016 war überhaupt kein Lärmschutz drin. Das ist ein Zugeständnis. Wir sollten da nicht zu sehr rumbohren, sonst fällt er vielleicht ganz weg.“

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