MyMz
Anzeige

Wirtschaft

Volle Auftragsbücher für Firma Deuringer

Die Further Firma startet mit voller Kraft in die Weihnachtszeit. Der Chef plant mit Wachstum, bleibt aber realistisch.
Von Michael Gruber

Landrat Franz Löffler machte sich ein Bild von der neuen Produktionshalle der Firma Deuringer in Furth im Wald. Unternehmensleiter Wolfgang Deuringer berichtete von der aktuellen Wirtschaftslage.
Landrat Franz Löffler machte sich ein Bild von der neuen Produktionshalle der Firma Deuringer in Furth im Wald. Unternehmensleiter Wolfgang Deuringer berichtete von der aktuellen Wirtschaftslage.

Furth im Wald.Die Handelsstreit von Donald Trump mit China, der Brexit und die Umwälzungen bei der Mobilität: Die Unsicherheiten auf dem Weltmarkt gehen auch an Unternehmen im Landkreis Cham nicht spurlos vorbei. Von einer Delle in der Auftragslage hatte auch der Chef des Further Teileherstellers Wolfgang Deuringer vor einiger Zeit im Interview mit unserem Medienhaus gesprochen.

Inzwischen hat sich der Wind wieder ein Stück weit gedreht, wie der gelernte Maschinenbauschlosser am Freitag berichtet: „Unsere Auftragsbücher sind jetzt zur Weihnachtszeit wieder voll gefüllt und wir arbeiten wieder Tag und Nacht.“ Derzeit plane der Betrieb, nach einer Zweierschicht auch die Dreierschicht wieder zu aktivieren, um die Bestellungen abarbeiten zu können. „Bis Weihnachten werden wir in diesem Modus jetzt durcharbeiten.“

Netzwerk Familienpakt Bayern

Landrat Franz Löffler gratulierte der Firma Deuringer, vertreten durch Wolfgang (links) und Sohn Michael Deuringer (2.v.l.), zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Familienpakt Bayern.“
Landrat Franz Löffler gratulierte der Firma Deuringer, vertreten durch Wolfgang (links) und Sohn Michael Deuringer (2.v.l.), zur Mitgliedschaft im Netzwerk „Familienpakt Bayern.“

Anlass für diese Zwischenbilanz war der Besuch von Landrat Franz Löffler, der sich ein Bild vom neuen Produktionsstandort des Unternehmens machte und der Firma Deuringer zur Aufnahme in das Netzwerk „Familienpakt Bayern“ gratulierte. „Damit werden Firmen ausgezeichnet, die viel Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen, was in der heutigen Zeit einen immer größeren Stellenwert hat. Darauf kann die Firma Deuringer stolz sein“, sagte Löffler.

„Die Stimmung geht von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt“

Wolfgang Deuringer, Chef der Firma Deuringer

Wir befänden uns in einer Zeit der großen Transformationsprozesse und in einer Zeit, in der die Digitalisierung eine immer größere Rolle spiele, erklärte Löffer weiter. Auch im Bereich Automotive stehe man vor großen Veränderungen. Der Landkreis müsse bei all diesen Themen miteingebunden sein, weshalb es wichtig sei, die Unternehmen besser kennenzulernen, begründete der Landrat seinen Besuch.

Krise geht an Furth vorbei

Wie der Firmenleiter erklärte, ist der Betrieb im Bereich der Elektrotechnik, in der Umwelttechnik und im Fahrzeugbau tätig. Die Automobilindustrie spiele bei den Auftraggebern aber eine weniger große Rolle, weshalb man hier den Knick nicht zu spüren bekomme. Anders sehe das im Bereich der E-Mobilität aus: „Hier arbeiten wir auch mit der Firma Zollner zusammen, die hier sehr aktiv ist“, sagte Wolfgang Deuringer.

Wolfgang (links) und Michael Deuringer führen den Further Teilefertiger in die Zukunft.
Wolfgang (links) und Michael Deuringer führen den Further Teilefertiger in die Zukunft.

In den letzten zehn Jahren der Firmengeschichte sei es steil bergauf gegangen. Rund sechs Millionen Euro hat der Betrieb für die Erweiterung am neuen Produktionsstandort mit zusätzlichen Maschinen in die Hand genommen.

Die Firma Deuringer

  • Gründung:

    Vor 30 Jahren hat der gelernte Maschinenschlosser Wolfgang Deuringer die Firma aus der Taufe gehoben. Mittlerweile beschäftigt er 56 Mitarbeiter. Aus Platzgründen ist die Firma mit der Produktionshalle vom Standort in Grabitz in die Dr.-Georg-Schäfer-Straße gezogen.

  • Standort:

    Den neuen Standort teilt sich die Firma Deuringer mit der WB Company, die auf der zweiten Etage im Bürogebäude ansässig ist. Die Produktionshalle ist ebenfalls in zwei Bereiche gegliedert, die von einer Brandschutzwand getrennt sind. Die Firma Deuringer hat die Immobilie der WB Company abgekauft und sie an diese vermietet.

Die momentane Lage auf dem Weltmarkt ist nach den Worten von Deuringer allerdings schwer kalkulierbar: „Das ist bei vielen Unternehmen ähnlich. Die Stimmung geht von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Gerade wissen wir nicht mehr wohin, so viele Aufträge kommen rein. Das war vor wenigen Monaten noch anders. “

Keine Probleme beim Nachwuchs

Aktuell erwäge die Firma, weiteres Personal einzustellen, erklärt der Betriebsleiter. Was die Branchen angehe, sei der Betrieb breit aufgestellt und nicht nur von einer Sparte abhängig. „Unsere Planung ist jedenfalls auf Wachstum ausgerichtet.“

Unternehmen

Firma Deuringer investiert in Furth

Sechs Millionen Euro hat Wolfgang Deuringer 2018 in Umzug, Maschinen und Personal gesteckt. Nun schwächelt die Wirtschaft.

56 Mitarbeiter sind bei der Firma beschäftigt, darunter 15 Auszubildende, die im kaufmännischen oder technischen Bereich zur Fachkraft ausgebildet werden. Sieben neue Lehrlinge seien allein in diesem Jahr hinzugekommen, sagt Deuringer. Glücklicherweise habe der Betrieb im Vergleich zu anderen Unternehmen keine Probleme, an Nachwuchs zu kommen, berichtete Deuringer dem Landrat.

Im Bereich der Infrastruktur sei die Situation am Rande des Landkreises allerdings schwieriger als anderswo, merkte er an. „Wir lassen hier tatsächlich viel Geld auf der Straße, wenn es um die Logistik geht.“ Löffler sprach dem Betrieb seinen Respekt für die Leistungen aus.

Die Ausbildung habe hier einen hohen Stellenwert, und was die Entwicklungen der Zukunft betreffe, sei die Firma auf einem sehr guten Weg. Auch die Tatsache, dass Juniorchef Michael Deuringer den Betrieb übernehmen wolle, zeuge von einer nachhaltigen Entwicklung.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht